Bald neue Energie aus luftiger Höhe bei Dietenhofen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 05.09.2024 12:37

Bald neue Energie aus luftiger Höhe bei Dietenhofen

Der Bau der Windkraftanlagen bei Dietenhofen-Herpersdorf ist gut vorangekommen und seit Kurzem abgeschlossen. Ende Oktober soll der Windpark, zu dem auch zwei baugleiche Anlagen bei Neuhof-Hirschneuses gehören, in Betrieb genommen werden. (Foto: Yvonne Neckermann)
Der Bau der Windkraftanlagen bei Dietenhofen-Herpersdorf ist gut vorangekommen und seit Kurzem abgeschlossen. Ende Oktober soll der Windpark, zu dem auch zwei baugleiche Anlagen bei Neuhof-Hirschneuses gehören, in Betrieb genommen werden. (Foto: Yvonne Neckermann)
Der Bau der Windkraftanlagen bei Dietenhofen-Herpersdorf ist gut vorangekommen und seit Kurzem abgeschlossen. Ende Oktober soll der Windpark, zu dem auch zwei baugleiche Anlagen bei Neuhof-Hirschneuses gehören, in Betrieb genommen werden. (Foto: Yvonne Neckermann)

Der Dietenhofener Teil des entstehenden Bürgerwindparks Frankenhöhe ist bereit, ans Netz zu gehen. Die zwei Windkraftanlagen des Typs Vestas V162 mit einer Gesamthöhe von 250 Metern und einer Nennleistung von 6,2 Megawatt wurden Ende August fertiggestellt.

Damit der erzeugte Strom eingespeist werden kann, muss jedoch auch der neue, 63 Megavoltampere (MVA) starke Großtransformator am Umspannwerk Neudorf betriebsbereit sein, den der Windkraft-Projektierer, die Firma Wust Wind und Sonne aus Markt Erlbach, auf eigene Kosten errichtet. Wie das Unternehmen mitteilt, wird damit noch im Oktober gerechnet.

Abstimmung mit dem Netzbetreiber

„Der Trafo ist bereits aufgebaut, allerdings fehlen noch die Verkabelung und die Anschlüsse an die 110-Kilovolt-Hochspannungsleitung auf der einen und an die 20-Kilovolt-Mittelspannungsleitung auf der anderen Seite“, informiert Arno Weber, Bauleiter des Bürgerwindparks Frankenhöhe, zu dem auch zwei baugleiche Anlagen bei Neuhof-Hirschneuses gehören.

Für die Inbetriebnahme ist die Abstimmung mit dem Netzbetreiber N-Ergie Netz erforderlich, der ebenfalls in den Ausbau des Umspannwerks Neudorf und der örtlichen Netzinfrastruktur investiert.

Die Arbeiten an den Windkraftanlagen sind seit dem Aufbau des aus Betonelementen bestehenden, unteren Teil des Mastes und der Anlieferung der 80 Meter langen Rotorblätter im Frühjahr zügig vorangekommen. Durch die Montage von drei Stahlrohrsegmenten wurde die finale Masthöhe von 169 Metern erreicht.

Aufzug und Leitern im Innern

Im Innern wurden die Bauwerke unter anderem verkabelt, mit Schaltschränken ausgestattet sowie mit einem Aufzug und Leitern begehbar gemacht. Ein Spezialkran hob schließlich das Maschinenhaus mit dem Getriebe und dem Generator, die Nabe und zuletzt die Rotorblätter in luftige Höhen. Mitte September werden voraussichtlich auch beide Anlagen bei Hirschneuses betriebsbereit sein, an denen aktuell noch einige Restarbeiten durchgeführt werden.

Nach Firmenangaben verliefen die Bauarbeiten seit dem Startschuss zum Jahresanfang störungsfrei und ohne Personenschäden. „Es kam nur zu wetterbedingten Verzögerungen von einigen Tagen. Das ist aber bei so einem Vorhaben normal“, so Weber. Mit dem Bautempo nicht schritthalten konnte die Ausstattung der Anlagen mit der bedarfsgesteuerten Nachtkennzeichnung (BNK), die eigentlich mittlerweile verpflichtend ist.

Nachrüstung wohl erst im Frühjahr 2025

Da deutschlandweit jedoch innerhalb eines kurzen Zeitraums eine Vielzahl bestehender Anlagen nachgerüstet werden müssen, kommt der Bürgerwindpark Frankenhöhe nach Webers Einschätzung voraussichtlich erst im Frühjahr 2025 an die Reihe. Bis dahin blinken die Warnlichter an den Anlagen demnach nicht nur, wenn sich Flugzeuge, Hubschrauber oder weitere, mit Transpondern ausgestattete Fluggeräte nähern, sondern dauerhaft.

Wie der Energieversorger N-Ergie mitteilt, liegen auch die Arbeiten zum Ausbau des Umspannwerks Neudorf im Zeitplan. Statt zwei Großtransformatoren mit einer Leistung von je 40 Megavoltampere (MVA) will der Netzbetreiber N-Ergie Netz dort künftig drei Anlagen mit einer Leistung von je 63 MVA betreiben.

Erneuert werden außerdem die 20-Kilovolt- und die 110-Kilovolt-Schaltanlagen. Rechnung getragen wird dadurch dem Ausbau der erneuerbaren Energien und den damit zusammenhängenden, steigenden Anforderungen an die Netzkapazität. Die Errichtung des erforderlichen, neuen Betriebsgebäudes ist abgeschlossen, sodass nach Unternehmensangaben darin im Laufe des Monats September die neue 20-Kilovolt-Schaltanlage aufgebaut werden kann.

Parallel laufen die Arbeiten für den sukzessiven Umbau der 110-Kilovolt-Schaltanlage. Bis Ende 2025 soll der komplette Umbau weitestgehend abgeschlossen sein.


Von Yvonne Neckermann
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