So könnte das Windenergiegebiet bei Ipsheim aussehen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 10.04.2024 19:00

So könnte das Windenergiegebiet bei Ipsheim aussehen

Vom Standort Eichelberg Ortsrand sind die digital simulierten Windräder am deutlichsten zu erkennen. Foto/digitale (Visualisierung: Manfred Ostermeier)
Vom Standort Eichelberg Ortsrand sind die digital simulierten Windräder am deutlichsten zu erkennen. Foto/digitale (Visualisierung: Manfred Ostermeier)
Vom Standort Eichelberg Ortsrand sind die digital simulierten Windräder am deutlichsten zu erkennen. Foto/digitale (Visualisierung: Manfred Ostermeier)

Im Hohenecker Forst beim Ipsheimer Ortsteil Eichelberg könnten mehrere Windräder entstehen. An diesem Vorhaben festzuhalten, hatte der Gemeinderat in der Vergangenheit beschlossen. Nun wurde ein Visualisierungsgutachten erstellt, das zeigt, inwieweit die Anlagen von verschiedenen Standorten aus sichtbar wären.

Ursprünglich hatte die Gemeinde zwei Windkraft-Projekte verfolgt, erläuterte Bürgermeister Stefan Schmidt in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Das eine, das auf einer Fläche im Bereich Kaubenheim, Berolzheim und Rüdisbronn angedacht war und mit der Stadt Bad Windsheim realisiert werden sollte, musste aufgegeben werden. Das regte der regionale Planungsverband an, denn „die Aussicht auf Erfolg war gleich Null“, sagte Stefan Schmidt.

Zehn Gäste besuchten dieses Mal die Sitzung

An der Potenzialfläche im Hohenecker Forst bei Eichelberg halte man weiter fest. Der ganze Prozess laufe grundsätzlich über die Bayerischen Staatsforsten. Einige Ortsteilbürger hatten allerdings massive Bedenken geäußert, weshalb das Visualisierungsgutachten in Auftrag gegeben wurde. Dieses stellte Windkümmerin Tabea Roser von der Energieagentur Nordbayern GmbH dem Gremium und zehn Gästen vor, die zur Sitzung gekommen waren. Sie vertrat damit den bei den Räten schon bekannten, bei der Sitzung jedoch entschuldigten, „Windkümmerer“ Erich Maurer.

Ausgehend von mehreren Standorten im Gemeindegebiet wurden die Windräder visualisiert, um die zu erwartende Beeinträchtigung deutlich zu machen. Da die Räder von einigen Stellen gar nicht sichtbar waren, sparte man sich in diesen Fällen die bildliche Darstellung gleich von vornherein.

Dargestellt wurden Anlagen mit 7,2 Megawatt, die aktuelle „Top-Leistungsklasse“, so Roser. Diese hätten eine Nabenhöhe von 175 Meter, der Rotordurchmesser betrage 172 Meter. Das sei quasi das „Worst-Case-Szenario“, aber eben realistisch, da diese großen Anlagen oft gebaut werden, um mithalten und eine gewisse Windschicht erreichen zu können.

Vier Blickwinkel wurden untersucht

Angeschaut wurden letztlich vier Blickwinkel: vom Parkplatz Burg Hoheneck, von Holzhausen aus, von der Eichelberger Ortsmitte sowie vom Eichelberger Ortsrand, wobei beim letztgenannten die Räder am sichtbarsten waren. Zu jedem hatte die Windkümmerin Videosequenzen dabei, die einen Eindruck vermitteln sollten.

Ob andere, eingebrachte Standorte für die Windräder gar nicht begutachtet worden waren, fragte Martin Kreiselmeier, Gemeinderat aus Eichelberg. Nein, denn die Visualisierung machte man nur für den einen Standort, weil dieser realisierbar ist, so Tabea Roser.

Versetzung der Windräder noch immer möglich

Die genauen Standorte und Anzahl der Windräder sei wiederum noch nicht fix. „100 Prozent fest ist das erst nach der Genehmigung“, erklärte Roser. Es könne durchaus passieren, dass sie noch mal ein Stück versetzt werden müssten, wenn beispielsweise ein Brutvogel im angedachten Bereich auftaucht.

Ein weiterer Grund kann das Militär sein. Das habe grundsätzlich signalisiert, dass die angedachte Fläche im Hohenecker Forst kein Problem darstelle, erklärte Stefan Schmidt. Möglicherweise müsse man sich bei der Höhe der Räder dennoch etwas an die Flug-Belange anpassen.

Stellungnahme der Standortkommune habe hohes Gewicht

Roser informierte auch über das weitere Vorgehen bei der Fortschreibung des Teilkapitels Windenergie des Regionalplans, für das die Ipsheimer Pläne ebenfalls eine Rolle spielen. Dr. Rainer Fugmann, Beauftragter vom Regionalen Planungsverband Westmittelfranken, sei bereits sehr weit mit seinem Vorschlag.

Dieser Prozess werde in den nächsten Monaten beginnen. Der Vorschlag werde in den regionalen Planungsverband eingebracht. In einem Beteiligungsverfahren können sich Kommunen, aber auch Bürger zu Wort melden. Das wiederum würde dann analysiert. „Dann entscheidet der Planungsverband, ob der Regionalplan so beschlossen wird, oder ob es Änderungen gibt.“ Die Stellungnahme der Standortkommune habe dabei ein hohes Gewicht.

Quote muss erfüllt werden

Hinzu komme, dass Bayern bis 2032 mindestens 1,8 Prozent seiner Fläche für Windkraft zur Verfügung stellen muss, sagte Roser. In der Region habe man nicht viel Spielraum. Bestehende Anlagen zählen mit in die Berechnung hinein. Vorrangflächen fallen dabei mehr ins Gewicht als Windräder auf Bauleitplanung.

Wird eine bestimmte Zahl an Anlagen im Landkreis gebaut, erfülle man die Quote, so Stefan Schmidt. Dann bleiben die Kommunen Herr des Verfahrens. Wenn nicht könnten Anlagen überall entstehen – ohne das Mitspracherecht der Gemeinden. Momentan scheine es aber so, dass man die 1,8 Prozent erreichen könne – sofern Fugmanns Vorschlag so durchgeht.


Anna Franck
Anna Franck
Redakteurin in Bad Windsheim
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