Die Grünen haben im nächsten Stadtrat zwar einen Sitz weniger und somit nur noch drei, dennoch herrscht im Ortsverband scheinbar gute Laune. Das Vorstandsteam wurde derweil komplett ausgewechselt.
Sprecherin Claudia Mühleck und Sprecher Alexander Schnapper sowie Beisitzerin Hanne Löhner und Beisitzer Stefan Stiegele kandidierten bei der Jahresversammlung des Ortsverbands nicht mehr für ihre jeweiligen Ämter.
Einstimmig wählten die 20 Stimmberechtigten für die nächsten zwei Jahre Barbara Flemming (Fachreferentin für Naturschutz und Landschaftspflege) als Sprecherin. Sprecher ist der Diplom-Biologe Hans Reinhold. Beisitzende sind Nicole Burger und Johannes Landgraf. Alle vier Personen hatten auch für den Stadtrat kandidiert.
Die neue Sprecherin ist dank des vom vorherigen Vorstand eingerichteten Stammtisches zu den Grünen gekommen. Im Team plant Flemming, „die grünen Ziele anzupacken”.
Für Hans Reinhold sind der Klimaschutz und die Energiewende sehr wichtig. Arbeiten müsse man an grünen Gärten, grüner Altstadt und grünen Straßen.
In seinem Rechenschaftsbericht erinnerte Alexander Schnapper an den Wahlkampf-Marathon mit Europawahl und des wegen der massiven Zerstörungswut notwendigen ständigen Nachplakatierens sowie Bundestagswahl und Kommunalwahl.
Besonders gefreut haben ihn die Projekte abseits des klassischen Wahlkampfs. Er nannte den Grünen Stammtisch, der in kleiner Runde im Landwehr-Bräu am Turm begann und nun in der Molkerei eine feste Institution sei. Es sei der einzige politische Stammtisch in Rothenburg, der öffentlich um Interessierte werbe. „Dadurch konnten wir nicht nur neue Mitglieder, sondern auch engagierte Stadtratskandidatinnen und -kandidaten gewinnen“, freute sich Schnapper.
Das Engagement bei der Mitplanung und die Fotobox-Aktion beim Fest der Vielfalt seien gut angekommen und auch von Oberbürgermeister Dr. Markus Naser in seiner Ansprache positiv gewürdigt worden. Bei der Veranstaltung „75 Jahre Grundgesetz“ hätten die Grünen gemeinsam mit anderen Demokratinnen und Demokraten auf dem Marktplatz ein klares Zeichen für ein würdevolles Miteinander gesetzt.
„Unser Ortsverband ist lebendig wie nie zuvor“, betonte Schnapper. Die Begründung für diese Aussage lieferte er sofort: „Wir sind von 29 auf stolze 45 Mitglieder gewachsen. Es tut gut, zu sehen, dass wir zunehmend junge Menschen einbinden können.”
Schnapper berichtete, dass er die Website technisch modernisiert und vom Kreisverband gelöst habe. Zusammen mit Hanne Löhner sei die Social-Media-Präsenz ausgebaut worden, ebenso sei ein datenschutzkonformer Newsletter etabliert worden.
Schnapper bedankte sich für die gemeinsame Zeit und freut sich nun darauf, wieder mehr Raum für seine Familie, seine Gesundheit und seinen Beruf zu haben.
Aus der Stadtratsarbeit berichtete die Grünen-Fraktionsvorsitzende Beate Junkersfeld. Projekte für die städtische Infrastruktur haben nach ihren Worten einerseits vorangebracht werden können, andererseits hätte es insbesondere im Bereich Klimaschutz und nachhaltiger Stadtentwicklung an Tempo, Konsequenz und politischem Gestaltungswillen gefehlt.
Kritisch sei beim Baugebiet Himmelweiher zu sehen, dass die überarbeitete Planung weitgehend an konventionellen Ansätzen festhält. Positiv sei die Entwicklung auf dem BayWa-Gelände hervorzuheben. Allerdings würden die dort entstehenden Wohnungen im marktüblichen Preissegment teuer veräußert. Gut sei, dass in das Hotelprojekt auf dem Brauhausareal wieder Bewegung komme. Sie wünscht sich unter dem neuen Oberbürgermeister Christoph Rösch (SPD), dass es gelinge, die Stadtentwicklung klarer, nachhaltiger und zukunftsorientierter auszurichten.
Gabriele Müllender berichtete letztmals aus dem Kreistag. Dabei streifte sie das Radwegekonzept, die neue Zusammensetzung des Kreistags und die Krankenhausstrukturreform. Zu letzterem Thema informierte sie, dass die allgemeine Chirurgie nach Rothenburg verlagert worden ist. Eine Lösung werde es auch für die ambulante Kardiologie geben. Hauptproblem sei der Personalmangel.