Wechsel an der Spitze: Neustädter Landschaftspflegeverband hat eine neue Chefin | FLZ.de

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Veröffentlicht am 23.05.2026 13:00

Wechsel an der Spitze: Neustädter Landschaftspflegeverband hat eine neue Chefin

Die Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes, Helga Kerwagen (links), verabschiedet sich zum 1. Juli in den Ruhestand. Landrat Dr. Christian von Dobschütz hielt die Laudatio auf sie. Ihre Nachfolgerin ist Lisa Rauscher (Mitte).  (Foto: Anita Dlugoß)
Die Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes, Helga Kerwagen (links), verabschiedet sich zum 1. Juli in den Ruhestand. Landrat Dr. Christian von Dobschütz hielt die Laudatio auf sie. Ihre Nachfolgerin ist Lisa Rauscher (Mitte). (Foto: Anita Dlugoß)
Die Geschäftsführerin des Landschaftspflegeverbandes, Helga Kerwagen (links), verabschiedet sich zum 1. Juli in den Ruhestand. Landrat Dr. Christian von Dobschütz hielt die Laudatio auf sie. Ihre Nachfolgerin ist Lisa Rauscher (Mitte). (Foto: Anita Dlugoß)

Die Mitglieder des Landschaftspflegeverbandes (LPV) im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim verabschiedeten ihre Geschäftsführerin Helga Kerwagen. Lisa Rauscher tritt zum 1. Juli ihre Nachfolge an.

Im Dorfgemeinschaftshaus des Weigenheimer Ortsteils Reusch gab Kerwagen ihren letzten Geschäftsbericht ab. „Menschen, die sich gerne um den Naturschutz kümmern”, waren laut Hausherr Bürgermeister Rainer Mayer dort versammelt. Vieles passiere derzeit im Naturschutz ohne Förderung – ein Faktum, an das Kerwagen anknüpfen konnte.

So seien für 2025 ursprünglich 33 Maßnahmen geplant gewesen, genehmigt wurden aufgrund von Mitteleinsparungen des bayerischen Umweltministeriums, wie sie sagte, nur 16. Ein „herber Schlag” sei das gewesen. Die umgesetzen Maßnahmen umfassten den Amphibienschutz im Landkreis über Streuobst- und Biotoppflege, Pflege auf Feuchtflächen in Obernzenn sowie Entbuschungen bis hin zur Kopfweidenpflege in Illesheim, Gollhofen, Ergersheim und Deutenheim.

Auch eine rote Null enthält ihr Rechenschaftsbericht: Aufgrund von Mitteleinsparungen wurden 2024 und 2025 die Obstbäume im Rahmen des Streuobstpaktes nicht gepflegt. Jedoch verzeichnete sie im Jahr 2024 in diesem Bereich 764 Neupflanzungen und im Jahr 2025 waren es 747 Neupflanzungen. Zum Jahresende 2025 betrug der Kontostand rund 325.000 Euro.

Nicht glücklich mit der Priorisierung des Umweltministeriums

Für die Jahre 2025 und 2026 stellte Kerwagen die Priorisierung des Umweltministeriums vor, was beantragte Maßnahmen betrifft. Dabei gefiel es ihr nicht, dass Erst-Entbuschungen und Heckenpflege sowie mehrjährige Projekte und Flächenerwerb auf der Negativliste stehen. „Wir sind ein Heckenlandkreis”, sagte sie angesichts dieser „Negativliste”. Die Positivliste beinhalte dagegen zum Beispiel Streuobst- und Artenschutzmaßnahmen sowie den Ausbau des Biotopverbundes.

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Fürs laufende Jahr sind 25 Maßnahmen geplant. „Ich bin gespannt, ob alles genehmigt wird. Es steht uns zu”, betonte Kerwagen zu den Arbeiten, die bis ins Jahr 2027 ausgeführt werden sollen. Dazu zählen die Pflege am Langen Berg in Weigenheim, Arbeiten im Streuobstland in Lenkersheim und Ickelheim, die Wiederherstellung von Hutewäldern in Sugenheim und die Verbesserung des Lebensraumes des Steinkauzes. Ebenso auf der Agenda sind Heckenpflanzungen in Hemmersheim und die Wiederherstellung von Feuchtflächen.

Mit Beharrlichkeit und Herzblut

Der Vorsitzende des LPV – das ist im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim der Landrat – hielt die Lobrede zum Abschied. Im Jahr 2021 hatte Kerwagen im Stadion von Gutenstetten die Aufgabe übernommen. Mit großer Fachlichkeit, Beharrlichkeit und viel persönlichem Herzblut habe sie den LPV geprägt. „Wenn man über den Landschaftspflegeverband spricht, dann spricht man über weit mehr als nur Pflegepläne, Förderprogramme oder Biotopverbünde. Man spricht über Heimat und unsere Kulturlandschaft”, so Dr. Christian von Dobschütz

Dazu gehören nach Worten des Landrats Streuobstwiesen, Trockenrasen, Hecken, Wacholderhänge „und all das, was Frankens Mehrregion ausmacht und prägt”. Der Verband werde seit seiner Gründung im Jahr 1991 von Vertretern aus Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunen organisiert – ein wertvolles Miteinander. Diesen „Dreiklang“ habe Kerwagen nicht nur verwaltet, sondern gelebt. Dem LPV gehören derzeit 379 Privatpersonen, 39 Kommunen und 31 Verbände an.

Durch deren Arbeit wurden Lebensräume erhalten, Trockenbiotope gepflegt, Schäferei unterstützt, Streuobstbestände bewahrt und Biotope miteinander vernetzt. „Damit haben Sie ganz konkret dazu beigetragen, dass unsere Landschaft nicht nur schön aussieht, sondern auch ökologisch funktioniert – für Pflanzen, Tiere und kommende Generationen.”

Als besonderes Zeichen der Wertschätzung überreichten der stellvertretende Vorsitzende Joachim Fahsl und der Landrat zum Abschied einen Baum aus fränkischem Muschelkalk und wünschten ihr zum bevorstehenden Ruhestand alles Gute.

Biologin wird Nachfolgerin

Kerwagens Nachfolgerin Lisa Rauscher stellte sich kurz vor. Sie stammt aus dem Landkreis Ansbach und hatte in Würzburg Biologie und Biowissenschaften studiert. Seit 2021 arbeitet sie im Landratsamt. 2022 hat sie bereits den Bereich Trockenrasen und Schafbeweidung übernommen.

Über die Baumpflanzungen und Streuobstsortenwanderungen berichtete Antonia Zink im Rahmen des Projektes „Mehr Baamaland für Frankens Mehrregion”. Diese Aufgabe hatte zuvor Anna Rühl wahrgenommen.

Für 2027 plant der Landschaftspflegeverband laut Fahsl erneut umfangreiche Maßnahmen in den Bereichen Landschaftspflege, Streuobst, Offenlandpflege, Biotopverbund und Artenschutz. Im allgemeinen Haushalt sind Einnahmen und Ausgaben von jeweils rund 160.000 Euro vorgesehen. Für das Landschaftspflegeprogramm sind rund 360.000 Euro eingeplant. Weitere Mittel entfallen auf neue Projekte wie das Weinbergprojekt und das Beweidungsprojekt zum Fledermausschutz durch Kühe und eventuell Wasserbüffel mit rund 175.000 Euro, den Trockenbiotopverbund mit rund 50.000 Euro sowie das Ökokonto mit rund 15.000 Euro.

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