Mit einem symbolischen Spatenstich erfolgte am Dienstag die Grundsteinlegung für den Bau von „Hans Quadrat”, einem Apart-Hotel in der Oberntiefer Straße in Bad Windsheim. Pünktlich zur Landesgartenschau soll es Gäste beherbergen. Sechs Millionen Euro investieren die Bauherren in die Anlage mit 37 Appartements.
Es sei die größte Investition in den Tourismus seit zehn Jahren in Bad Windsheim, betonte Hotelier Oliver Späth, einer der Bauherren neben Stefan und Markus Berr sowie der ausführenden und am Projekt beteiligten Firma Stein, die ihren Anteil an das Trio vermietet. Die sechs Millionen Euro seien auch eine Investition „in die Generationen unserer Kinder”, so Späth: „Ein Familienunternehmen eben.”
Gebaut werden 37 Appartements, vom Einzelzimmer-Appartement bis hin zu größeren Einheiten mit getrenntem Wohn- und Schlafraum. Alle mit Balkon. Geparkt werde unter dem „schwebenden ersten Stock”, inklusive E-Lade-Stationen. Man habe darauf geachtet, die Fläche möglichst wenig zu versiegeln.
Und wie kam es zum Namen „Hans Quadrat”? Späths Opa hieß Hans, sein Vater heißt Hans, Oliver Späths Zweitnamen ist, wie der seines Sohnes Linus, ebenfalls Hans. Späths Opa kam 1935 nach Windsheim und übernahm auf dem Grundstück ein Gipswerk, welches sein Vater 1980 verkaufte. Später wurde es geschlossen und zum Wohngebiet gemacht.
Jahrelang habe die Stadt nach Investoren gesucht, mal wurde es konkreter, dann habe Corona dazwischengefunkt. Und dann sei Christian Stein von der Firma Stein gekommen, um ein Aparthotel zu errichten. „Adonisröschen wollte er es nennen. Nein, das können wir selbst, bevor ein anderer gegenüber unseres Hotels was baut.” Dort, wo das neue Gebäude entsteht, habe früher das Arbeiterwohnheim der Gipswerke Späth und Söhne gestanden. „Wenn wir schon ein Stück aus der Vergangenheit in die Zukunft zurückholen, dann erinnern wir uns gerne an die Menschen, die einmal prägend waren oder sind. Daher Hans Quadrat.”
Der Bad Windsheimer Hotelier ging in seiner Begrüßung auf die Entwicklung von Ferienwohnungen in Bad Windsheim ein. 2007 habe er mit den Berrs eine Firma gegründet, damals hatte es 22 Ferienwohnungen im gesamten Stadtgebiet gegeben. Das Trio baute seine ersten vier Wohnungen, vor zwölf Jahren dann weitere auf dem ehemaligen Suhr-Areal, die „Appartements am Kurpark”. Mittlerweile gebe es ein Vielfaches an Ferienwohnungen, eine konkrete Zahl könne man nicht nennen, da viele „unter dem Radar” geführt würden.
Eine kleine Statistik hatte Späth ebenfalls vorbereitet: So haben die Berrs und Späths in der Oberntiefer Straße „pünktlich zur Eröffnung der Landesgartenschau”, ein Hinweis auf rechtzeitige Fertigstellung ging noch einmal an Christian Stein, 100 Einheiten. Das seien 270 Matratzen und Betten, 125 Fernseher, 219 Türen sowie 71 Balkone und Terrassen. 2024 verzeichnete man in Hotels und Ferienwohnungen über 32.000 Übernachtungen: Mit Fertigstellung von „Hans Quadrat” geht Späth von 50.000 Übernachtungen aus.
Bürgermeister Jürgen Heckel erinnerte in seinem Grußwort an Oliver Späths Vater, der einst „mit dem Köfferchen in der Hand” Tagungen nach Bad Windsheim gebracht hatte. Mittlerweile sei Sohn Oliver im Internet präsent wie kein anderer: „Sie haben den Wandel geschafft. Um diesen zu vollziehen, bedarf es großer Investitionen”, lobte Heckel. Auch die Treue des Personals zum Hotel sei „phänomenal”, ohne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter könne das beste Hotel nicht bestehen. Heckel vergaß auch nicht, daran zu erinnern, dass er als Bürgermeister das Projekt schon „ein bisschen mit einfädeln konnte”.