Landkreis Ansbach: Welche Personen die Wählenden in den Kreistag gehoben haben | FLZ.de

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Veröffentlicht am 09.03.2026 19:30

Landkreis Ansbach: Welche Personen die Wählenden in den Kreistag gehoben haben

Landratsamt in Ansbach (Foto: Jim Albright)
Landratsamt in Ansbach (Foto: Jim Albright)
Landratsamt in Ansbach (Foto: Jim Albright)

Die Wählerinnen und Wähler haben bei der Kreistagswahl die Listen der Parteien wieder kräftig durcheinandergewirbelt. Für manche ging es durch das Häufeln, Streichen und Listenhüpfen vorwärts, andere wurden nach hinten durchgereicht.

In die Analyse einbezogen wurden in erster Linie die Bewerberinnen und Bewerber, die in den neuen Kreistag einziehen. Der Stand gibt das Ergebnis nach 321 ausgezählten von 325 Wahlbezirken wieder. Es können sich also noch kleine Änderungen ergeben.

Stärkste Partei im neuen Kreistag wird erneut die CSU sein. Allerdings hält der seit Jahrzehnten andauernde Abwärtstrend an. Statt 28 Sitze wie bisher werden die Christsozialen künftig nur noch 23 Rätinnen und Räte stellen. Die meisten von ihnen gehören dem Gremium schon bisher an.

Braumeister sammelte viele Stimmen ein

Auffällig ist der Erfolg des wiedergewählten Dinkelsbühler Oberbürgermeisters Dr. Christoph Hammer, der es von Platz 11 auf der Liste auf den zweiten Rang direkt hinter Landrat Dr. Jürgen Ludwig schaffte. Für den abgewählten Feuchtwangener Bürgermeister Patrick Ruh dürfte es ein kleiner Trost sein, dass er von Platz 10 auf Platz 6 vorrückte. Ebenfalls ein Häufelkönig ist der Landtagsabgeordnete Helmut Schnotz, der nur Platz 19 auf der Liste innehatte und nun auf Platz 7 liegt.

Gleich zehn Plätze aufwärts ging es für Braumeister Georg Dorn aus Bruckberg (23 auf 13). Weitere Aufsteiger sind BBV-Kreisobmann Reinhold Meyer (von 21 auf 14), Bürgermeister Jürgen Konsolke aus Dürrwangen (von 29 auf 16) und Verteidigungsexperte Manfred Scholl (von 27 auf 18).

Die Absteiger im Kreistag

Wo es Aufsteiger gibt, gibt es auch Absteiger. Davon betroffen waren vor allem Partei-Funktionsträger wie der CSU-Kreisvorsitzende Jan Helmer (von 4 auf 11), die Vorsitzende der Frauen-Union Silke Sagmeister-Eberlein (von 6 auf 12), der Vorsitzende der Jungen Union Valentin Huber (von 15 auf 25), aber auch der scheidende Bürgermeister von Adelshofen, Johannes Schneider (von 7 auf 15) sowie die CSU-Ortsvorsitzende von Aurach-Weinberg, Carola Güntner-Hoppe (von 12 auf 21).

Die zweistärkste Kraft im Kreistag bleiben die Freien Wähler, die noch einen mehr auf nun 15 Sitze draufsatteln konnten. Bei den Wählenden besonders gut kamen hier Walter Soldner (von 13 auf 3), Friedrich Bauer (von 18 auf 7), Thomas Heidecker (von 24 auf 9) und Georg Piott (von 26 auf 12) an. Die meisten Stimmen überhaupt bei der Wahl bekam Landratskandidat Marco Meier.

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In die Gegenrichtung ging es für Sebastian Buhl (von 5 auf 16) und den Kreis-Behindertenbeauftragten Gerhard Siegler (von 6 auf 15).

Die Wählerinnen und Wähler der AfD, mit zehn Sitzen künftig drittgrößte Fraktion im Kreistag, ticken offenbar anders als die der anderen Parteien. Alle zehn erfolgreichen Kandidierenden standen auch auf den ersten zehn Plätzen der Liste.

Bunter geht es da schon bei den Grünen zu, deren Fraktion von 11 auf acht Sitze schrumpft. Der Landtagsabgeordnete Martin Stümpfig sprang vom eigentlich wenig aussichtsreichen Platz 18 auf Rang 2. Die Kreisrätinnen Isabella Hirsch (von 15 auf 3) und Birgit Meyer (von 11 auf 5) verteidigten ihre Mandate. Dafür reichte es für die ursprünglich vor ihnen Platzierten Jakob Hörauf, Lisa Renz-Hübner, Marei Bertram und Felix Busch nicht für den Einzug in das Gremium.

Spitzenplatz für Krankenhaus-Kämpferin

Die fünftgrößte Fraktion im Kreistag stellt mit sieben Sitzen (bisher acht) die SPD. Die als Kämpferin für das Rothenburger Krankenhaus bekannte Michaela Ebner stieg von Platz 4 auf den Spitzenplatz auf. Eine Aufsteigerin war auch die Ärztin Anna Hofmann (von 8 auf 4) sowie Christoph Rösch (von 9 auf 2), während Landratskandidat Dr. Bastian Wojek von Platz 1 auf Platz 6 zurückfiel.

Auf bewährte Kräfte setzt die ÖDP, die drei statt wie bisher vier Sitze im Kreistag errang. Hier fällt das Vorrücken von Dr. Gerhard Schorndanner von Platz 9 auf Platz 3 auf. Schorndanner wirbt unermüdlich für ein neues Zentralkrankenhaus im Landkreis Ansbach.

Ebenfalls einen Sitz abgeben muss die FDP. Rainer Erdel und Christian Hauenstein wurden wiedergewählt. Günter Renner verliert sein Mandat.

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Anfeindungen verhinderten Erfolg nicht

Komplettiert wird die Runde im Landratsamt von den unverändert zwei Mandaten der Partei Die Linke. Beide sind neue Gesichter. Neben Listenführerin Xenia Münderlein war Yasmin Hübel erfolgreich, die wegen ihrer Queerness im Wahlkampf massiv angefeindet worden war. Sie rückte von Platz 5 auf Platz 2 vor. Nicht gereicht hat es hingegen für Landratskandidat Leon Bachmann.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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