Die St.-Marien-Kirche in Markt Bibart ist als Postkartenmotiv bekannt – doch ihr eigentlicher Schatz verbirgt sich im Inneren: die historische Seuffert-Orgel. Die katholische Kirchenstiftung will das Instrument nun sanieren lassen. Ob die Gemeinde sich finanziell beteiligt, ist allerdings noch offen. Der Rat hat die Entscheidung vertagt.
Die Orgel zählt zu den bedeutenden Zeugnissen fränkischer Orgelbaukunst. Johann Philipp Seuffert, Orgelbauer am Würzburger Hof, schuf das Instrument im Jahr 1760. 1875 baute der Nürnberger Orgelbauer August Bittner es ergänzend um. Bemerkenswert: Die originalen barocken Pfeifen sind bis heute erhalten. Viele vergleichbare Orgelpfeifen wurden im Laufe der beiden Weltkriege als Rüstungsmaterial eingeschmolzen – die Markt Bibarter blieben verschont.
Spielbar ist die Orgel seit Jahrzehnten nicht mehr. Genau das bewegt die Kirchenstiftung nun zur Sanierung. Vornehmen soll das Projekt die Firma Hemmerlein aus Cadolzburg, ein auf solche Instrumente spezialisiertes Unternehmen.
Ziel ist vor allem der liturgische Einsatz der Orgel – aber auch Konzerte für die Öffentlichkeit sind geplant, um das Instrument und die sogenannte Julius-Echter-Kirche bekannter zu machen. Die Kosten werden auf rund 311.000 Euro geschätzt.
Im Gemeinderat stieß das Vorhaben auf zurückhaltende Reaktionen. Benedikt Roos (CSU) verwies auf die angespannte Finanzlage der Gemeinde, die großen Sprüngen enge Grenzen setze. Auch seien die Sanierungskosten im laufenden Haushalt nicht eingeplant.
Bürgermeister Klaus Nölp relativierte diesen Einwand: Die Haushaltsberatungen für 2026 seien noch nicht abgeschlossen, weshalb eine Aufnahme grundsätzlich noch möglich sei. Markus Stubenrauch (UWG) brachte einen weiteren Grund für die Zurückhaltung ins Spiel: Über Zuschüsse könne man kaum sinnvoll beraten, solange die genauen Projektkosten noch nicht feststünden.
Dabei spielte eine anonyme Großspende eine entscheidende Rolle. Ein Geldgeber hat eine erhebliche Summe für die Orgelsanierung zugesagt – der Name darf jedoch nicht genannt werden. Diese Gabe könnte die Gesamtkosten spürbar senken. Erst wenn deren genaue Höhe bekannt ist, wollen die Gemeinderätinnen und Gemeinderäte über einen möglichen Zuschuss entscheiden. Die Beratung wurde daher vertagt.