Es erinnert ein wenig an das Prinzip von Computerspielen: Kaum sind sie erschienen, erscheint ein add-on (Erweiterung). Auch in die nagelneue Flachslandener Kläranlage wird jetzt erst nachträglich eine Phosphatfällungsanlage eingebaut. Der zeitliche Abstand hat jedoch gute Gründe.
Aktuell liegt der Neubau der Kläranlage in den letzten Zügen, informierte Bürgermeister Hans Henninger (Liste für Alle) im Gemeinderat. Derzeit werden die letzten Arbeiten an den Pumpwerken sowie den Regenrückhalte- beziehungsweise Regenüberlaufbecken in Neustetten und Kettenhöfstetten durchgeführt.
Warum man scheinbar erst jetzt auf die Idee kommt, auch noch eine Phosphatfällung einzubauen, erläutert Bürgermeister Hans Henninger auf FLZ-Nachfrage. Nur so kann dafür finanzielle Unterstützung in Anspruch genommen werden. „Beim nachträglichen Einbau gibt es eine Förderung.“ Sonst nicht. Aus diesem Grund sei diese Reinigungsstufe zwar von Anfang an vorgesehen gewesen, aber eben nicht gleich eingebaut worden. Laut Henninger haben auch die Kläranlagen in einigen Nachbargemeinden eine Phosphatfällungsanlage beziehungsweise werden entsprechend nachgerüstet.
Bei der Phosphatfällung wird das Phosphat aus dem Abwasser entfernt. Auf diese Weise wird einer unerwünschten Anreicherung von Nährstoffen in den Gewässern entgegengewirkt. Gemeinderat Uli Meßlinger (Liste für Alle) wies darauf hin, dass Phosphat Flüsse und Meere belastet und damit auch den Menschen. „Es ist gut, wenn das Wasser sauberer ist.“
Das meiste Phosphat gelange durch Putzmittel oder WC-Duftsteine ins Wasser, stellte Erwin Christofori vom Planungsbüro fest. Er wies darauf hin, dass der pH-Wert der Kläranlage durch die weitere Reinigungsstufe zusätzlich verringert wird. „Es ist aktiver Umweltschutz, wenn ich das Phosphat nicht ins Gewässer rein lasse.“ Bei einer Gegenstimme beauftragte der Gemeinderat das Büro Christofori mit der Planung. Die Kosten für die Nachrüstung werden auf rund 116.000 Euro brutto inklusive der Planungsleistungen geschätzt.
Erwin Christofori informierte außerdem noch über die Verlängerung der Betriebserlaubnis für die Kläranlage Sondernohe. In den vergangenen Monaten hatte sich das Ingenieurbüro diesbezüglich mit dem Wasserwirtschaftsamt in Ansbach abgestimmt. Es ging darum, ob in Virnsberg eine Regenrückhaltung errichtet werden muss und ob die Tauchwand, welche die Schwimmstoffe zurückhält, weiter genutzt werden kann.
Weitere Fragen betrafen den grundsätzlichen Weiterbetrieb der Kläranlage Sondernohe, die Mischwassereinleitung in Virnsberg/Boxau sowie die Niederschlagseinleitungen in Kemmathen und Sondernohe. Voraussichtlich seien keine Maßnahmen notwendig, überbrachte Christofori die frohe Botschaft. Die Wasserrechtsanträge werden aktuell ausgearbeitet.