Veröffentlicht am 17.09.2022 13:21

Wandern um Neustadt: Die Spuren der verschwundenen Zisterzienser

Vom Hutsberg aus am Wanderweg N1 hat man bei schönem Wetter einen tollen Blick auf Birkenfeld. Rechts liegt das ehemalige Kloster. (Foto: Ute Niephaus)
Vom Hutsberg aus am Wanderweg N1 hat man bei schönem Wetter einen tollen Blick auf Birkenfeld. Rechts liegt das ehemalige Kloster. (Foto: Ute Niephaus)
Vom Hutsberg aus am Wanderweg N1 hat man bei schönem Wetter einen tollen Blick auf Birkenfeld. Rechts liegt das ehemalige Kloster. (Foto: Ute Niephaus)

Die Zisterzienserinnen haben Spuren in der Kulturlandschaft zwischen Hutsberg, Birkenfeld und Stöckach hinterlassen, die auch heute noch sichtbar sind. Wer diese erkunden möchte, dem wird empfohlen, den rund zehn Kilometer langen, neuen Wanderweg N1 in Neustadt auszuprobieren.

Bestens ausgeschildert wurde er von Wanderwart Robert Schütz. Als idealer Ausgangspunkt für die rund dreistündige Tour, bei der gutes Schuhwerk unerlässlich ist, bietet sich der Neustädter Bahnhof an. Viel Interessantes erfuhren dieser Tage die rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer geführten Wanderung auf dem N1. Die Leitung hatten Sabine Fink und Harald Heinlein von der Stadt Neustadt übernommen. Das Angebot wurde im Rahmen des Jubiläumsjahres „20 Jahre LAG Aischgrund“ gemacht.

Wanderweg N1 führt über Kloster Birkenfeld

Dabei lernte die Wandergruppe nicht nur viel Historisches über die Zisterzienser, sondern auch über die geologische Entstehungsgeschichte des Aischtals. „Wir durchwandern einen wahren Mikrokosmos“, merkte Heinlein an. Er wies darauf hin, dass die Strecke, die den Lauffreudigen angesichts einiger langgezogener Anstiege und der 128 Höhenmeter, die es zu bewältigen gilt, ein gewisses Maß an Kondition abverlangt, an markanten Stellen mit Informationstafeln bestückt werden soll.

Wissenswertes findet sich spätestens ab dem Jahresende auch auf der Homepage der Stadt. Dann ist ein virtueller Rundgang durch das Kloster möglich, „quasi vom Sofa aus“, wie Sabine Fink anmerkte. Einen Teil des Klosters konnten Tour-Teilnehmer in Augenschein nehmen.

Vom Bahnhof aus ging es erst einmal entlang der Bahnlinie zum Hutsberg. Auf der Höhe lockte ein wunderbarer Fernblick auf Birkenfeld und das Kloster. Sabine Fink nutzte die Zeit, um etwas über die Zisterzienser zu erzählen, die sich von Frankreich aus über ganz Europa ausgebreitet hatten.

Nonnen legten Weinberge an

Nach einem steilen Abstieg am Schweinebach angekommen, führte Fink aus, dass es bis zum Dreißigjährigen Krieg am Hutsberg Weinberge gab. Weinbau und Obstbäume seien für das Kloster wichtig gewesen, auch als Handelsgut. Weiter ging es durch die Natur in Richtung Birkenfeld zum Klosterkomplex. Viele Teile werden privat genutzt. Das Gebäude sei – für die Zisterzienser typisch – funktional und schlicht gewesen. Beten und arbeiten hätten im Mittelpunkt gestanden.

Anregend war der Besuch der Klosterkirche samt Möglichkeit, die darüberliegenden, schummrig illuminierten Stockwerke zu erkunden.

Bahnhof Neustadt/Aisch als Start und Ziel

Danach wandelte man weiter auf den Spuren der Zisterzienserinnen – immer der Beschilderung folgend. Dabei war zu erfahren, dass entlang des damals schon verlegten Schweinebachs bis zum Dreißigjährigen Krieg Teichwirtschaft betrieben wurde.

Dann ging es die steile Passage am Ellenberg hinauf. Von der Kapelle, die dort gestanden haben soll, sieht man kaum noch etwas. Sie springt, wie so viele andere Spuren, die die Zisterzienser hinterlassen haben, nicht direkt ins Auge, ist jedoch Teil der Geschichte. Dieser begegnet man immer wieder, wenn es über Stöckach, den Hutsberg und entlang der Bahnlinie zurück zum Bahnhof geht.


Ute Niephaus
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