„Jede Lebenszeit beherbergt eine Botschaft des Alters.“ Mit treffenden Worten stimmte Pfarrer Michael Wildhauer am Mittwoch die Besucher im Rahmen seiner Andacht auf den, im Kur- und Kongress-Center stattfindenden 22. Seniorentag in Bad Windsheim ein.
„Alt sein ist meist eine Rückschau auf ein Leben, geprägt von Freude, Erlebtem, aber auch auf Zeiten, in welchen das Dasein älterer Menschen von Enttäuschungen und Leid bestimmt wurde. Obwohl man die eigenen Schwächen kennt, lohnt es sich“, sagte der katholische Geistliche von Sankt Bonifaz, „gerade im fortgeschrittenen Alter, den Blick auch nach vorne zu richten.“
Unterstützung hierbei bietet seit mehr als 25 Jahren der Seniorenrat der Stadt Bad Windsheim an. Ziel der Gemeinschaft, die sich seit 1999 „eingetragener Verein“ nennen darf und die zwischenzeitlich mehr als hundert Mitglieder in ihren Reihen hat, ist es, wie die Vorsitzende Erika Reichert bei ihrer Begrüßung betonte: „Den älteren Bürgern der Stadt, jedoch auch jenen aus dem Bad Windsheimer Umland, ein Angebot zu machen, welches nicht nur Informationen liefert und die Gemeinschaft fördert, sondern gleichzeitig auch unterhaltsam und kurzweilig ist.“
„Für die Stadt Bad Windsheim zählt der Seniorentag zu jener Reihe von Veranstaltungen, die das Leben in der Kurstadt prägen“, würdigte Rainer Volkert, Senior im Stadtrat, das große Engagement des Seniorenrates. „Menschen mit Lebenserfahrung sind ein unverzichtbarer Teil der Gesellschaft, auf deren Wissen man nicht nur im Rathaus der Stadt baut und setzt.“
Auf dem Weg, barrierefrei zu werden, wurde etwa jüngst eine Rollator-Trasse durch die Bad Windsheimer Altstadt angelegt. Der altersgerechten Betreuung und Unterstützung von Senioren hat sich zudem der Landkreis verschrieben. „Wir richten unser Augenmerk nicht nur auf den Erhalt unserer Kliniken und auf eine flächendeckende Versorgung mit Ärzten, sondern legen Wert darauf, dass gerade in unserem Flächenlandkreis alles Erdenkliche für die Mobilität älterer Menschen getan wird“, sagte Landrat Dr. Christian von Dobschütz bei der Veranstaltung.
Er ist sich der Problematik des öffentlichen Nahverkehrs durchaus bewusst ist und appellierte: „Probieren sie das NEA-Mobil aus!“ Der Weg von zu Hause, zu welchem Ziel auch immer, werde nicht nur einfacher, sondern weit bequemer. Gelegenheit, sich über den Gebrauch des NEA-Mobils zu informieren, bot sich im Außenbereich des KKC.
Im Mittelpunkt der Ausstellung im Inneren: Pflegeoptionen diverser Seniorenheime, Modelle der Nachbarschaftshilfe oder Angebote von Sozialverbänden; zudem technische Unterstützung, wenn körperliche Leistungen, ob beim Gehen oder Sehen, eingeschränkt sind.
Der Orthopäde Dr. Dieter Gärtner ließ den Vormittag mit Tipps unter der Überschrift: „Wie lange dauert ein Menschenleben“ oder „Wie kann ich Lebensjahre dazugewinnen?“ ausklingen. Im Verlauf des Nachmittags kam die Geselligkeit zu ihrem Recht. Auf der Bühne: „Die Diedschi“ mit „frängischen G´schichtla“ sowie das feurige Würzburger Flamenco Duo „Agua und Vino“.