Explosion mit 15 Verletzten - Tatverdächtiger in U-Haft | FLZ.de

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Veröffentlicht am 01.04.2023 15:46

Explosion mit 15 Verletzten - Tatverdächtiger in U-Haft

Nach der schweren Explosion in Eschweiler hat die Polizei einen tatverdächtigen Mann festgenommen. (Foto: Thomas Banneyer/dpa)
Nach der schweren Explosion in Eschweiler hat die Polizei einen tatverdächtigen Mann festgenommen. (Foto: Thomas Banneyer/dpa)
Nach der schweren Explosion in Eschweiler hat die Polizei einen tatverdächtigen Mann festgenommen. (Foto: Thomas Banneyer/dpa)

Wegen der Explosion in einem Wohn- und Geschäftshaus im Zentrum von Eschweiler sitzt ein tatverdächtiger Mann nun in Untersuchungshaft. Dem 21 Jahre alten Deutschen werden unter anderem versuchter Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in 15 Fällen und besonders schwere Brandstiftung vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft Aachen am Samstag mitteilte. Über Motive und Hintergründe machten die Ermittler keine Angaben.

Von den 15 Verletzten seien vier in Krankenhäuser gekommen, zwei von ihnen mit lebensgefährlichen Verletzungen. Einem schwer verletzten zwei Monate alten Baby gehe es inzwischen besser, erklärte die Staatsanwaltschaft. Der Tatverdächtige war bereits am Freitag, einen Tag nach der Explosion, festgenommen worden.

Die Detonation in dem vierstöckigen Wohn- und Geschäftsgebäude hatte schwere Verwüstungen angerichtet. Ein ganzer Straßenzug war mit Scherben von Schaufenstern und Trümmern übersät. Menschen mussten aus oberen Stockwerken gerettet werden. Bis zu 25 Ladenlokale sind betroffen. „Die Straße ist für Fußgänger freigegeben, die Anwohner können wieder in Ihre Häuser zurück“, sagte ein Stadtsprecher am Sonntag.

„Die Stadt steht wirklich unter Schock“

Für die Eschweiler ist die Explosion das zweite Unglück in kurzer Zeit. Das Juli-Hochwasser 2021 hatte die Innenstadt hoch unter Wasser gesetzt, auch die Straße mit der Explosion war betroffen. Teils hatten Geschäftsleute ihre Läden erst vor kurzem wieder geöffnet. „Die Stadt steht wirklich unter Schock“, berichtete Bürgermeisterin Nadine Leonhardt im Sender WDR 5. Nach der Hochwasserkatastrophe sei man nun in der nächsten Krise. Die 56 000-Einwohner-Stadt richtete zwei Hotlines ein: eine für Geschäftsleute, die andere für Betroffene und Helfer.

Am Ort der Explosion zog die Feuerwehr am Samstagabend die letzten Kräfte ab. Es werde geprüft, ob das betroffene Haus einsturzgefährdet sei, sagte ein Sprecher. Das Erdgeschoss wurde mit Stützen gesichert. Zahlreiche Läden im Umfeld waren mit Holzbrettern zugenagelt. Für die Entsorgung von Trümmern stand ein Container bereit.

Kein Anwohner sei obdachlos, erklärte der Stadtsprecher. Teils seien Verletzte noch im Krankenhaus. Die anderen Anwohner seien alle untergekommen. Die Staatsanwaltschaft machte mit Verweis auf die Privatsphäre der Betroffenen keine weiteren Angaben zu Verletzten.

© dpa-infocom, dpa:230401-99-173221/4


Von dpa
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