Eine gute Stunde redete Bürgermeister Jürgen Heckel beim Neujahrsempfang der Stadt Bad Windsheim. Dabei ging er auf viele Projekte ein, vergaß aber nicht, gelegentlich kleine Seitenhiebe auszuteilen, schließlich ist ja Wahlkampf. Manchen Äußerungen folgte ein leises Raunen oder zartes Hoho-Lachen.
Viele Hände schüttelte Jürgen Heckel im Eingangsbereich des Kur- und Kongress-Centers. Gut behütet von der Stadtwache und unter der Obhut des Nachtwächters.
Das Defilee der Gästeschar ging weiter, denn es warteten noch die Frau von Heckel, Dr. Annette Volkamer, sowie Birgit Grübler (Geschäftsführerin der Kur-, Kongress- und Touristik GmbH). „des Bürgermeisters Töchterlein“ Dajana Pissors, stellvertretende Bürgermeisterin Alexandra Horst und dritter Bürgermeister Ronald Reichenberg. Ob der vielen Besucher und Besucherinnen harrten die Musizierenden des Spielmanns- und Fanfarenzugs im Saal geduldig auf ihren Einsatz. Auch die Sternsinger machten ihre Aufwartung.
Heckel gab sich von Anbeginn selbstbewusst ob der von ihm aufgezählten Projekte. Seit knapp sechs Jahren sei er Bürgermeister und „in diesen sechs Jahren hat die Stadt sich mehr entwickelt als in den 15 Jahren zuvor“. Damit meinte er nicht nur die Landesgartenschau.
Heckel bekannte, dass der Bahnhof sein absolutes Herzensprojekt sei. Denn es sei umgesetzte Inklusion, gelebte Willkommenskultur. Bis alles in die richtigen Bahnen gelenkt werden konnte, habe es viel Trara um die Genehmigung durch die Bahn gegeben, erinnerte Heckel, weswegen man als Bürgermeister schon einmal vom Glauben abfallen könne.
Fünf Millionen Euro investiere man in die Sanierung der Objekte Klosterchor und Husarengasse mit dem Haus der Vereine. Er dankte Sabine Detsch für ihren unermüdlichen Einsatz dazu. Denn damit könne endlich kleinen Vereinen, Selbsthilfegruppen und anderen gesellschaftlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern ein Zuhause geben.
Baumaßnahmen behinderten Anwohner, gestand Heckel ein. Es gebe schönere Termine, als Anwohnern sagen zu müssen, welche Einschränkungen oder Kosten auf sie zukämen. Bei der Johanniterstraße sehe man es aktuell, dass die Baustelle für die Anwohner eine Zumutung sei, wie jede Baustelle. Aber wenn die 5,2 Millionen Euro in der Johanniterstraße verbaut sind, werde es ein neues Stück Lebensqualität geben, versprach Heckel.
Gebaut wird nicht nur in der Stadt, sondern auch in den Ortsteilen. 8,8 Millionen Euro seien in Ickelheim in Kanalisation, Flurneuordnung und Ortsverbindungsstraße investiert worden. In Lenkersheim seien es 1,5 Millionen Euro in den Kanal gewesen. Wenn man das schon vor zehn Jahren mitgemacht hätte, hätte 2025 die Straßendecke nicht wieder unnötig beschädigt werden müssen, schaltete Heckel kurz in den Wahlkampfmodus.
2,2 Millionen Euro seien im Heimgartenweg und im Gipserweg investiert worden. Rund fünf Millionen Euro werden in Külsheim verbaut. Die Nürnberger Straße erwähnte Heckel ebenso wie den Lückenschluss beim Radweg nach Wiebelsheim. Letzterer sei mit 100 Prozent Zuschuss gebaut worden. „In Ruhe verhandeln und nicht immer mit Eilanträgen und Sondersitzungen die Leute verrückt machen“, meinte Heckel dazu.
Beim Thema Energieversorgung hob er das Nahwärmenetz Lenkersheim als Pionierleistung hervor. In der Kernstadt werde noch über Konzepte diskutiert, während die Ortsteile Külsheim, Berolzheim und Wiebelsheim längst weiter seien.
Nachdem es laut Heckel seit über zehn Jahren keine Entwicklung in Richtung eines neuen Baugebiets gegeben habe, sei ein solches nun in der Verlängerung der Bodenfeldstraße geplant,
Heckel benannte die Investitionen in die Feuerwehren und lobte deren Leistung, was mit Applaus quittiert wurde. Ebenso würdigte er das Ehrenamt.
Ein Pfund, mit dem Bad Windsheim wuchern könne, sei der Kurpark. Und damit war Heckel bei der Landesgartenschau, die er als „Katalysator für eine neue touristische Epoche“ bezeichnete. Der reine Kurpark wandele sich zu einem Wohlfühlort für Jung und Alt. Zudem werde die Landesgartenschau die erste, bei der man mit dem Tagesticket im VGN-Bereich kostenlos fahren könne.
Beim Thema Stadtrat betonte Heckel die Bedeutung der Ortsteilbeauftragten, die Mitarbeit auch kleinerer Gruppierungen in Form der Fraktionsarbeit und die Möglichkeit von Bürgerfragen.
Viele Fragen habe er zum Schnee bekommen. Doch die Kollegen von Bauhof und Stadtgärtnerei könnten nicht überall gleichzeitig sein. Was ihn entsetze, sei die Verrohung und Hetze in den sozialen Medien.