Entweder kein Platz - oder alle verfügbaren Möglichkeiten bereits ausgeschöpft: Rückmeldungen wie diese erhält das Landratsamt Neustadt/Aisch-Bad Windsheim zuletzt ziemlich häufig, wenn es um die Unterbringung von Geflüchteten geht.
Viele schutzsuchende Menschen sind im Landkreis derzeit in Sammelunterkünften untergebracht, vor allem in der überfüllten Notunterkunft in Scheinfeld. Dabei wünschen sich viele Bürger, Politiker und Behörden eine dezentrale Unterbringung. Besonders Kommunen mit zahlreich aufgenommenen Geflüchteten fordern immer wieder Solidarität unter den Gemeinden des Kreises.
Weil das - zumindest kurzfristig - nicht zum Ziel führte, hat Landrat Helmut Weiß nun die Errichtung eines Containerdorfs in Dietersheim abgesegnet. „Ich habe keine andere Möglichkeit mehr”, sagt er.
Dabei lohnt sich ein genauer Blick, wie es derzeit um den Stand der Aufnahme von Geflüchteten bestellt ist. Dazu hat die FLZ Unterbringungsdaten je Gemeinde vom Landratsamt erbeten und in Relation zum Königsteiner Schlüssel gesetzt - jener zentralen Quote, die in Deutschland zahlreiche Belange bei der Verteilung von geflüchteten Menschen regelt.

Die Karte zeigt für jede Gemeinde drei Werte, die wir am Beispiel der Stadt Bad Windsheim erläutern. 12.735 Einwohner hat Bad Windsheim laut statistischem Landesamt. Nach dem Königsteiner Verteilungsschlüssel müsste die Stadt demnach eigentlich 140 Geflüchtete aufnehmen, 73 sind es bisher. Das sind jene drei Zahlen, die in dieser Karte abgebildet werden.
All jene Gemeinden, bei denen eine 0 in der Klammer steht, haben also bislang keine Geflüchteten – abgesehen möglicherweise von Ukrainern – aufgenommen. Allerdings weist das Landratsamt ausdrücklich darauf hin, dass aktuell (Stand 23. Oktober) zwar 852 Geflüchtete (Ukrainer ausgenommen) im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim erfasst wurden, aber nur 629 vom Landratsamt tatsächlich untergebracht werden müssen. Die Differenz erklärt sich daraus, dass 223 Personen bereits in Privatwohnungen leben. Übrigens: Die „Erfüllungsquote“ des Kreises liegt mittlerweile bei 1135 Personen – es werden wöchentlich weitere Geflüchtete zugewiesen.
Die Daten lassen sich außerdem auch tabellarisch für Ihre Gemeinde darstellen (Stand: 23. Oktober 2023):
Demnach sind im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim derzeit in 25 Gemeinden überhaupt keine Geflüchteten untergebracht - von Ukrainern und Menschen in Privatwohnungen abgesehen. Darunter sind auch große Kommunen wie Emskirchen, Obernzenn und Burgbernheim.
Über dem Richtwert nach dem Königsteiner Schlüssel liegen derzeit nur Uffenheim, Scheinfeld, Burghaslach und Markt Bibart.
Unsere Daten für Stadt und Landkreis Ansbach finden Sie hier.