Die Diskussion um die Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung in Ansbach geht weiter. Die Offene Linke beantragt jetzt, unter anderem die Einführung von sensorgesteuerter LED-Technik zu überprüfen. In Herrieden wird diese Technik bereits genutzt, auf Ansbach lässt sich diese Möglichkeit aber nicht ohne Weiteres übertragen.
„Einer Regierungshauptstadt unwürdig“; „Ich fühle mich nicht mehr sicher“: Sätze wie diese hat die Stadtverwaltung in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder zu hören bekommen. Nicht allen Bürgern gefällt es, dass von 23.30 bis 4.30 Uhr die Straßenbeleuchtung ausgeschaltet wird. Ausgenommen von der Regelung sind Straßen, die für den Verkehr wichtig sind.
Argumente wie Energie- und Kosteneinsparungen sowie die Themen Klima- und Artenschutz hatte die Mitglieder des Umwelt- und Verkehrsausschusses im September 2023 dazu bewogen, die Nachtabschaltung zu beschließen. An dieser Entscheidung änderte auch ein Antrag aus der Bürgerversammlung nichts, die Regelung zu verkürzen.
Die Offene Linke Ansbach (OLA) wagt jetzt dennoch einen neuen Vorstoß. Sie stellt den Antrag, Alternativen zur Komplettabschaltung zu überprüfen. Als geeignet sieht die OLA gemäß ihrem Antrag eine sensorgesteuerte LED-Beleuchtung an. Bei dieser ist eine Präsenzmelder-Technik verbaut, die bewirkt, dass die Lampen aus sind und erst anspringen, wenn sich eine Person nähert. Im Prinzip funktioniert diese Technik so wie die Bewegungsmelder, die viele Häuslebauer für ihre Außenbeleuchtung verbauen.
„Die flächendeckende Abschaltung wird von großen Teilen der Ansbacher Bevölkerung abgelehnt“, schreibt die OLA. Insbesondere Frauen und ältere Menschen sorgten sich um die Sicherheit. „Die Bedenken sollten wir ernster nehmen.“ Auch in Ansbach gelte es, einen fairen Ausgleich zwischen Umweltschutz, Kosteneinsparungen und Sicherheitsgefühl zu schaffen. Wie die Umrüstung finanziert werden soll, dazu macht die OLA in ihrem Antrag keine Angaben.
Bereits mit der Präsenzmelder-Technik vertraut sind derweil die Verantwortlichen in Herrieden. Seit einigen Jahren kommt sie entlang der Geh- und Radwege von Hohenberg und Stegbruck nach Herrieden zum Einsatz, wie Bürgermeisterin Dorina Jechnerer berichtet. Getestet wird die Technik aktuell am Fußweg vom Steinweg zum Martinsberg.
Die Herrieder haben sich bewusst für die Technik entschieden, weil es eine relativ kostengünstige Möglichkeit – laut der Bürgermeisterin kostet eine Lampe etwa 2600 Euro – war, die Wege zu erhellen, wie Jechnerer erklärt. Da die Lampen solar betrieben sind, sei der kostenintensive Leitungsbau weggefallen. Die Erfahrungen sind bisher durchweg positiv.
Ob die Herrieder Wahl auch eine Möglichkeit für Ansbach wäre, vermag Jechnerer nicht zu beurteilen. „Das ist auch nicht ganz vergleichbar.“ Einerseits herrsche auf den Straßen von Ansbach mehr Verkehr als in Herrieden. Andererseits handelt es sich in den drei Abschnitten in Herrieden um eine Orientierungsbeleuchtung. Soll bedeuten: Die Lampen mit Sensortechnik dienen nur dazu, die Geh- und Radwege zu beleuchten, die gleichzeitig auch Schulwege sind.
Das Herrieder Stadtoberhaupt geht davon aus, dass eine Umstellung in Ansbach mit einem kompletten Austausch der Lampen oder dem zusätzlichen Aufstellen von weiteren Leuchten verbunden wäre. Dies wiederum mache das Unterfangen zeit- und kostenintensiv.