Der Klimaschutzmanager des Landkreises Franz Graf widerspricht nachdrücklich einigen Aussagen, die beim Agrarpolitik-Abend der CSU-Arbeitsgemeinschaft für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten getroffen wurden. Eine Behauptung sei schlicht „Fake-News“, erklärt Graf.
Die Falschinformation die Graf dabei meint, ist die Behauptung, Hafermilch habe den zehnfachen CO2-Fußabdruck von Kuhmilch. Dies hatte die CSU-Europaabgeordnete Marlene Mortler bei der Veranstaltung in Ipsheim gesagt. Laut Graf zählt dies zu den „ganz klar widerlegbaren Aussagen“.
Als blamabel stuft der Klimamanager auch Mortlers Polemik ein: „Der Mensch kann halt kein Gras fressen wie eine Kuh oder eine Ziege.“ Graf hält entgegen: „Eine so geführte Debatte disqualifiziert sich für einen intellektuellen Diskurs über unsere Zukunft und ist schlichtweg populistisch.“
Bei den über 50-Jährigen „mögen solche Aussagen noch für Laune sorgen, aber in jüngeren Generationen wird das eher belächelt, weil es offenlegt, wo Bildungsdefizite in Sachen Ernährung bestehen“, schreibt Graf an unsere Redaktion und merkt dabei an, das Zitat sei „eine sehr unüberlegte, minderwertige, spaltende und damit gefährliche Aussage“.
Auch, dass Mortler Vegetarismus als einen zentralen Angriff auf die Landwirtschaft betrachtet, sieht Graf als eine zu allgemeine Formulierung und daher problematisch. Es sei im Gegenteil ein „wichtiger Baustein, dass wir Fleischkonsum reduzieren“. Eine Anpassung der Landwirtschaft werde zwar nötig, die sei jedoch nicht gleich ein Angriff.
Graf betont auch: „Ich habe großes Verständnis für Landwirte, die sich durch Ökopolitik bedrängt oder bevormundet fühlen und zum Sündenbock gemacht werden. Aber dass ein großer Teil der Verantwortung am Ende bei den Landwirten auf dem Tisch landet, ist der Natur der Sache geschuldet.“
In den Klimafragen spielen Ernährung und Landwirtschaft „eine besonders große Rolle“, erklärt der Fachmann, „und demnach sollte hier geistreich darüber debattiert und berichtet werden“.
Graf nimmt für sich selbst in Anspruch, sich nicht unreflektiert für Klimaschutz und Nachhaltigkeit einzusetzen, „nur um Teil der woken Kultur zu sein“, sondern: „Ich versuche stets, von allen Seiten an das Thema heranzugehen und wirtschaftliche Faktoren beziehungsweise Notwendigkeiten aller Lebensbereiche und Sektoren zu beleuchten oder auch ,grüne‘ Strömungen kritisch zu hinterfragen.“
Insbesondere wendet sich Graf gegen eine polarisierende Debattenkultur: „Wir müssen zusammenarbeiten und nicht gegeneinander. Spaltung hilft keinem“, findet der Klimamanager.