Dinkelsbühler Störche erhalten Fanpost aus der Antarktis | FLZ.de

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Veröffentlicht am 10.05.2024 07:00

Dinkelsbühler Störche erhalten Fanpost aus der Antarktis

Die Storchenfamilie auf dem Dach des Alten Rathauses in Dinkelsbühl hat Fans aus der ganzen Welt. Die Entwicklung der Küken wird mit einer Web-Cam ins Internet übertragen. (Foto: BN-Storchenkamera)
Die Storchenfamilie auf dem Dach des Alten Rathauses in Dinkelsbühl hat Fans aus der ganzen Welt. Die Entwicklung der Küken wird mit einer Web-Cam ins Internet übertragen. (Foto: BN-Storchenkamera)
Die Storchenfamilie auf dem Dach des Alten Rathauses in Dinkelsbühl hat Fans aus der ganzen Welt. Die Entwicklung der Küken wird mit einer Web-Cam ins Internet übertragen. (Foto: BN-Storchenkamera)

Ein Gruß aus einer Polarforschungsstation erreichte jetzt den Bund Naturschutz: Das 44. Überwinterungs-Team der Neumayer-Station III schrieb ins Gästebuch der Storchenkamera auf dem Alten Rathaus in Dinkelsbühl.

Das Forschungsteam besteht aus zwölf Frauen und Männern, die den antarktischen Winter in der Neumayer-Station III verbringen werden. Diese Forschungseinrichtung, benannt nach dem Geophysiker Georg von Neumayer, ist eine deutsche Polarforschungsstation des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) in der Antarktis. Sie befindet sich an der Atka-Bucht auf dem etwa 200 Meter dicken Ekström-Schelfeis und treibt mit dem fließenden Schelfeis 157 Meter pro Jahr in Richtung offenes Meer.

Im ewigen Eis wird es jetzt Winter

„Wir haben dank der Web-Cam vom Nestbau bis zum Schlüpfen der Küken das Storchenpaar bereits mit viel Freude aus der Ferne begleitet. Danke dafür! Und nun freuen wir uns auf die Entwicklung der Kleinen in den Frühling hinein, während es bei uns Winter wird. Herzliche Grüße aus der Antarktis!“, schreibt das Team in Richtung Dinkelsbühl.

Das ist wohl die Botschaft vom entlegensten Ort, die bisher ihren Eingang ins Gästetagebuch gefunden hat. Dabei sind Nachrichten aus der ganzen Welt nicht unüblich, teilte das Storchenkamera-Team mit.

„Schon seit langem bekommen wir Einträge auf Facebook oder im Gästebuch sowie Fanpost für unsere Störche“, berichtet Wolfgang Horlacher. Als Reaktion auf den Gruß aus der Antarktis schreiben beispielsweise zwei Frauen aus den Vereinigten Staaten, dass sie das Treiben im Dinkelsbühler Storchennest von North Carolina beziehungsweise Washington State aus am heimischen Computer verfolgen. Auch aus Australien hat sich eine Frau gemeldet, die regelmäßig einen Blick auf die Web-Cam-Bilder wirft.

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Pinguinküken-Tagging statt Storchen-Beringung

Momentan sind vier Küken im Nest, die sehr schnell wachsen, berichtet Horlacher vom Bruterfolg der Vögel. Von den ursprünglich sechs Eiern sei eines von den Störchen selbst entfernt worden, da es wahrscheinlich nicht befruchtet war. Die restlichen fünf seien ausgebrütet worden, jedoch sei eines der Küken verendet. Der Grund sei unklar, möglicherweise sei der kleine Vogel krank gewesen, meint Wolfgang Horlacher.

Durch die Übertragung erfahren Storchenfreunde beispielsweise, was die Küken im Nest auf dem Alten Rathaus fressen. Kleine Fische werden unter anderem von den Eltern gereicht.

Auch die Wissenschaftler in der Neumayer-Station III befassen sich mit Vögeln. Wie sie in ihrem eigenen Blog schreiben, waren sei beim sogenannten Pinguinküken-Tagging dabei. Dabei werden neben ganzjährigen Beobachtungen über ein komplexes Kamerasystem jedes Jahr 300 Kaiserpinguin-Küken vermessen und gewogen.

Es erfolgt zudem eine Blutabnahme und schließlich das Einsetzen eines Chips unter die Haut. Da die Pinguine ihr Leben lang zu ihrer Brutstätte zurückkehren, könne man so Aussagen über die Entwicklung der Kolonie und mögliche Einflüsse durch Umweltveränderungen treffen, erklären die Wissenschaftler.

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