Veröffentlicht am 30.09.2022 11:59

Erneut Lkw-Straßensperren als Reaktion auf Blockabfertigung

Ein Verkehrsschild mit der Aufschrift „Kufstein Staugefahr LKW-Blockabfertigung“ steht in den frühen Morgenstunden auf der Autobahn A8. (Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild)
Ein Verkehrsschild mit der Aufschrift „Kufstein Staugefahr LKW-Blockabfertigung“ steht in den frühen Morgenstunden auf der Autobahn A8. (Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild)
Ein Verkehrsschild mit der Aufschrift „Kufstein Staugefahr LKW-Blockabfertigung“ steht in den frühen Morgenstunden auf der Autobahn A8. (Foto: Peter Kneffel/dpa/Archivbild)

Als Reaktion auf die Blockabfertigung in Tirol will Bayern im Oktober erneut Straßen abseits der bayerischen Autobahnen für den grenzüberschreitenden Lastwagen-Verkehr sperren. Am 4. und vom 10. bis zum 13. Oktober solle auf diese Weise verhindert werden, dass Lkw die Staus umfahren könnten, teilte die bayerische Staatsregierung am Freitag in München mit.

„Die Zustände im Inntal konnten wir nicht länger hinnehmen. Um den Menschen wieder mehr Lebensqualität zurückzugeben, haben wir im Juli erstmalig die Sperrungen der Landstraßen für den Transit-Schwerlastverkehr an Tagen der Blockabfertigung gemeinschaftlich durchgesetzt“, sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU). Die Maßnahme habe sich bewährt und solle daher erneut an den besagten Tagen für eine Entlastung der Anwohnerinnen und Anwohner sorgen.

Am 25. Juli war erstmalig die Abfahrt des Transit-Schwerlastverkehrs von den Autobahnen A8 und A93 zur Umgehung des Staus an der deutsch-österreichischen Grenze verboten worden. Bayern bezeichnete die Aktion als „Notmaßnahme“, um die seit Jahren unter dem Ausweichverkehr leidenden Menschen im Inntal zu entlasten.

„Die Durchsetzung der Abfahrverbote und die damit verbundenen Kontroll- und Verkehrsmaßnahmen obliegen der Bayerischen Polizei“, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Er appelliert an alle Lkw-Fahrer, die Abfahrtsverbote unbedingt einzuhalten. Die Polizei werde die Einhaltung konsequent kontrollieren. „Bei Verstößen muss der Lkw umkehren und es drohen Geldbußen.“

Seit Ende Juli 2022 weisen Schilder entlang der beiden Autobahnen die Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer darauf hin, dass für Lkw ab 7,5 Tonnen ein Ausweichen auf die Landstraßen und damit das Umgehen des Staus auf der Autobahn bei Blockabfertigung nicht mehr erlaubt ist. Die Straßenverkehrsbehörden sperren damit auch bei der bevorstehenden Blockabfertigung am 4. Oktober die relevanten Straßen in den Landkreisen Miesbach, Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land teilweise bereits ab den Autobahnanschlussstellen für den grenzüberschreitenden Lkw-Verkehr. Betroffen ist das nachgeordnete Straßennetz ab den Autobahnausfahrten.

Die Maßnahme habe bei der Blockabfertigung am 25. Juli 2022 sehr gut gewirkt, hieß es weiter. Daher sollen die Sperrungen auch künftig an Tagen mit Blockabfertigung an der deutsch-österreichischen Grenze fortgesetzt werden. Das bedeutet für den Transit-Schwerlastverkehr, dass er auf der Autobahn bleiben muss.

Hintergrund des Ganzen ist ein seit Jahren schwelender Streit zwischen Bayern und Tirol. Um die zum Brenner führende Inntalautobahn zu entlasten, hat das österreichische Bundesland in diesem Jahr an mehreren Dutzend Tagen die Einreise für Lastwagen beschränkt - am Grenzübergang Kufstein/Kiefersfelden dürfen dann pro Stunde höchstens etwa 300 aus Deutschland kommende Lkw einreisen. Gegebenenfalls wird der Schwerverkehr auch völlig zum Erliegen gebracht. Dies führt regelmäßig zu Staus bis ins Münchner Umland - und zu teilweise chaotischen Zuständen in Gemeinden entlang der Autobahn in Bayern.

Eine denkbare Lösung für eine andere Lenkung des Verkehrs könnte eine höhere Maut auf der Brenner-Strecke sein - diese könnte helfen,den Lastverkehr auf andere Routen zu verlagern. Bayern, Tirol und Südtirol hatten sich schon vor längerem dafür ausgesprochen - eine Lösung ist hier aber nicht in Sicht.

© dpa-infocom, dpa:220930-99-956427/3

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