Nach einer großangelegten Razzia in mehreren Gastro-Betrieben in Westmittelfranken sitzt ein Mann aus dem Raum Ansbach weiterhin in Untersuchungshaft. Rund um die Durchsuchungen ist allerdings vieles anders, als es auf den ersten Blick scheint.
Denn wie die zuständige Staatsanwaltschaft Ansbach auf FLZ-Nachfrage erklärt, handelt es sich bei dem Verhafteten nicht etwa um einen Gastronomen. Stattdessen sei der Mann ein Bauunternehmer. Ihm werden laut Oberstaatsanwalt Jonas Heinzlmeier Hinterziehung von Sozialabgaben und das gewerbsmäßige Einschleusen von Ausländern vorgeworfen. Auf letzteres steht im Fall einer Verurteilung eine Mindeststrafe von einem Jahr Gefängnis.
Wie Heinzlmeier erklärt, soll sich der Mann darauf spezialisiert haben, Restaurants umzubauen. Im Zuge dieser Baumaßnahmen sollen die illegal eingeschleusten Ausländer beschäftigt worden sein.
Im Zuge der Razzia am vergangenen Mittwoch wurden zahlreiche Objekte in Deutschland durchsucht. Dem gingen Ermittlungen der Ansbacher Staatsanwaltschaft und des Hauptzollamts Nürnberg voraus. Durchforstet wurden zwei Lokale in Ansbach, eines in Bad Windsheim sowie sechs weitere Restaurants in Gunzenhausen, im Nürnberger Land, in Oberbayern, Schwaben, Oberfranken und Baden-Württemberg. Die Gastrobetriebe haben teils unterschiedliche Betreiber. Die Lokale seien laut Heinzlmeier jeweils von der Firma des Verhafteten umgebaut worden.
Hinzu kamen neun Wohnungen, darunter auch eine in Berlin. Weitere Kontrollen gab es in einem Lebensmittel-Shop in Ansbach und in einem Lager in Bechhofen.
Dabei sind allerdings zwei „Komplexe” zu trennen, wie Heinzlmeier betont. Zum einen ging es darum, Beweise gegen den Bauunternehmer zu finden. Allerdings absolvierte der Zoll im selben Zug auch steuerrechtliche Routine-Kontrollen. Inwieweit zwischen den Lokalen und den Tatvorwürfen Zusammenhänge bestehen, „muss geklärt werden”, sagt Heinzlmeier.
Die Auswertung des dabei sichergestellten Materials dürfte nun einige Zeit in Anspruch nehmen. Ob die Unterlagen den Verdacht der Steuerermittler erhärten, kann Heinzlmeier derzeit noch nicht einschätzen. Ins Visier geriet der Tatverdächtige „durch routinemäßige Überprüfungen des Hauptzollamtes”.