Der Wilhermsdorfer Seniorenbeirat hat nun Rederecht im Sozialausschuss | FLZ.de

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Veröffentlicht am 02.03.2026 09:15

Der Wilhermsdorfer Seniorenbeirat hat nun Rederecht im Sozialausschuss

Der Seniorenbeirat in Wilhermsdorf ist rührig bei seinen Aktivitäten. So bietet er etwa schon seit 2017 ein Repair-Café an. (Foto: Heinz Wraneschitz)
Der Seniorenbeirat in Wilhermsdorf ist rührig bei seinen Aktivitäten. So bietet er etwa schon seit 2017 ein Repair-Café an. (Foto: Heinz Wraneschitz)
Der Seniorenbeirat in Wilhermsdorf ist rührig bei seinen Aktivitäten. So bietet er etwa schon seit 2017 ein Repair-Café an. (Foto: Heinz Wraneschitz)

Nach einer Hängepartie von einem Dreivierteljahr hat der Wilhermsdorfer Marktgemeinderat eine neue Grundlage für die Arbeit des ehrenamtlichen Seniorenbeirats beschlossen. Einstimmig zwar, aber erst nach einer etwas irritierenden Diskussion.

Rückblende: Im Mai 2025 hatten die Senioren und die Gemeindeverwaltung dem Ratsgremium eine gemeinsam erarbeitete, leicht veränderte Richtlinie vorgelegt. Doch die Ratsmitglieder lehnten die Vorschläge mehrheitlich in Bausch und Bogen ab – zum Missfallen des sehr aktiven Seniorenteams.

Im November 2025 wurde ein neuer Seniorenbeirat gewählt. Dabei folgte die alte Richtlinie nicht mehr den Ideen des bayerischen „Seniorenmitwirkungsgesetzes“ vom März 2023. Nun also der zweite Versuch mit einem – wiederum gemeinsam mit der Verwaltung und unter Mitwirkung des Bürgermeisters ausgearbeiteten – neuerlichen Änderungsvorschlag.

Doppelspitze und Informationsrecht

Im Wesentlichen blieb alles beim Alten. Wirklich neu ist nur, dass die Älterenvertretung jährlich im Sozialausschuss des Gemeinderats über ihre Arbeit berichten darf; dass eine Doppelspitze vorn dranstehen darf; dass die Senioren und Seniorinnen durch die seniorenpolitische Kontaktperson des Gemeinderats über für sie relevante Entscheidungen zu informieren sind. Dazu wurden die „Handlungsfelder kommunaler Seniorenpolitik“ im Detail aufgeführt.

Doch an dem, für Außenstehende zumindest auf den ersten Blick völlig unkritischen, neuen Absatz 8 des Aufgaben-Paragrafen 2 schieden sich die Ratsgeister. Denn dass „dem Seniorenbeirat Räumlichkeiten für Beratungsgespräche und Arbeitssitzungen bereitgestellt“ sowie „eine Zuarbeit in Form von EDV-Unterstützung zugesagt“ wird, sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, wenn man will, dass ehrenamtliche Gremien arbeiten können.

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CSU befürchtet Terminkollisionen

Doch aus der CSU-Fraktion gab es Zweifel an Formulierungen, vor allem an jener zu den Räumlichkeiten. Es klang wie die Angst, die Senioren könnten womöglich genau dann Anspruch auf den Bürgersaal anmelden, wenn der vom Gemeinderat selbst benötigt wird. „Die Planung hat doch bislang auch ausgezeichnet geklappt“, versuchte Helmut Tichy zu vermitteln: Er stand in der Vergangenheit dem Seniorenbeirat vor, ist aber gleichzeitig SPD-Ratsmitglied.

Der scheidende Bürgermeister Uwe Emmert (CSU) schüttelte ob der Gefahrenansage aus seiner Partei sichtbar den Kopf. „Das läuft doch seit Jahren gut. Der Beirat kann sich einbuchen. Das Monatsprogramm erscheint im Mitteilungsblatt. Immer wieder findet man in der Richtlinie ein Wort, das nicht passt. Ich kann die Diskussion nicht nachvollziehen.“ Mit den Worten „bevor es in eine Endlosschleife geht“, rief er deshalb zur Abstimmung auf. Die dann – wie schon erwähnt – einstimmig endete. Und zwar für die neue Richtlinie, ohne jede Änderung.

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