Im Februar hatte der Kreisausschuss den Beschluss über einen Anschluss des Beruflichen Schulzentrums (BSZ) in Ansbach an das städtische Fernwärmenetz erst einmal zurückgestellt. Aber jetzt sorgt ein kaputter Gaskessel für Druck.
Der Schulbauausschuss des Kreistags hatte die Umrüstung der Wärmeversorgung der Schule im Januar einstimmig empfohlen. Im Kreisausschuss waren dann aber Zweifel laut geworden, ob dadurch wirklich CO₂ eingespart würde. Außerdem hatte die Pleite eines Biogaslieferanten für Verunsicherung gesorgt.
Inzwischen haben die Stadtwerke dem Landkreis Ansbach, der den Sachaufwand der Schule trägt, mitgeteilt, dass die Belieferung mit Biogas gesichert sei. Das Wärmenetz werde zur Hälfte mit erneuerbaren Energien betrieben. Durch die Berücksichtigung von Stromgutschriften würden rechnerisch sogar 0 Kilogramm Kohlendioxid pro Kilowattstunde erreicht.
Die Kreisverwaltung geht von einem „realistischen Wert” von 1,21 Kilogramm CO₂ pro kW/h aus. Aber selbst unter dieser Voraussetzung könnten die Emissionen durch eine Umstellung der Wärmeversorgung halbiert werden, erläuterte Sachgebietsleiter Martin Fellner vom Landratsamt im Schulbauausschuss.
Momentan wird das BSZ mit einem Gaskessel beheizt, der auch Warmwasser vor allem für die Lehrküche erzeugt. Eine Prüfung hat kürzlich ergeben, dass der Kessel stark beschädigt ist. Haarrisse führen zu einem monatlichen Wasserverlust von rund 3300 Litern. Das notwendige Nachfüllen mit unbehandeltem Wasser verursacht laut Fellner zusätzliche Belastungen für das Heizungssystem. Als kurzfristige Übergangsmaßnahme wird ein Flüssigdichtmittel eingesetzt, um die Risse provisorisch zu verschließen. Die Kosten für diese Maßnahme belaufen sich auf rund 1600 Euro. Auf die Dauer sei die Situation so nicht tragbar, meinte der Sachgebietsleiter.
Der Kreisausschuss war im Februar davon ausgegangen, dass der Kessel erst 2033 ausgetauscht werden muss. Wegen des festgestellten Schadens besteht jetzt aber Handlungsbedarf. Die Stadtwerke Ansbach wollen für den Fernwärmeanschluss inklusive der Leitungsverlegung in der Brauhausstraße bis in das Gebäude, der Übergabestation und der Anlagentechnik 188.615 Euro. Dazu kommen geschätzte 58.000 Euro für weitere Baumaßnahmen, sodass unter dem Strich Investitionskosten von 250.000 Euro stehen.
Die laufenden Kosten für die Wärmeversorgung liegen aktuell bei 12.550 Euro jährlich als Leistungs- und Verrechnungspreis sowie einem Arbeitspreis von 12,14 ct/kWh. Für den Fernwärmeanschluss kann nach Angaben der Kreisverwaltung die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) in Betracht gezogen werden: Durch diese Förderung können bis zu 30 Prozent der Kosten für den Hausanschluss, die Übergabestation und die nötigen Umbaumaßnahmen der Heizungsanlage gefördert werden.
Der Schulbauausschuss schloss sich einstimmig der Empfehlung an, den Anschluss an das Fernwärmenetz bald umzusetzen und neben der Förderung für effiziente Gebäude (BEG) auch weitere Fördermöglichkeiten zu prüfen, um die Investitionskosten zu reduzieren und einen „zuverlässigen sinnvollen Wärmepfad” zu sichern. Jetzt hat erneut der Kreisausschuss das Wort. Er tagt am Montag, 13. Oktober..