Wechselmodell: Kindergeld wird zwischen Eltern aufgeteilt | FLZ.de

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Veröffentlicht am 14.08.2026 13:26

Wechselmodell: Kindergeld wird zwischen Eltern aufgeteilt

Teilen sich getrenntlebende Eltern die Betreuung des gemeinsamen Kinds, haben beide Anspruch auf einen Teil des Kindergelds. (Foto: Annette Riedl/dpa/dpa-tmn)
Teilen sich getrenntlebende Eltern die Betreuung des gemeinsamen Kinds, haben beide Anspruch auf einen Teil des Kindergelds. (Foto: Annette Riedl/dpa/dpa-tmn)
Teilen sich getrenntlebende Eltern die Betreuung des gemeinsamen Kinds, haben beide Anspruch auf einen Teil des Kindergelds. (Foto: Annette Riedl/dpa/dpa-tmn)

Nur selten hebt sich bei der Fifti-Fifty-Betreuung der Kinder im Wechselmodell ein gegenseitiger Unterhaltsanspruch auf. Denn wie viel das eine Elternteil dem anderen zahlen muss, richtet sich nach den Einkommen. Aber wie verhält es sich beim Anspruch auf das Kindergeld?

Da kann die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) weiterhelfen - mit einem Hinweis auf eine Entscheidung des Oberlandesgerichts Celle (Az: 17 UF 52/25). Das bestätigte: Teilen sich die getrenntlebenden Eltern die Betreuung des gemeinsamen Kinds, haben beide Anspruch auf einen Teil des Kindergelds. 

Im konkreten Fall teilten sich die Eltern nach ihrer Trennung die Betreuung der beiden älteren Kinder über rund eineinhalb Jahre, während das jüngste Kind bei der Mutter lebte. Die Mutter bezog das Kindergeld vollständig, der Vater verlangte später einen Anteil zurück.

Ein Viertel des Kindergeldes steht Vater zu

Das Gericht gab ihm weitgehend recht: Bei gleichmäßiger Betreuung steht beiden Eltern ein Anteil am Kindergeld zu. Konkret bedeutete das, dass der auf die Betreuung entfallende Anteil des Kindergelds zwischen den Eltern geteilt wurde. Der Vater erhielt daher ein Viertel des Betrags für den relevanten Zeitraum. Entscheidend sei allein die tatsächliche Betreuung, nicht, ob zusätzlich Unterhalt gezahlt werde, so die Richter.

Der Anspruch wurde jedoch zeitlich begrenzt: Das Gericht sah das Wechselmodell für einen Zeitraum von 18 Monaten als nachgewiesen an und nur für die beiden älteren Kinder. Eigene Ausgaben der Mutter wurden nicht angerechnet. Und noch ein Punkt kam zur Sprache: Der Anspruch kann rückwirkend geltend gemacht werden. Im konkreten Fall war es der Zeitpunkt der Auskunftsaufforderung zur Höhe des Einkommens für einen möglichen Unterhalt.

© dpa-infocom, dpa:260814-930-529933/1


Von dpa
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