Mit der Konzeptvorstellung zur Sanierung des Daches der Kindertagesstätte in Wieseth hat sich der Gemeinderat auch in der konstituierenden Sitzung befasst. Architekt Frank Fürhäußer stellte dem Gremium das Konzept mit realistischen Vergleichszahlen vor.
Die vorhandene Eindeckung aus Titanzink sei an vielen Stellen gerissen und damit undicht, erinnerte er. Das betreffe auch die Lichtkuppeln. Das erst im Jahr 2011 entstandene Gebäude wurde einfach nicht fachgerecht und damit mangelbehaftet erbaut. Wegen Verjährung und Insolvenz der damaligen Firma erscheine auch die Durchsetzung von etwaigen Regressansprüchen nahezu aussichtslos, berichtete der Architekt weiter.
Er schlug daher die Aufstellung eines Baugerüstes und eine Demontage des Bestanddachs, der Rinnen, der Wandbekleidungen, der Attikaabdeckung sowie der Lichtkuppeln vor. Danach seien die Montage einer Unterdachbahn und eine Metallabdeckung aus Edelstahl – keinesfalls Titanzink – geplant. Zu gewährleisten seien dabei eine Absturzsicherung und der Brandschutz.
Das Gebäude hätte dann nach seiner Einschätzung, insbesondere mit einem Edelstahldach, eine Lebensdauer von mehr als 50 Jahren. Inzwischen seien jedoch die voraussichtlich veranschlagten gesamten Baukosten mit brutto knapp 500.000 Euro gegenüber den Schätzkosten im vergangenen Jahr mit maximal 200.000 Euro unverhältnismäßig in die Höhe „geschossen“.
Das ist laut Fürhäußer auf die allgemeinen Preissteigerungen und vor allem auf die hohen Kosten für das vorgeschlagene Edelstahldach mit allein rund 200.000 Euro zurückzuführen. Nach der Planung und Erstellung der Leistungsverzeichnisse in den nächsten Wochen könnte dann gegebenenfalls die Bauausführung ab Ende August für etwa sechs Wochen erfolgen.
Die Mitglieder des Gemeinderats zeigten übereinstimmend ihr Befremden und Erstaunen angesichts dieser hohen Kosten. Bürgermeister Walter Kollmar war sogar der Auffassung, durch entsprechend hohe Förderungen gleich eine neue Kita zu bauen. Sodann wurden im Rahmen einer ausgiebigen Diskussionsrunde verschiedene Vorschläge für alternative Dachkonstruktionen vorgetragen.
Frank Fürhäußer hielt jedoch entgegen, dass alternative Dachkonstruktionen zwar grundsätzlich möglich seien, dazu müsse jedoch jeweils die Statik überprüft werden. Ob hier größere Kostenersparnisse erzielt werden können, bezweifelte er. Darüber hinaus sei auch die Optik des Gebäudes bei Alternativen zu beachten. Schließlich wurde die Angelegenheit noch einmal auf die nächste Sitzung vertagt, bis dahin soll der Architekt noch etwaige Alternativen mit Kosten vorlegen.
Im weiteren Verlauf der Sitzung schlug Bürgermeister Kollmar eine Erhöhung der Kita-Beiträge aufgrund des anhaltenden Defizits vor. Im vergangenen Jahr standen den Ausgaben von 934.927 Euro lediglich Einnahmen von 611.237 Euro entgegen, was einen Fehlbetrag von 323.690 Euro bedeutete. Das sei insbesondere auf die Erhöhung der Personalkosten in den Vorjahren zurückzuführen. An Elternbeiträgen sind 2025 lediglich 84.562 Euro eingegangen.
Ab dem neuen Schuljahr wird dann auch die Mittagsbetreuung nicht mehr im Hort, sondern in der Schule stattfinden, wegen der niedrigeren Zuschüsse in diesem Bereich erscheint eine Erhöhung der Elternbeiträge daher mehr als gerechtfertigt. Das Gremium stand einer angemessenen Erhöhung der Kita-Beiträge grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber, eine finale Entscheidung soll jedoch erst in der nächsten Haushaltssitzung unter Vorlagen von detaillierten Zahlen herbeigeführt werden.
Unter dem Tagesordnungspunkt „Anfragen“ erinnerte Matthias Winter an die zwingend notwendige Überprüfung der Wasserleitungen aufgrund von erheblichen Wasserverlusten im Gemeindegebiet.