Pinguine spazieren über den Bahnhof Ansbach: Was ist hier denn los? | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 04.09.2024 20:45

Pinguine spazieren über den Bahnhof Ansbach: Was ist hier denn los?

Bis zum 17. September auf dem Ansbacher Bahnhof unterwegs: Pinguine vom Gostner Hoftheater. Sie gehören zur Performance „Station to Station“. (Foto: Thomas Wirth)
Bis zum 17. September auf dem Ansbacher Bahnhof unterwegs: Pinguine vom Gostner Hoftheater. Sie gehören zur Performance „Station to Station“. (Foto: Thomas Wirth)
Bis zum 17. September auf dem Ansbacher Bahnhof unterwegs: Pinguine vom Gostner Hoftheater. Sie gehören zur Performance „Station to Station“. (Foto: Thomas Wirth)

Wer in nächster Zeit nachmittags am Ansbacher Bahnhof ankommt oder zu den Gleisen muss, der hat eine gute Chance darauf, mit einem Lächeln weiterzulaufen – und mit ein paar tiefergehenden Gedanken. Man fragt sich ja schon: Was machen jetzt eigentlich Pinguine und Polarforscher hier?

Gegen 14 Uhr scheint am Bahnhof noch alles ganz normal. In der Empfangshalle warten ein paar Reisende. Kunden stehen im Reisezentrum am Schalter. Es ist warm, schweißtreibend warm – zu warm für Anfang September. Die S-Bahn bringt einen Schwung Fahrgäste. Stimmengewirr. Eine Durchsage. Bahn-Alltag.

Nicht ganz. Zwischen den sommerlich leicht bekleideten Reisenden tummeln sich fünf Gestalten, die aus einer anderen Klimazone stammen müssen. Drei mannsgroße Kaiserpinguine und zwei Polarforscher, dick eingemummelt – es sollte ja kalt sein dort, wo sie hinwollen. In der Antarktis ist es das nicht mehr unbedingt. Also sind sie aufgebrochen. Wohin auch immer.

Amüsierte Bundespolizisten am Bahnhof Ansbach

Munter tippeln die Pinguine im Bahnhof herum. Kinder sind begeistert. Bundespolizisten schauen amüsiert zu. Die drei Vögel geben ein feines Komiker-Trio ab, einfach dadurch, dass sie da sind.

Einer studiert ausführlich Fahrpläne. Ein anderer macht es sich in der Empfangshalle bequem und blättert in Marc-Uwe Klings „Känguru-Klassikern“. Später tanzen die Kerlchen in schönster Anmut ein bisschen Pinguin-Ballett.

Das könnte Sie auch interessieren
Saisonstart in Rothenburg: Was das Toppler-Theater mit einem Jeep zu tun hatWaschmaschine für Kreuzgang-Ensemble: Praktische Hilfe vom FördervereinLandestheater Dinkelsbühl: „Kohlhiesls Töchter“ mit Musik und HintersinnTheaterspaziergang der Kreuzgangspiele: Spannende Ecken und nahes Schauspiel64 Meter Gleis: „Großer Bahnhof” beim Historischen Verein Bad WindsheimHöhere Preise beim Landestheater Dinkelsbühl: Mehrkosten durch neues TicketsystemPremiere für Feuchtwanger Bürgermeister: Erste Begrüßung des Kreuzgang-EnsemblesBahnstrecke Nürnberg–Würzburg: Signalstörung bei Neustadt sorgte für VerspätungenBald ein eigenes Theaterhäuschen in Burgoberbach? Der TuK träumt davonDas Dinkelsbühler Landestheater startet mit Zuversicht in die SommerfestspieleDer Feuchtwanger „Festspielfrühling” stimmt auf die Kreuzgangspiele einStreik im Nahverkehr: S-Bahn Nürnberg–Ansbach indirekt betroffen – DB reagiert„Bambi Fuchs – MordsHunger”: Neues Stück fürs Bad Windsheimer Theater in der StadtZum 15. Mal in Ansbach: die Kaspar-Hauser-FestspieleMusicaldarsteller Jürgen Brehm: Von Oberdachstetten auf Deutschlands große Bühnen

Den Fotoautomaten entdecken sie auch. Mit dessen Vorhang lassen sich allerhand Faxen machen. Und mit den Leuten, die vorbeikommen, plaudern sie auch gern. Nett, kurz und unaufdringlich tun sie das. Das Pinguin-Trio sucht ein Zuhause. Ein junger Mann hat Mitleid, holt eine Getränkedose aus dem Rucksack und schenkt sie einem Pinguin.

Die beiden Forscher sind von anderer Art. Sehr langsam und stumm und ernst und oft gebückt schreiten sie herum. Lang geht ihr Blick irgendwohin. Nach oben. Nach vorne. Ins Ungewisse. Aus den Lautsprechern kommen inzwischen keine Durchsagen mehr, sondern Texte. Goethe, Jules Verne, Pinguin-Passagen aus Grzimeks Tierleben – solche Sachen. Wer ein paar Fetzen aufschnappt, ahnt: Hier geht es um mehr als um eine Fahrgast-Bespaßung.

Derzeit Baustelle, demnächst für einen Tag ein Konzertort: der Bahnhof Ansbach. (Foto: Thomas Wirth)
Derzeit Baustelle, demnächst für einen Tag ein Konzertort: der Bahnhof Ansbach. (Foto: Thomas Wirth)

Einmalige Aktion: Deutsche Bahn macht den Bahnhof Ansbach zum Konzerthaus

Der Ort ist unkonventionell. Das Projekt auch. Die DB schickt eine Jazzformation und zwei Rapper auf Tour. Am 18. September sind sie in Ansbach.
am 21.08.2024
query_builder4min

Gostner Hoftheater spielt im Auftrag der DB

Das Gostner Hoftheater aus Nürnberg hat die fünf Polarwesen im Auftrag der Deutschen Bahn geschickt. Ihre Performance soll den Alltagstrubel freundlich unterbrechen, zum Innehalten animieren und nun täglich auf das Konzert einstimmen, das am 18. September, 19 Uhr, im Ansbacher Bahnhof stattfindet. Ein Jazz-Ensemble wird dann Gustav Mahlers „Lied von der Erde“ auf seine Art neu interpretieren.

Entworfen haben das Konzept für die Performance die Theatermacher Laurent Gröflin, Christine Haas und Jörg Zysik. Sacht tippen sie darin Probleme der Zeit an, kleiden sie aber unterhaltsam ein. Die Kostüme hat Vera Goth angefertigt.

Die Pinguine und Polarforscher sollen bis zum 17. September täglich zweimal für je eine Viertelstunde am Ansbacher Bahnhof für kleine, heitere Irritationen und Nachdenk-Stupser sorgen. Bei der Premiere hat das geklappt.


Die Termine der Performance „Station to Station”

  • Donnerstag, 5. September, 14.15 und 15 Uhr
  • Freitag, 6. September, 14.30 und 15.15 Uhr
  • Samstag, 7. September, 14.45 und 15.30 Uhr
  • Sonntag, 8. September, 15 und 15.45 Uhr
  • Montag, 9. September, 15.15 und 16 Uhr
  • Dienstag, 10. September, 15.30 und 16. 15 Uhr
  • Mittwoch, 11. September, 15.45 und 16.30 Uhr
  • Donnerstag, 12. September, 14.15 und 15 Uhr
  • Freitag, 13. September, 14 und 14.45 Uhr
  • Samstag, 14. September, 14.30 und 15.15 Uhr
  • Sonntag, 15. September, 14.45 und 15.30 Uhr
  • Montag, 16. September, 15 und 15.45 Uhr
  • Dienstag, 17. September, 15.15 und 16 Uhr

Thomas Wirth
Thomas Wirth
Redakteur im Ressort „Kultur“
north