Letzte Bürgerversammlung: Geslaus Bürgermeister gibt Einblicke in Zukunftsprojekte | FLZ.de

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Veröffentlicht am 23.04.2026 12:00

Letzte Bürgerversammlung: Geslaus Bürgermeister gibt Einblicke in Zukunftsprojekte

Bürgermeister Richard Strauß verabschiedet die Geslauer Gemeinderäte Walter Ehnes, Hans Krauß und Markus Lindner (von links). (Foto: Karl-Heinz Gisbertz)
Bürgermeister Richard Strauß verabschiedet die Geslauer Gemeinderäte Walter Ehnes, Hans Krauß und Markus Lindner (von links). (Foto: Karl-Heinz Gisbertz)
Bürgermeister Richard Strauß verabschiedet die Geslauer Gemeinderäte Walter Ehnes, Hans Krauß und Markus Lindner (von links). (Foto: Karl-Heinz Gisbertz)

„Es tut mir fast ein bisschen leid, dass ich Sie heute zu meiner letzten Bürgerversammlung als Bürgermeister begrüßen muss. Ein Gefühl von Wehmut ist schon dabei“, erklärte Richard Strauß bei der sehr gut besuchten Bürgerversammlung im Geslauer Sportheim. In seinem Bericht ging er zunächst auf viele Zahlen ein.

Sehr erfreulich sei, dass die Zahl der Einwohnerinnen und Einwohner stetig nach oben gehe. Auf 1384 habe es Geslau zum 30. Juni 2025 gebracht. In den 13 öffentlichen und nicht öffentlichen Sitzungen habe sich der Gemeinderat allerdings nur mit einer Bauvoranfrage beschäftigen müssen.

Aus der Gemeinde wurden drei Personen für außergewöhnliche Leistungen geehrt: Lorenz Eberlein hat die Abschlussprüfung an der Oskar-von-Miller-Realschule Rothenburg mit großem Erfolg als Klassenbester bestanden. Jessica Reif aus dem Ortsteil Oberndorf hat die Ausbildung zur Fachwirtin für Erziehungswesen ebenfalls mit sehr guten Ergebnissen absolviert. Jakob Gärtner aus Leutershausen hat in einem Geslauer Betrieb den Beruf des Büchsenmachers erlernt und ist zweiter Landessieger in Bayern geworden. Die Meisterprüfung legt er derzeit in München ab. „Das sind qualifizierte junge Leute, die wir später auch wiedersehen werden“, so der Bürgermeister.

Haushalt mit 7,2 Millionen Euro Umfang

Das Haushaltsvolumen der Gemeinde betrug im vergangenen Jahr rund 7,2 Millionen Euro, aufgeteilt in den Verwaltungshaushalt mit rund 3, 6 Millionen Euro und in den Vermögenshaushalt mit ebenfalls rund 3,6 Millionen Euro. Dass die Gemeinde zum 31. Dezember 2025 schuldenfrei war, die Pro-Kopf-Verschuldung somit also auch bei Null lag und mit 14,63 Euro so gut wie keine Zinsbelastungen vorlag, bezeichnete der Bürgermeister als „Momentaufnahme“.

Das könne sich schnell wieder ändern, wenn man an die großen Maßnahmen Kindergarten-Neubau, Kanalarbeiten in Stettberg und Ausweisung neuer Bauplätze denke. Die finanzielle Situation im nächsten Jahr könne schon wieder eine ganz andere sein.

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Den geplanten Neubau des Kindergartens, den derzeit 74 Kinder besuchen, bezeichnete der Bürgermeister als „Premium-Kindergarten“. Er würde Platz für fünf Gruppen schaffen und entstünde sozusagen „auf der grünen Wiese“ in der Kreuthfeldstraße. Trotz der hohen Kosten von rund sechs Millionen Euro sei das Projekt „eine sehr gute Lösung“.

Neues und Zahlen zum Kläranlagen-Projekt

Obwohl noch keine Ausschreibungsergebnisse vorliegen, berichtete er auch über zu erwartende Kosten für die gemeinsame Kläranlage Colmberg-Geslau-Windelsbach: 7,6 Millionen Euro für die Kläranlage, 7,6 Millionen Euro für die Abwasserüberleitung und die Pumpstationen, 0,25 Millionen Euro für Ausgleichsflächen und 0,85 Millionen Euro für die Ertüchtigung bestehender Pumpwerke. Die Gesamtkosten würden sich auf 16,46 Millionen Euro belaufen. Abzüglich der zu erwartenden Zuschüsse in Höhe von 4,12 Millionen Euro würden für die Gemeinde Geslau anteilmäßig 4,69 Millionen Euro bleiben. „Ab dem Frühjahr 2027 geht alles nach Colmberg. Wir liegen jedenfalls gut im Zeitfenster.“

Informationen gab es auch zu den Baugebieten in Stettberg und Geslau. „Wenn von den sechs Grundstücken in Stettberg vier verkauft sind, kann eine Erweiterung geplant werden. Der Quadratmeter kostet 90 Euro.“ Das neue Baugebiet in Geslau mit 24 Bauplätzen könne an die Nahwärme angeschlossen werden. Die Verlegung der Leitung erfolge durch die Gemeinde.

Die Ertüchtigung der beiden Feuerwehrhäuser in Gunzendorf und Geslau ist für den Bürgermeister aufgrund der erheblichen Eigenleistungen „ein Glücksfall“. Dadurch hätten die Kosten mit 125.000 Euro (Gunzendorf) und 350.000 Euro (Geslau) deutlich gesenkt werden können. Außerdem habe die Gemeinde für die Geslauer Feuerwehr auch schon einen Mannschaftstransportwagen (MTW) gekauft. Mit großer Weitsicht habe sich die Gemeinde auch für den Kauf von 20 Hektar Land als spätere Tauschfläche entschieden.

Letzte Glasfaser-Lücken werden geschlossen

„Bei der Versorgung mit Glasfaser werden in der Gemeinde bald die letzten Lücken geschlossen – Glasfaser ist Zukunft“, so der Bürgermeister. Er bedankte sich abschließend bei seinen beiden Stellvertretern Florian Braumandl und Hans Krauß und dem Gemeinderat. „Bei uns ging es immer um die Sache und nicht um Parteipolitik oder persönliche Befindlichkeiten. Das Wohl der Gemeinde stand immer im Vordergrund.“ Worte des Dankes richtete er an die Mitglieder der Feuerwehren, an die Mitarbeitenden der Gemeinde, an die ehrenamtlich Engagierten und an die Vereine. „Nur mit ihnen kann eine Gemeinde gut funktionieren.“ Günter Butt überraschte die anwesenden Bürgerinnen und Bürger sowie den scheidenden Bürgermeister mit einem Video über das öffentliche Auftreten von Richard Strauß bei vielen Festen und Aktionen in der Gemeinde.

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