In Ansbach sollen nachts die Laternen ausgehen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 24.11.2023 17:31

In Ansbach sollen nachts die Laternen ausgehen

Ansbach bei Nacht: Trotz der geplanten Abschaltung der Laternen bleiben die Ausfallstraßen auch nach 23.30 Uhr beleuchtet. (Foto: Jim Albright)
Ansbach bei Nacht: Trotz der geplanten Abschaltung der Laternen bleiben die Ausfallstraßen auch nach 23.30 Uhr beleuchtet. (Foto: Jim Albright)
Ansbach bei Nacht: Trotz der geplanten Abschaltung der Laternen bleiben die Ausfallstraßen auch nach 23.30 Uhr beleuchtet. (Foto: Jim Albright)

Strom sparen, die Energiekosten niedrig halten und damit auch etwas für Umwelt und Gesundheit tun: Die frühzeitige Abschaltung der Straßenlaternen im Kern der Stadt entspricht diesen Komponenten und sorgt dennoch für reichlich Diskussionsstoff. Auf allen Ebenen.

Erst im September hatte der Umwelt- und Verkehrsausschuss des Stadtrates das lang umstrittene Thema mit einer Entscheidung abgeschlossen. Demnach ist vorgesehen, die Straßenbeleuchtung im gesamten Ansbacher Stadtgebiet zwischen 23.30 und 4.30 Uhr abgeschaltet zu lassen. Ein erster Testlauf in den Ortsteilen Wallersdorf, Dornberg und Käferbach verlief reibungslos, Unmutsbekundungen der Bevölkerung oder gar Proteste gegen die Maßnahme blieben aus.

Insofern war die Ausweitung der Abschaltung auf die Ortsteile Eyb, Schalkhausen und Elpersdorf im laufenden Jahr nur folgerichtig. Dank günstiger technischer Voraussetzungen – die Beleuchtung von Straßen und Wohngebieten sind über Steuermodule getrennt – war dort die Abschaltung schnell umzusetzen. Nun soll im Herzen Ansbachs ab spätestens 2025 nachgezogen werden.

Das Projekt spart schon jetzt eine ganze Menge Energie und damit auch Kosten ein. Baudirektor Jochen Büschl weiß das ganz konkret in Zahlen auszudrücken. Auf rund 240.000 Euro bezifferte Büschl die Einsparungen, alleine im Innenstadtbereich. Dazu kommen Einsparungen in Höhe von etwa 100.000 Euro aus den Ortsteilen, rechnet Hannes Hüttinger (BAP), der vor Jahren den Anstoß zu der Idee gab, vor.

Durchaus ein Posten in einem eng gestrickten Haushaltsjahr mit teils erheblichen Einschnitten in vielen Bereichen. Laut Hüttinger lassen sich die Kosten weiter senken, so müssen im Haushalt 2024 lediglich 600.000 Euro dafür aufgewandt werden – ein Drittel weniger, als zunächst vorgesehen.

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Mit der Taschenlampe auf dem Heimweg?

Doch in der jüngsten Bürgerversammlung lebte die Diskussion wieder auf, der sehr eindeutig ausgefallene Beschluss des Umwelt- und Verkehrsausschusses ist nun in Frage gestellt. Dort drückten einige Ansbacher ihren Unmut darüber aus, nach einem Gaststättenbesuch abends um 23 Uhr im Dunkeln den Nachhauseweg antreten zu müssen. „Fußgänger können ja eine Taschenlampe mitnehmen“, meinte Polizei-Chef Josef Mehringer im Hinblick auf das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger.

Im Februar nächsten Jahres muss sich der Umwelt- und Verkehrsausschuss nach dem Wunsch aus der Bürgerversammlung nochmals mit der frühzeitigen Abschaltung befassen. Oberbürgermeister Thomas Deffner (CSU), selbst kein Mitglied im Umwelt- und Verkehrsausschuss, hatte in der Versammlung klar gemacht, nicht hinter dem Beschluss zu stehen. Sämtlichen Vorteilen zum Trotz.

Dem Mehrheitsergebnis der Bürgerversammlung folgend, soll die Beleuchtung freitags und samstags von 2 bis 5 Uhr und sonntags bis donnerstags von 0.30 bis 4.30 Uhr abgeschaltet werden. „Wenn wir den Wunsch umsetzen, haben wir 58 Prozent weniger Einsparung“, erklärte Baudirektor Büschl im Rahmen der Haushaltsberatung. Konkret in Zahlen ausgedrückt: Statt der avisierten knappen Viertelmillion Euro bliebe lediglich ein Einsparpotenzial von 100.000 Euro für die Kernstadt.

Dabei ist derzeit vorgesehen, auch die Lichter am Rezatparkplatz ab 23.30 Uhr ausgehen zu lassen. „Ich bin fest überzeugt, dass die Kollegen hinter dem Beschluss stehen“, befürchtet Hannes Hüttinger in der nächsten Sitzung des Ausschusses im Februar keine Rolle rückwärts.


Florian Pöhlmann
Florian Pöhlmann
Nach der journalistischen Grundausbildung beim Fernsehen rief 1999 die große weite Welt des Sports, die ich in Nürnberg in nahezu allen Facetten kennenlernen und in verantwortlicher Position gestalten durfte. Erst der verlockende Ruf aus Ansbach und die Aussicht, im fortgeschrittenen Alter Neues zu wagen, sorgten ab 2021 für einen Neustart in der Lokalredaktion.
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