Zum 15. Mal in Ansbach: die Kaspar-Hauser-Festspiele | FLZ.de

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Veröffentlicht am 06.04.2026 11:08

Zum 15. Mal in Ansbach: die Kaspar-Hauser-Festspiele

Stellten das Programm der Kaspar-Hauser-Festspiele 2026 vor: Festspielleiter Eckart Böhmer, Oberbürgermeister Thomas Deffner und Nadja Wilhelm, Referentin für Kultur und Tourismus. (Foto: Anne Ziegler)
Stellten das Programm der Kaspar-Hauser-Festspiele 2026 vor: Festspielleiter Eckart Böhmer, Oberbürgermeister Thomas Deffner und Nadja Wilhelm, Referentin für Kultur und Tourismus. (Foto: Anne Ziegler)
Stellten das Programm der Kaspar-Hauser-Festspiele 2026 vor: Festspielleiter Eckart Böhmer, Oberbürgermeister Thomas Deffner und Nadja Wilhelm, Referentin für Kultur und Tourismus. (Foto: Anne Ziegler)

Zum 15. Mal hat Eckart Böhmer ein reichhaltiges Programm für die Kaspar-Hauser-Festspiele zusammengestellt. Es umfasst rund 30 Veranstaltungen mit Vorträgen, Theater, Lesungen, Konzerten und Ausstellungen. Stattfinden werden die Festspiele zwischen 26. Juli und 2. August an verschiedenen Orten in Ansbach.

Bei der Programmvorstellung freute sich Oberbürgermeister Thomas Deffner, dass der Mythos Kaspar Hauser immer noch lebendig ist, so die Pressemitteilung der Stadt Ansbach. Denn trotz aller Forschungen wisse man immer noch nicht, wer Kaspar Hauser war. „Er muss eine besondere Persönlichkeit gewesen sein, sonst hätte man nicht zwei Mordanschläge auf ihn verübt.“

Internationale Gäste

Auch in diesem Jahr wird das Tagungszentrum Onoldia zum Mittelpunkt der Festspiele. Das Festival habe sich so gut entwickelt, dass die früheren Veranstaltungsräume am Karlsplatz zu klein wurden, freut sich Intendant Böhmer. Er erwartet auch in diesem Jahr wieder internationale Gäste unter anderem aus der Schweiz, Dänemark und England.

Das „geistige Rückgrat der Festspiele“, so der künstlerische Leiter, sind die Vorträge. Neun stehen im Programm. Neben Böhmer sprechen Stammgäste der Festspiele. Unter anderem Richard Steel, Terry Boardman und Dr. Markus Osterrieder. Themen „Kaspar Hauser und der Gegenspieler Lord Stanhope“, „Wahres Königtum und Innere Berufung“ oder „Kaspar Hauser und die zunehmende Geistferne des Menschen“.

Eckart Böhmer und Dr. Peter Selg stellen in Vorträgen zudem Bezüge zwischen Kaspar Hauser und den beiden Komponisten her, die mit zwei großen Werken eine „wichtige Achse“ bilden, so der Festspielleiter.

Hristo Kazakov interpretiert Johann Sebastian Bachs epochale „Goldberg-Variationen“. Bach und Hauser, erläutert das Programmheft zu Selgs Vortrag seien vereint im Lobpreisen der Schönheit der Schöpfung.

Der Windsbacher Knabenchor singt, verstärkt vom Knabenchor Cantores Minores aus Helsinki, unter Ludwig Böhmes Leitung „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms. Das Konzert gehört in die Reihe, mit der die Windsbacher ihr 80-jähriges Bestehen in verschiedenen Städten feiern und wurde in die zeitgleich stattfindenden Kaspar-Hauser-Festspiele integriert. Brahms war mit seinen Liedern auf Gedichte des Hauser-Lehrers Georg Friedrich Daumer schon vor 28 Jahren bei den ersten Festspielen präsent und ist, wie das Programmheft hervorhebt, 1833 geboren – in Hausers Todesjahr.

Wieder aufgenommen wird das Theaterstück „Die besten Menschen“, das Eckart Böhmer für den Onoldiasaal konzipiert und vor zwei Jahren dort uraufgeführt hat.

Auf eine literarisch-musikalische Spurensuche begeben sich Claudia Dölker und Hartmut Scheyhing. Sie haben Texte von und über Kaspar Hauser mit eigener Musik verbunden in der Art, wie sie dies ihrer beliebten Reihe „Beflügelte Poesie“ kultivieren.

Kunstausstellung „Das Kind Europas”

Im Ansbacher Kunsthaus Reitbahn 3 gibt eine Gemeinschaftsausstellung von Mitgliedern des Kulturforum Ansbach und des Rothenburger Kunstvereins unter dem Motto, das eine zeitgenössische Umschreibung Kaspar Hausers aufgreift: „Das Kind Europas“. Auch im Onoldiasaal werden Kunstwerke zu sehen sein, die sich mit Kaspars Hauser Leben, Leiden und Tod auseinandersetzen.

Karten für das Kaspar Hauser Festival gibt es unter anderem in der Ansbacher Tourist Information.

Weitere Infos unter:
www.tourismus-ansbach.de
www.kaspar-hauser.info


Von tw
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