Wenn von der Digitalisierung der Schulen die Rede ist, denkt man vor allem an Tablet-Computer und ähnliche technische Geräte. Hinter dem Thema steckt aber viel mehr.
Das zeigt sich im Beruflichen Schulzentrum (BSZ) in Triesdorf. Wer das neue Gebäude betritt, sieht sofort die Aquarien und Terrarien im Eingangsbereich. Sie sind dort aber nicht nur als Blickfang installiert, sondern vor allem für die Ausbildung der angehenden Tierpflegerinnen und Tierpfleger. Triesdorf ist einer von nur acht Standorten in Deutschland, die diesen Beruf anbieten.
Hinter den bunten Wasser- und Wüstenwelten steckt modernste Technologie, die Fachlehrer Wolfgang Scholz mit seinem Tablet steuern kann. Ihm ist es wichtig, dass die Nachwuchskräfte, die in Triesdorf ausgebildet werden, mit dieser Technologie vertraut sind, wenn sie anschließend in die Berufswelt, zum Beispiel in Zoos, wechseln.
Bei einem Pressetermin zur Digitalisierung der 26 Schulen des Landkreises Ansbach im BSZ Triesdorf sagte Landrat Dr. Jürgen Ludwig, in den letzten Jahren seien im Rahmen verschiedener Förderprogramme über 6,7 Millionen Euro in diesem Bereich investiert worden, wovon etwa sechs Millionen Euro von Bund und Land als Zuschüsse zur Verfügung gestellt worden seien.
Der Landkreis wolle den Weg zu einer nachhaltigen, zukunftssicheren digitalen Infrastruktur für alle Schulen des Kreises fortführen, betonte Ludwig. Auch ohne Förderungen investiere der Landkreis weiterhin in die Schul-IT. Im letzten und im laufenden Haushalt seien jeweils 900.000 Euro für Erweiterungs- und Ersatzbeschaffungen eingeplant. Außerdem fallen laufende IT-Betreuungskosten in Höhe von etwa einer Million Euro an.
Das wichtigste Förderprogramm war nach den Worten von Dominik Gruber, zuständiger Sachgebietsleiter im Landratsamt, der Digitalpakt Schule von 2019 bis 2024. In diesem Rahmen hat der Landkreis Netzwerk-, Medien- und PC-Technik beschafft, sowie integrierte Fachunterrichtsräume an berufsqualifizierenden Schulen geschaffen. Dazu gehören nicht nur die Aquarien und Terrarien in Triesdorf mit digitaler Steuerung für 105.000 Euro, sondern auch ein Extruder für die Berufsschule Dinkelsbühl (145.000 Euro) und eine CNC-Fräsmaschine für die Berufsschule Rothenburg (130.000 Euro). Wie wichtig der mit diesen Anschaffungen verbundene Digitalisierungsschub ist, habe sich in der Corona-Pandemie gezeigt.
Die Betreuung der IT, die zu Beginn in erster Linie schulintern erfolgte, wurde mittlerweile zentralisiert und professionalisiert. Dabei werden auch externe Dienstleister eingesetzt. Ein zentrales Rechenzentrum wurde aufgebaut sowie Schülerleihgeräte, Lehrerdienstgeräte und digitale Unterrichtsmedien gekauft.
BSZ-Schulleiter Dietmar Gaffron dankte dem Landkreis für die Unterstützung. Beim Ausfall des Präsenzunterrichts am Montag sei deutlich geworden, wie gut die Umstellung auf Distanzunterricht mit der modernen Technik funktioniere.