Starkes Netzwerk: Stadt und Kreis Ansbach wollen gegen häusliche Gewalt vorgehen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 03.04.2026 06:00

Starkes Netzwerk: Stadt und Kreis Ansbach wollen gegen häusliche Gewalt vorgehen

Mit der Umsetzung der Istanbul-Konvention befassten sich zahlreiche Fachkräfte bei einem Runden Tisch im Landratsamt Ansbach. (Foto: Landratsamt Ansbach/Fabian Hähnlein)
Mit der Umsetzung der Istanbul-Konvention befassten sich zahlreiche Fachkräfte bei einem Runden Tisch im Landratsamt Ansbach. (Foto: Landratsamt Ansbach/Fabian Hähnlein)
Mit der Umsetzung der Istanbul-Konvention befassten sich zahlreiche Fachkräfte bei einem Runden Tisch im Landratsamt Ansbach. (Foto: Landratsamt Ansbach/Fabian Hähnlein)

Rund 40 Fachkräfte aus verschiedenen Institutionen in Landkreis Ansbach und Stadt Ansbach kamen zusammen, um sich über den Stand des Gewaltschutzes in der Region auszutauschen.

„Wenn es um den Schutz vor häuslicher und partnerschaftlicher Gewalt geht, braucht es mehr als einzelne Maßnahmen – es braucht ein funktionierendes Netzwerk“, erläutert Tanja Peipp, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Ansbach. Dass dieses in der Region wächst, zeigte sich beim Runden Tisch der Arbeitsgemeinschaft für ein gewaltfreies Miteinander (AGfgM) im Landratsamt Ansbach.

Die Arbeitsgemeinschaft für ein gewaltfreies Miteinander setzt sich aus Fachkräften von Opferhilfe-Einrichtungen sowie verschiedenen Behörden zusammen. Ihre Ziele sind, für ein gewaltfreies Miteinander im täglichen Umgang einzutreten, Aufmerksamkeit für das Thema herzustellen und zu sensibilisieren. Der interdisziplinäre Austausch wird von den Institutionen in der Region sehr gut angenommen. Neben Fachkräften aus Polizei, Justiz, Beratungsstellen, Jugendämtern des Landkreises Ansbach und der Stadt Ansbach, Jugendhilfe und Frauenhaus waren auch Stellen aus Nürnberg vertreten, hauptsächlich aus dem Bereich des Gewaltschutzes für Männer.

Austausch über Istanbul-Konvention

Im Fokus stand dieses Mal der gemeinsame Austausch zu den Vorgaben der Istanbul-Konvention – dem Übereinkommen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt, das auch auf kommunaler Ebene umzusetzen ist. Mittelfristiges Ziel ist es, eine Bedarfsanalyse zu erstellen, die Auskunft darüber gibt, was in der Region bereits gut umgesetzt wird, wo noch Verbesserungsbedarf besteht und wie sich dies abbilden lässt.

Nach einem Einführungsvortrag zur Istanbul-Konvention von Lisa-Marie Buntebarth, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Ansbach, teilten sich die Teilnehmenden in vier Arbeitsgruppen zu den Themen Prävention, Schutz, Polizei/Strafverfolgung/Justiz sowie Netzwerk. Am Ende der Arbeitsphase wurden die zentralen Ergebnisse zusammengefasst. Im Landkreis Ansbach und in der Stadt Ansbach gibt es bereits gute Strukturen in Bezug auf Vernetzung, Zusammenarbeit, Gewaltschutz und Prävention. Dennoch sei es wichtig, die Vernetzung auch in Bezug auf die Erarbeitung von Leitlinien und Präventionskampagnen weiter auszubauen und weitere Akteure einzubeziehen.

Eine Art Früherkennungsnetzwerk für häusliche Gewalt

Als unverzichtbar wurde der kontinuierliche Informationsfluss zu gesetzlichen Änderungen und dem Wandel der Beratungslandschaft gesehen. Auch treten durch das neue Gewalthilfegesetz Änderungen ein, die Auswirkungen auf den fachlichen Umgang mit Gewalt haben werden. Gruppenübergreifend kam das Bedrohungsmanagement Mittelfranken als wichtiges Instrument zur Bewertung von Hochrisikofällen der häuslichen Gewalt zur Sprache, das bereits in Städten wie Schwabach, Nürnberg und Fürth etabliert ist. Das Bedrohungsmanagement ist eine Art Früherkennungsnetzwerk, in dem viele offizielle Stellen und auch Unternehmen zusammenarbeiten.

Die Bedarfsanalyse ist mit dieser Veranstaltung noch nicht abgeschlossen. Der Runde Tisch wird seine Arbeit fortsetzen und auch temporäre Unterarbeitsgruppen bilden.

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