Amtsübergabe mit Hindernissen in Obernzenn: Seit der Sitzung des Marktgemeinderats am 18. März ist der noch amtierende Bürgermeister Reiner Hufnagel (Freie Wählergemeinschaft/FWG) krankgeschrieben.
Derzeit führt die stellvertretende Bürgermeisterin Silke Horneber-Schühlein (ebenfalls FWG) die Geschäfte. Sie übernimmt auch die Einarbeitung des künftigen Bürgermeisters Johannes Weiß (CSU) und leitete die letzte Sitzung des scheidenden Marktgemeinderats am Mittwochabend.
Bei der Kommunalwahl am 8. März hatte sich Weiß mit 63,7 Prozent der Stimmen gegen Amtsinhaber Hufnagel durchgesetzt. Dessen Amtszeit endet aber erst am 30. April. Demnach lud Hufnagel auch zur ersten Marktgemeinderatssitzung nach der Wahl ein. Ungefähr auf der Hälfte des öffentlichen Teils übergab er jedoch die Sitzungsleitung an Horneber-Schühlein. Die Beantwortung von Anfragen aus dem Gremium übernahm Geschäftsleiterin Heike Greiner. Zu den genauen Umständen der Erkrankung Hufnagels gab die Verwaltung keine Auskunft.
Die Situation sei natürlich etwas unglücklich, sagte Johannes Weiß. Er sei aber zuversichtlich, dass die Amtsübergabe dennoch gut gelingen werde. „Ich begleite derzeit die zweite Bürgermeisterin und gewinne so wichtige Einblicke. Wir arbeiten eng zusammen.“ Durch seine Tätigkeit als Marktgemeinderat sei er außerdem bereits mit vielen Themen vertraut. „So tief wie ein Bürgermeister bin ich zwar in der Materie noch nicht drin, aber ich weiß, wo die Probleme liegen.“ Daher könne er sich ein Stück weit auch selbst einarbeiten.
Noch sei er außerdem nicht offiziell im Amt und müsse daher keine Entscheidungen treffen – das mache bis Ende April noch Horneber-Schühlein. „An der aktuellen Situation kann ich nichts ändern“, so Weiß abschließend: „Daher mache ich das Beste daraus.“
Im Wahlkampf hatte Hufnagel angekündigt, der amtierende Marktgemeinderat solle noch auf den letzten Metern der Amtszeit den Neubau der Kläranlage beschließen. Darauf arbeite er hin. Auf der Tagesordnung der letzten Sitzung am Mittwoch fehlte das Thema jedoch. Wie Horneber-Schühlein im Gespräch mit unserer Redaktion erläuterte, sei das beauftragte Ingenieurbüro noch mit der Erstellung notwendiger Unterlagen befasst. Mitentscheidend für den Ausgang der Kommunalwahl war nach der Ansicht vieler Beobachterinnen und Beobachter das Versprechen von Johannes Weiß, anstehende Entscheidungen künftig zügiger abzuwickeln.
Reiner Hufnagel soll nach seiner Genesung noch offiziell verabschiedet werden. Erwartet wird er unter anderem zur konstituierenden Sitzung des neu gewählten Marktgemeinderats im Mai. Denn als Listenführer der FWG hatte er eines der Mandate geholt. Am Wahlabend hatte er angekündigt, dieses auch antreten zu wollen, denn das gehöre für ihn zur politischen Glaubwürdigkeit.