„Obermögersheim hat schon genug Windräder“, ist der Wassertrüdinger Stadtrat Stefan Zinsmeister (CSU) überzeugt. Er bezog sich damit in der Stadtratssitzung auf die Vorinformation des Regionalen Planungsverbands Westmittelfranken zur Ausweisung von Windenergiegebieten.
Mit einem Rechtsstreit hatte sich die Stadt Wassertrüdingen (Landkreis Ansbach) erfolgreich gegen eine Windkraftanlage am Rastberg gewehrt, aber nach der vorliegenden Planung rückt nun ein Vorranggebiet östlich an Obermögersheim heran. „Der jahrelange Kampf gegen das Windrad war somit vergebens“, äußerte Zinsmeister frustiert.
Bürgermeister Stefan Ultsch (SPD) versuchte, zu beschwichtigen. Es handele sich lediglich um eine Vorinformation. Wenn die Pläne offiziell veröffentlicht werden, werde sich der Rat damit intensiv beschäftigen, versicherte er. Voraussichtlich sei das in der kommenden Sitzung der Fall. Der Druck des Planungsverbands zur Ausweisung von Vorrangflächen sei hoch, ergänzte Ultsch.
Stadtbaumeister André Schultz erläuterte, dass das Vorranggebiet überwiegend im Gemeindegebiet von Gnotzheim im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen liege, aber auch einen westlichen Ausläufer in Richtung Obermögersheim aufweise. Für Jörg Edelmann (SPD/Offene Liste) gilt es jetzt, „Zeichen zu setzen“. Wenn die Windkraftnutzung komme, so Michael Dommel (Grüne), müsse unbedingt auf eine Bürgerbeteiligung gesetzt werden.
In diese Thematik spielte auch die siebte Änderung des Flächennutzungsplans (FNP) der Stadt Wassertrüdingen hinein, die wegen Verfahrensfehlern bei der öffentlichen Auslegung, umweltrelevanten Informationen und beim Feststellungsbeschluss wiederholt werden muss. Zinsmeister warb auch hier um Beachtung der Windenergieflächen. Bei der Gegenstimme des Obermögersheimer Stadtrats wurde die erneute Auslegung beschlossen.
Mehrheitlich zugestimmt wurde der Bauleitplanung für das Sondergebiet „Solarpark am Sohläcker“ zwischen Schobdach und Geilsheim mit einem räumlichen Geltungsbereich von knapp sieben Hektar. Parallel erfolgt die Änderung des Flächennutzungsplans. Zustimmung signalisierte CSU-Fraktionsvorsitzender Peter Wittmann. Katharina Bucher berichtete von einer kontroversen Abwägung zwischen Nahrungsmittel- und Energieproduktion, die in ihrer Fraktion stattgefunden habe und Michael Dommel sah den Vorteil, dass die Ackerfläche 20 Jahre brachliege und sich der Boden erholen könne. Er drängte auch auf Beachtung der Eingrünung des Areals.