Die Flughistorische Forschungsgemeinschaft Gustav Weißkopf (FFGW) hat im neuen Museum „Pioniere der Lüfte“in Leutershausen ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert.
Gegründet wurde die Forschungsgemeinschaft am 2. November 1973 im Gasthaus Zur Krone von 21 Gründungsmitgliedern, blickte der amtierende Vorsitzende Hans-Günter Adelhard zurück. Die Einrichtung des im September eröffneten Museums „Pioniere der Lüfte“ im alten Landgerichtsgebäude in Leutershausen sei ein wesentlicher Markstein in der Weißkopf-Forschung.
In seinem Rückblick erinnerte Adelhard daran, dass bereits am 17. Oktober 1973 eine erste vorbereitende Versammlung zur Vereinsgründung stattgefunden hatte, wozu Heinz Wellhöfer, Horst Rabsilber und Dieter Gundel eingeladen hatten.
Zum ersten Vorsitzende wurde Horst Rabsilber gewählt, der aber sein Amt aus beruflichen Gründen nicht antrat, so dass Dieter Gundel an die Spitze trat. Die FFGW wurde aber nicht ins Vereinsregister eingetragen, um, wie Gundel einst berichtete, „ungebunden handeln“ zu können. Hermann Betscher gehörte der ersten Vorstandschaft als Schatzmeister an.
1984 übernahm Betscher dann den Vorsitz, den er 2006 an Matthias Lechner sen. übergab. Drei Jahre später trat dieser zurück, und der zweite Vorsitzende Martin Jendretzke führte die Gemeinschaft, bis 2010 Hans-Günter Adelhard zum Vorsitzenden gewählt wurde. Hermann Betscher wurde, so Adelhard, wegen seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
„Wir von der FFGW haben es uns zur Aufgabe gemacht, Gustav Weißkopf zu der ihm angemessenen Anerkennung zu verhelfen. Ziel des Vereins ist es, das Leben, Wirken und Schaffen von Gustav Weißkopf zu erforschen, zu verbreiten und ihn an dem ihm gebührenden Platz in der Luftfahrtgeschichte einzureihen“: So fasste Adelhard die Ziele der FFGW zusammen. Mit dem Nachbau des Flugmodells 21B wurden 1998 Flugversuche unternommen. Damit sei der Beweis erbracht worden, dass Weißkopf kontrollierte Motorflüge absolvieren konnte.
Hermann Betscher blickte im Rahmen der Feierstunde ausführlich auf die Anfänge der Weißkopf-Forschung und die ersten Jahrzehnte der FFGW zurück. Im Jahr 1966 wurden die beiden amerikanischen Weißkopf-Forscher Stella Randolph und Bill O’Dwyer zu Ehrenbürgern der Stadt Leutershausen ernannt. Dies rief die Pioniertat des in Leutershausen geborenen Flugpioniers Weißkopf wieder in Erinnerung, berichtete Betscher von den Vorläufern der FFGW. Der 100. Geburtstag Weißkopfs am 1. Januar 1974 war der eigentliche Anlass, die FFGW wenige Wochen zuvor zu gründen.
Betscher kündigte an, dass in Zukunft in einem digitalen Archiv die Arbeit der FFGW nachvollziehbar sein werde. Es gebe umfangreiche Unterlagen aus den vergangenen 50 Jahren. Leutershausens Bürgermeister Markus Liebich würdigte die Arbeit der Forschungsgruppe in einem Grußwort als „unverzichtbaren Bestandteil des Wissens über Gustav Weißkopf“. Durch die Arbeit der Forschungsgruppe sei „eigentlich klar“, dass Gustav Weißkopf der erste Motorflieger der Welt war.
Der stellvertretende Landrat Stefan Horndasch bezeichnete das Jubiläum als ein „halbes Jahrhundert voller Engagement, Hingabe und gemeinsamer Visionen“. Durch den „unermüdlichen Einsatz der Forschungsgemeinschaft“, so Horndasch, sei das Erbe des Flugpioniers am Leben gehalten und auch seine Bedeutung für die Luftfahrtgeschichte hervorgehoben worden.
Gustav Weißkopf habe mit seinem ersten kontrollierten Motorflug der Welt ebenso Mut bewiesen wie die Stadt Leutershausen mit der Einrichtung des Museums „Pioniere der Lüfte“ im ehemaligen Landgerichtsgebäude, sagte Horndasch.
In der Feierstunde wurde Gründungsmitglied Hans Rummel zum Ehrenmitglied ernannt. Für ihre Verdienste um die FFGW bekam Gisi Götzl einen Blumenstrauß vom Vorsitzenden überreicht.