Fast 800 Jahre Geschichte: der Friedhof in Weidenbach | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.04.2026 16:05

Fast 800 Jahre Geschichte: der Friedhof in Weidenbach

Fast 800 Jahre Friedhofsgeschichte: Werner Holzer bei seinem Vortrag am Platz vor der Leichenhalle mit Blick auf die Begräbniskapelle. (Foto: Martin Stumpf)
Fast 800 Jahre Friedhofsgeschichte: Werner Holzer bei seinem Vortrag am Platz vor der Leichenhalle mit Blick auf die Begräbniskapelle. (Foto: Martin Stumpf)
Fast 800 Jahre Friedhofsgeschichte: Werner Holzer bei seinem Vortrag am Platz vor der Leichenhalle mit Blick auf die Begräbniskapelle. (Foto: Martin Stumpf)

Eine historische Führung auf dem Friedhof behandelte fast 800 Jahre Geschichte. Am Ende ging es auch um die Frage, welche Neuerung am Friedhof besondere Aufmerksamkeit erfährt.

Pfarrerin Simone Sippel von der evangelischen Kirchengemeinde begrüßte etwa 60 Interessierte zu dem Vortrag des Heimatforschers Werner Holzer. Er hatte anhand von Archiveinträgen den Werdegang recherchiert, der mit der ersten urkundlichen Erwähnung eines Gottesackers in einem Lehensbrief vom 15. Juli 1229 beginnt. Er lag in der Ortsmitte von Weidenbach, an der heutigen Abzweigung der Dorfstraße von der Triesdorfer Straße.

Weil dieser Platz zu klein geworden war, verlegte man ihn 1579 an die heutige Stelle, am Ortsausgang Richtung Irrebach. 1580 wurde eine Kapelle errichtet, die 1711 eine Empore und einen Außenaufgang erhielt. Bei einer Renovierung 1737 kam der heutige Turm mit einer kleinen Glocke dazu, die 1761 gegen die heutige Glocke ausgetauscht wurde. 1760 wurde die erste, noch pedallose Orgel aufgebaut. Sie stammte aus dem Andachtszimmer des Roten Schlosses. 1910 wurde sie durch die heutige Orgel ersetzt.

Eine fortschrittliche Leichenhalle

Der Friedhof selbst erfuhr mehrere Erweiterungen, die größten waren 1877 und 1980, erläuterte Holzer. Eine Stiftung von Dr. Friedrich Müller ermöglichte den Bau der Leichenhalle im Jahr 1912. Müller war später Professor der Inneren Medizin und gilt als Begründer des modernen Klinikwesens in Bayern. Wie fortschrittlich damals eine Leichenhalle war, zeigt die Tatsache, dass es die erste im Amtsbezirk Feuchtwangen-Herrieden war. Weitere Stiftungen durch ihn ermöglichten das schmiedeeiserne Tor am Eingang zu der Halle und das große Kreuz.

Auf dem Friedhof sind einige historische Grabsteine zu finden. Jener der Familienlinie Hübner-Wagner-Neubert zum Beispiel. Die Hübners waren Hofbrunnenbaumeister, die mit dieser verantwortungsvollen Aufgabe in der Markgrafschaft betraut waren. Von den Nachfahren, der heutigen Familie Neubert, war unter anderem Dr. Werner Neubert anwesend, der das 2025 sanierte Grabmal und die Familienbande erläuterte.

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Zum Ende stellte Pfarrerin Sippel den jüngsten Bereich vor, den naturnahen Friedhof. Dort finden Urnen-Bestattungen unter Bäumen ohne eigene Grabstätte, aber mit namentlicher Nennung statt. Diese Möglichkeit, dort kompostierbare Urnen zu bestatten, besteht seit dem Jahr 2011 und wird sehr gut angenommen.


Von MARTIN STUMPF
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