Straßenbeleuchtung: Ansbacher Abschaltzeiten bleiben gleich | FLZ.de

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Veröffentlicht am 07.02.2024 17:07

Straßenbeleuchtung: Ansbacher Abschaltzeiten bleiben gleich

Die meisten Straßenlaternen sind bereits auf moderne LED-Technik umgerüstet, was etwa die Halbierung des Stromverbrauchs bringt. (Archivfoto: Fabian Hähnlein)
Die meisten Straßenlaternen sind bereits auf moderne LED-Technik umgerüstet, was etwa die Halbierung des Stromverbrauchs bringt. (Archivfoto: Fabian Hähnlein)
Die meisten Straßenlaternen sind bereits auf moderne LED-Technik umgerüstet, was etwa die Halbierung des Stromverbrauchs bringt. (Archivfoto: Fabian Hähnlein)

Die Straßenlaternen nächtens abzuschalten, hat dreierlei Vorteile: Die Maßnahme spart Strom, dient also dem Klimaschutz. Sie entlastet den städtischen Haushalt, weil die Stromkosten runtergehen. Und sie sorgt dafür, dass Insekten weniger durch Lichtverschmutzung irritiert werden. Dennoch stieß die Abschaltung auf Widerstand.

Das Votum des Umwelt- und Verkehrsausschusses im September 2023 war eindeutig: Einstimmig beschlossen die Stadträte, dass – mit Ausnahme verkehrswichtiger Straßen – nach und nach die Straßenbeleuchtung im gesamten Stadtgebiet in der Nacht abgeschaltet wird. Von 23.30 bis 4.30 Uhr sollten die Laternen gelöscht werden. Ein Testlauf in den Ortsteilen Wallersdorf, Dornberg und Käferbach führte weder zu Sicherheits-Problemen noch wurden Unmuts-Bekundungen der Bewohner bekannt.

Widerstand kam aus der Kernstadt

Doch kaum blieben auch in der Kernstadt die ersten Straßenzüge dunkel, regte sich Widerstand: In der Bürgerversammlung am 6. November 2023 bemängelten einige Besucher, dass sie nach einem Besuch in der Gaststätte den Heimweg im Dunkeln antreten mussten. Auch Oberbürgermeister Thomas Deffner (CSU) machte deutlich, dass er nicht hinter dem Beschluss des Ausschusses stehe, dem er nicht angehört.

In der Versammlung wurde beantragt, die Beleuchtung freitags und samstags von 2 bis 5 Uhr und sonntags bis donnerstags von 0.30 bis 4.30 Uhr abzuschalten. Dieser Antrag fand eine Mehrheit von 46 zu 15 Stimmen, weshalb sich der Umwelt- und Verkehrsausschuss jetzt erneut mit der Materie beschäftigen musste.

Wie viel Strom man bei der Straßenbeleuchtung einsparen kann, machte Baureferent Jochen Büschl am Beispiel Wallersdorf deutlich: Allein die Umrüstung der Laternen im Ortsteil auf moderne LED-Technik habe 50 Prozent Strom eingespart – kombiniert mit der Nacht-Abschaltung seien es sogar 80 Prozent. Büschl erklärte auch, die von der Bürgerversammlung beantragte Verkürzung der Abschaltzeiten würde bei der Stromeinsparung eine Einbuße von etwa zehn Prozent verursachen.

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Bereits 96 Prozent auf LED umgerüstet

Inzwischen seien 96 Prozent der Leuchten im Stadtgebiet auf LED umgerüstet, sagte Büschl. Weil jedoch parallel die Strompreise gestiegen sind, kletterten die Ausgaben von 434.000 Euro im Jahr 2020 auf 621.000 Euro im Jahr 2022. Für 2023 liege die Abrechnung noch nicht vor, man werde aber wohl weniger als die im Haushalt eingestellten 900.000 Euro zahlen müssen.

Grünen-Fraktions-Chefin Meike Erbguth-Feldner regte an, die von der Abschaltung betroffenen Bürger frühzeitig zu informieren. Außerdem wollte sie wissen, ob man an einzelnen Tagen – zum Beispiel Silvester – die Laternen länger brennen lassen könne. Bürgermeister Dr. Markus Bucka entgegnete, es sei „illusorisch“, Bewohner einzelner Straßen anzuschreiben. Und Baureferent Büschl warnte, Einzeltage zu programmieren, würde einen Riesen-Aufwand bedeuten.

Hannes Hüttinger (BAP) bemühte sich, das Argument zu entkräften, dunkle Straßen würden für mehr Kriminalität sorgen. Da gehe es vor allem um das Sicherheitsgefühl der Bürger. Eine Studie in England habe gar ergeben, dass bei dunklen Straßen die Autodiebstähle um 50 Prozent zurückgegangen seien: „Wenn kein Licht brennt, brauche ich eine Taschenlampe und falle eher auf.“ Er rechnete vor, dass man die Stromkosten auf etwa 450.000 Euro drücken könne: „Mit dem eingesparten Geld können wir was Sinnvolles machen.“

„Irgendeinem gefällt’s dann doch nicht“

Hans-Jürgen Eff (Freie Wähler/Ansbacher) war sehr dafür, Wünsche der Bürger zu berücksichtigen, aber: „Irgendeinem gefällt’s dann doch nicht.“ Er plädierte dafür, bei der im September beschlossenen Regelung zu bleiben: „Wir können ja in fünf Jahren noch mal darüber diskutieren.“ Dr. Bernhard Schmid (Grüne) regte an, die vor der Abschaltung stehenden Straßen auf der Internetseite der Stadt zu veröffentlichen.

Lebhafte Reaktionen – vor allem aus der CSU-Fraktion – erntete die Äußerung von Boris-André Meyer (Offene Linke), im Sinne der Gleichbehandlung solle auch die US-Garnison die Scheinwerfer auf ihren Liegenschaften löschen. Immerhin fasste der Ausschuss einstimmig den Beschluss, in Sachen Nachtabschaltung auf die Garnison zuzugehen. Ebenfalls einstimmig votierten die Stadträte für den Verwaltungsvorschlag, den Antrag aus der Bürgerversammlung abzulehnen und bei den bisherigen Abschaltzeiten zu bleiben.


Winfried Vennemann
Winfried Vennemann
Redakteur
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