Eigentlich war für diesen Monat der Spatenstich für die künftige Wohnbebauung auf dem ehemaligen Brauereigelände in Dinkelsbühl angekündigt. Doch daraus wird wohl nichts. Wie aus dem Sachstandsbericht von OB Dr. Christoph Hammer im Stadtrat hervorging, gibt es Probleme bei der Freigabe der Förderung. Denn beim Freistaat Bayern sind die Mittel knapp.
SPD-Stadträtin Ulrike Fees hatte in der Sitzung des Gremiums Bezug auf eine Publikation des Bayerischen Städtetages genommen, in der unter dem Titel „Stillstand für kommunale Wohnungswirtschaft“ der Ausfall von Fördergeldern beleuchtet wird. Fees wollte vom Rathauschef wissen, ob auch Dinkelsbühl von dieser Entwicklung tangiert sei.
Hammer antwortete mit einem „Ja“. Betroffen ist das Projekt mit über 80 sozial geförderten Apartments, das auf dem Areal im spitzen Winkel zwischen der B25-Ortsdurchfahrt und der Bechhofener Straße realisiert werden soll. Die Planung macht der Bauträger SüBau. In das Projekt mit eingestiegen ist die BayernHeim, nachdem eine auf dem Areal ursprünglich vorgesehene Wohnanlage 2023 wegen einer weggebrochenen KfW-Förderung gescheitert war.
Das jetzige Konzept des sozial geförderten Wohnungsbaus sei mit der Regierung von Mittelfranken abgeklärt, so Hammer. Allerdings fehle im Hinblick auf die Fördermittel noch die Genehmigung des vorzeitigen Maßnahmenbeginns.
Der OB erläuterte die Situation so: Die BayernHeim sei zwar mit Mitteln des Freistaates ausgestattet worden. Allerdings finanziere die staatliche Wohnungsbaugesellschaft ihre Vorhaben zusätzlich auch mit anderen Zuschüssen des Landes, die von den Bezirksregierungen genehmigt würden. Falls solche Mittel ausgeschöpft seien und der Projektträger die Zeit, bis wieder Geld zur Verfügung stehe, finanziell überbrücken könne, werde in der Regel ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn genehmigt. Der Freistaat habe für solche Fälle jetzt aber einen Stopp verfügt.
Wie der Rathauschef weiter mitteilte, seien Bauminister Christian Bernreiter sowie der CSU-Landtagsabgeordnete Helmut Schnotz in die Sache eingebunden worden. Die Hoffnungen werden nun darauf gelegt, dass im September nach der Sommerpause die besagten Genehmigungen wieder erteilt werden.
Konsequenz sei allerdings, merkte SPD-Stadträtin Ulrike Fees an, dass bis dahin die Baupreise weiter gestiegen seien. Die Kosten des Projekts waren in einer Sitzung des Bauausschusses im März auf rund 30 Millionen Euro beziffert worden.