Klinik-Diskussion bei ANregiomed: „Die vorhandenen Spielräume ausschöpfen“ | FLZ.de

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Veröffentlicht am 14.02.2025 18:47

Klinik-Diskussion bei ANregiomed: „Die vorhandenen Spielräume ausschöpfen“

Wie es mit der Klinik in Dinkelsbühl weitergeht, soll am kommenden Dienstag, 19. Februar, entschieden werden. (Foto: Robert Maurer)
Wie es mit der Klinik in Dinkelsbühl weitergeht, soll am kommenden Dienstag, 19. Februar, entschieden werden. (Foto: Robert Maurer)
Wie es mit der Klinik in Dinkelsbühl weitergeht, soll am kommenden Dienstag, 19. Februar, entschieden werden. (Foto: Robert Maurer)

Landrat Dr. Jürgen Ludwig hat am Freitag auf die Forderung des Dinkelsbühler Stadtrats zum Erhalt der Krankenhäuser in Dinkelsbühl und Rothenburg in ihrer bisherigen Form reagiert. Und stellt in seinem Schreiben deutlich fest: „Die beiden Kliniken werden nicht geschlossen.“

Allerdings schreibt der Landrat in dem Brief, der der FLZ vorliegt, auch, „dass die Dinge nicht bleiben können, wie sie sind. Es wird an allen Klinik-Standorten von ANregiomed zu Veränderungen kommen müssen – weil gesetzlich festgelegte Bedingungen künftig nicht eingehalten werden können.“ Ludwig versichert dem Stadtrat jedoch, dass er sich mit dem Kreistag für die bestmöglichen Lösungen und das „Ausschöpfen von Spielräumen“ einsetzen werde.

Schließungen sieht das Szenario nicht vor

Gerade das in dieser Woche vom Stadtrat in seinem Appell angesprochene Szenario V sieht laut Ludwig eine Schließung von Krankenhäusern nicht vor. Der gutachterliche Prozess erlaube es, „Möglichkeiten zu erkennen und Chancen zu ergreifen, damit in Dinkelsbühl und Rothenburg weiterhin Krankenhäuser bestehen bleiben – und zwar mit stationärer Innerer Medizin, Notfallversorgung rund um die Uhr, ambulanten Operationen und weiteren ambulanten Angeboten“, versichert der Landrat.

Hierzu zähle auch das Ziel, eine Schlaganfallversorgung in Dinkelsbühl zu erhalten. Und dabei gehe es genau um eines nicht: „vorschnell“ zu handeln, erwidert er den Vorwurf des Stadtrats.

Ludwig erinnert an mehrere Klausurtagungen im März vergangenen Jahres, als der Strategieprozess zur Entscheidung anstand – und schließlich mit Blick auf viele Unklarheiten noch keine Entscheidung getroffen wurde. Nun aber sei es an der Zeit, „Entscheidungen zu treffen, um die Versorgung in der Region abzusichern, den Verbund insgesamt zu stabilisieren und Schlimmeres abzuwenden: die Schließung der Krankenhäuser in Dinkelsbühl und Rothenburg“.

Es brauche Kompromisse

Der in Dinkelsbühl wohnende Landrat verweist auf das gemeinsame Engagement der bayerischen Landräte, die in München und Berlin für Nachbesserungen der Krankenhausreform des Bundes und eine bessere Finanzierung der Krankenhäuser kämpften. Ludwig stellt aber auch klar: „Hier vor Ort wird es ein Endergebnis, das alle zufriedenstellt, leider nicht geben können.“ Insofern brauche es Kompromisse.

In dem Schreiben geht Ludwig auf den Defizitausgleich des Landkreises und der Stadt Ansbach für die Gesundheitsversorgung ein, die dieses Engagement zweifellos wert sei. Doch seien Verluste in dieser Höhe auf Jahre hinaus nicht zu schultern. Er versichert gleichzeitig, dass Stadt und Landkreis Ansbach auch künftig ihre Krankenhäuser mit vielen Millionen Euro stützen würden.

Doch das Geld alleine sei es nicht, heißt es in Ludwigs Brief weiter. Im gutachterlichen Prozess seien mit finanzieller Förderung durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention Szenarien entwickelt worden, die auf der Internetseite des Klinkverbunds ANregiomed einsehbar seien. Diese sollten in erster Linie Antworten auf die zentrale Frage geben, wie ANregiomed nach Inkrafttreten der Krankenhausreform des Bundes aufgestellt sein könne, um insgesamt als Verbund zu überleben. Hinzu kommt laut Ludwig der weiter stark steigende Personalmangel.

Möglichkeiten vor Ort werden eingeengt

Ludwig räumt ein, dass weder Bund noch Land Kliniken schlössen. „Aber sie engen die Möglichkeiten vor Ort so stark ein, dass vielerorts in Bayern nichts anderes mehr übrig bleibt, als Krankenhäuser zu schließen.“ So weit dürfe es in Dinkelsbühl und Rothenburg nicht kommen.

Eine Entscheidung über die Zukunft der Kliniken in Dinkelsbühl und Rothenburg soll am Dienstag, 19. Februar, der ANregiomed-Verwaltungsrat treffen.

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