Punks am Obernzenner See: Der Vorverkauf läuft auf Rekordniveau | FLZ.de

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Veröffentlicht am 19.01.2025 07:00

Punks am Obernzenner See: Der Vorverkauf läuft auf Rekordniveau

Einmal im Jahr regieren die Punks am Obernzenner See. Heuer wird dies Ende Juni der Fall sein, die Vorbereitungen laufen aber bereits auf Hochtouren. (Archivfoto: Mirko Fryska)
Einmal im Jahr regieren die Punks am Obernzenner See. Heuer wird dies Ende Juni der Fall sein, die Vorbereitungen laufen aber bereits auf Hochtouren. (Archivfoto: Mirko Fryska)
Einmal im Jahr regieren die Punks am Obernzenner See. Heuer wird dies Ende Juni der Fall sein, die Vorbereitungen laufen aber bereits auf Hochtouren. (Archivfoto: Mirko Fryska)

Noch knapp ein halbes Jahr ist es hin, bis die Punks und Rocker wieder das Areal am Obernzenner See im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim erobern und das Wasted Open Air in seine sechste Auflage startet. Wer dabei sein will, muss sich trotzdem beeilen, denn: „Der Vorverkauf läuft schneller denn je“, sagt Michael Ruff von der Orga-Crew. Und auch die Musiker und Bands sind schon eingetütet.

Vom 26. bis 28. Juni steigt das Stoner-Punk-Blödsinn-Nackedei-Festival in Obernzenn. Für die meisten bedeutet das: Feiern für ein verlängertes Wochenende. Dass so ein Open-Air den Veranstaltern allerdings ganzjährig Arbeit beschert, wissen nur die wenigsten. Zu tun gibt es immer etwas, nur ein paar Wochen gönnen sich Michael Ruff und seine Kolleginnen und Kollegen nach dem Wasted ein bisschen Ruhe.

Dann starten bereits wieder die ersten Feedback-Runden. Was lief gut? Wo hat’s gehakt? Und was geht vielleicht noch besser? Schließlich betrachten sich die Organisatoren nicht als allwissend und sind froh über ehrliche Kritik. „Es gibt ja ein großes Ziel. Vielleicht ist es auch nur Wunschdenken, aber wir wollen eine Community sein.“ Nicht die, die organisieren, und der ganze Rest, sondern eine große Gemeinschaft.

Obernzenner See wird schmerzlich vermisst

Kommunikation ist da wichtig, sowohl nach innen als auch nach außen. „Wir erklären, warum wir die Dinge machen, wie wir sie tun.“ Und entsprechend fühlen sich auch viele Menschen mit dem Festival verbunden. „Das entlastet uns enorm“, betont Michael Ruff, der Vorsitzende der dahinter stehenden Turbojugend „Schlachthaus“ aus Obernzenn. Ihm und seinem Vize Felix Markert ist es eben wichtig, das Wissen „auf viele Köpfe zu verteilen. Wenn ich mir ein Bein breche und Felix sich den Magen verdirbt, wird es sonst schwierig.“ Je mehr Personen viel wissen, desto einfacher wird es, mögliche Ausfälle zu kompensieren.

Apropos Ausfälle: Heuer gibt es davon einen sehr prominenten – den Obernzenner See. Der wird aktuell saniert und nach derzeitigem Stand erst zur Saison 2026 wieder schwimmbereit sein. Ein Wasted Open Air ohne Badespaß? Nein. „Irgendeine Form des Wasserspaßes wird es geben“, betont der Vereinsvorsitzende. „Wir haben mal geschaut, ob wir eine Art Pool bauen. Ideen gibt es viele.“ Handwerklich begabt ist die Crew, daran sollte es nicht scheitern. Ruff: „Aber wir werden trotzdem nicht die Größe eines Sees abbilden können.“ Auch wenn so ein selbstgebauter See durchaus im Wasted-Geist wäre.

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Flächen zum Campen

Ansonsten arbeiten die Organisatoren derzeit an Details. „Wir schauen, wie wir noch ein paar Dinge optimieren können.“ Ganz oben auf dem Zettel steht die Toiletten-Situation. Da gebe es noch Verbesserungsbedarf, das haben die Rückmeldungen gezeigt. Ein weiteres Thema sind die Campingflächen, die Jahr für Jahr neu angemietet werden müssen. „Da ist immer die Frage, was kriegt man.“ Eben viele Details, „der Großteil bleibt aber gleich“.

Und was wäre so ein Festival ohne Musik? Natürlich nur halb so schön. Um den Gästen eine erlesene Auswahl präsentieren zu können, engagiert sich vor allem auch Felix Markert sehr. Der hat gute Kontakte in die Szene und ist generell sehr musikbegeistert. Im Oktober gab es für Bands die Möglichkeit, sich für einen Auftritt auf dem Wasted Open Air zu bewerben. Die Resonanz hat Michael Ruff verblüfft. 200 Musiker füllten das Formular aus und teilten ihre Musik. Dann hieß es: hören, hören, hören. „Von bis war da alles dabei.“ So manche Agentur hatte gleich mal alle Schützlinge ins Spiel gebracht.

„Da waren dann natürlich auch Bands dabei, die nicht ins Konzept passen.“ Bei der Masse einen Überblick zu behalten, das nennt Ruff „eine Herausforderung“. Zumal es der eine oder andere dann auch noch telefonisch beim Vorsitzenden versucht hat, „die haben meine Handynummer aus irgendeinem Vereinsregister gezogen“. Darauf kann er sich allerdings nicht einlassen. Nur wer sich ordentlich bewirbt, kann berücksichtigt werden.

Vom berauschten Jesus aus der Ukraine

Für die Headliner wird die Wasted-Crew dann selbst aktiv. „Felix fragt alle an“, sagt Ruff. „Mit dem Lineup für heuer bin ich sehr zufrieden.“ Einige Bands wurden schon bekanntgegeben, andere stehen noch aus. Eine Besonderheit ist „Stoned Jesus“, Metaler aus der Ukraine, die eigentlich schon 2022 am Obernzenner See spielen sollten. Aber dann kam ein Krieg dazwischen. Heuer soll es endlich klappen.

Ruff selbst freut sich besonders auf „Blood Command“ – „die treffen meinen Nerv“. Ein kleiner Spoiler, bisher steht die Band noch nicht auf der Homepage-Liste. Unter anderem „Das Gelbe vom Oi“, „King Father Baboon“ oder „Teenage Bottlerocket“ sorgen mit Oi, Bluesrock, Skaterpunk oder härteren Gangarten für Stimmung.

Und bei allem Spaß tun die Menschen hinter dem Open-Air sogar noch etwas Gutes. Auf einem alternativen Weihnachtsmarkt in Nürnberg und auf jenem in Obernzenn hatten sie jeweils einen Stand. Der Erlös – insgesamt 2000 Euro – geht an den Fliederlich e.V., der sich für die Rechte queerer Menschen einsetzt, und an das Projekt „Drehmoment“ – ein pädagogisches Werkstattangebot für Jugendliche und junge Erwachsene. Die Teilnehmer sollen in diesem Rahmen eine Ausbildungsreife erlangen.

Jüngst ist nun auch der reguläre Wasted-Vorverkauf gestartet. Die Early Birds im Dezember waren nach gerade einmal 50 Minuten ausverkauft und auch die regulären Tickets sind schwer beliebt – „es läuft besser als je zuvor“. Schnell sein lohnt sich also. Für Michael Ruff ist das ein schönes Signal der Wertschätzung. „Es bestätigt uns in unserem Tun“ und gibt auch finanziell deutlich mehr Planungssicherheit. So darf es weitergehen, für das Obernzenner Wasted Open Air.

Informationen zum Vorverkauf und zum Lineup sind auf der Internetseite www.wasted-openair.de erhältlich.

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