Bei einem Festakt im Ansbacher Onoldiasaal sind die neue Präsidentin des Ansbacher Landgerichts, Gaby Hofmeier, und der Leiter der Staatsanwaltschaft, Friedrich Weitner, in ihre Ämter eingeführt worden.
Gaby Hofmeier ist in der Geschichte des Ansbacher Landgerichts die erste Frau an der Spitze, wie Vizepräsident Claus Körner in seiner Ansprache feststellte. Das Landgericht habe in ihrer Vita bisher gefehlt – anscheinend habe sie gefürchtet, mit ihrer fröhlichen Lebensart nicht zu dem steifen Personal dort zu passen, vermutete er scherzhaft. Körner äußerte seine Hoffnung auf eine gute, vertrauensvolle und kollegiale Zusammenarbeit mit beiden.
„Es freut mich, dass auch einmal die Staatsanwaltschaft das letzte Wort hat“, sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Krach, der nach dem Richterkollegen Körner den zweiten Teil der Begrüßung übernahm. Er dankte Gaby Hofmeier für die gute Zusammenarbeit in den zurückliegenden beiden Jahren und lobte ihr empathisches, menschliches Auftreten als Leiterin der Staatsanwaltschaft. Dem neuen Mann an der Spitze versprach er: „Du übernimmst eine Behörde mit vielen engagierten Mitarbeitern.“
Als „zwei herausragende Persönlichkeiten“ bezeichnete der bayerische Justizminister Georg Eisenreich die beiden Ansbacher Juristen. Er würdigte ihre hervorragenden fachlichen Kenntnisse sowie ihr Einfühlungsvermögen und ihren Teamgeist.
„Frieden, Freiheit und Demokratie sind nicht selbstverständlich“, meinte Eisenreich. „Wir müssen unsere Demokratie Tag für Tag verteidigen.“ Dafür werde ein handlungsfähiger Rechtsstaat gebraucht. Er betonte, dass die Belastungen für die Justiz stark zugenommen haben und kündigte neue Stellen an, die in Bayern geschaffen werden sollen. Ein Schwerpunkt liege auf der Staatsanwaltschaft, die dringend Unterstützung brauche.
Der Leitende Oberstaatsanwalt Friedrich Weitner bekundete, dass er nach zahlreichen Stationen innerhalb der Justiz immer den Wunsch gehabt habe, zur Staatsanwaltschaft zurückzukehren. „Ich gehe es mit Elan an, aber auch mit Demut“, versprach der bisherige Direktor des Amtsgerichts in Neustadt. Unter den Gästen bei dem Festakt war Birgit Gründler, seine Nachfolgerin in Neustadt. Wichtig sei ihm eine gute Zusammenarbeit über alle Qualifikationsebenen hinweg, so Weitner. „Justiz kann nur funktionieren, wenn alle Räder ineinander greifen.“
Gedacht wurde des im Juli 2023 verstorbenen früheren Landgerichtspräsidenten Dr. Gerhard Karl. „Er hat einen Platz in dieser Feier verdient“, sagte Nachfolgerin Gaby Hofmeier. Seine Ehefrau Dr. Heike Karl schilderte die Verbundenheit ihres Mannes zu Ansbach und zur Justiz. Zuletzt wandte sie sich an Hofmeier: „Es war ihm ein besonderes Anliegen, dass Sie sein Amt weiterführen.“
Gaby Hofmeier dankte den Menschen, die sie „durchs Leben getragen, gefordert, aber auch gefördert haben“. Von der Leitung der Staatsanwaltschaft habe sie sich auch mit einem weinenden Auge verabschiedet, verriet sie. Gerade die Arbeit mit jungen, engagierten Staatsanwälten sei ihr immer eine besondere Freude gewesen. Sie vergaß auch nicht, den vielen anderen Justizangehörigen – vom Gerichtsvollzieher bis zum Wachtmeister an der Pforte – zu danken. Mit ihrer Arbeit leisteten diese einen wichtigen Beitrag, auch als Bindeglied zu den Bürgern. „Justiz ist für die Menschen da.“
Das Landgericht Ansbach umfasst die Bezirke der Amtsgerichte Ansbach und Weißenburg. Wie die Ansbacher Staatsanwaltschaft ist es damit für die Stadt Ansbach sowie der Landkreise Ansbach und Weißenburg-Gunzenhausen zuständig. Den musikalischen Rahmen für die Amtseinführungen gestalteten zwei Duos: Ulrike Koch begleitete am Klavier den Gesang von Schauspielerin Atischeh Hannah Braun. Felix Weitner, Sohn von Friedrich Weitner, spielte Trompete. Er wurde von Karlo To am Klavier begleitet. Unter dem Motto „Wir machen es gemeinsam“ sorgten die Hauptpersonen am Schluss noch für eine Überraschung. Friedrich Weitner griff selbst zur Trompete, Gaby Hofmeier zum Saxofon. Gemeinsam musizierten sie „Fly me to the moon“. Na, wenn das kein Ziel ist.