Grenz-Erfahrungen als Verwalterin: Pfarrerin Julia Schwab verlässt Obernzenn | FLZ.de

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Veröffentlicht am 28.01.2026 10:00

Grenz-Erfahrungen als Verwalterin: Pfarrerin Julia Schwab verlässt Obernzenn

Obernzenns Pfarrerin Julia Schwab (links) wurde offiziell von Dekan Jörg Dittmar mit einem Gottesdienst verabschiedet. (Foto: Helmut Meixner)
Obernzenns Pfarrerin Julia Schwab (links) wurde offiziell von Dekan Jörg Dittmar mit einem Gottesdienst verabschiedet. (Foto: Helmut Meixner)
Obernzenns Pfarrerin Julia Schwab (links) wurde offiziell von Dekan Jörg Dittmar mit einem Gottesdienst verabschiedet. (Foto: Helmut Meixner)

Mit einem weinenden und einem lachenden Auge verabschiedete sich Pfarrerin Julia Schwab aus dem Oberen Zenngrund. Die Pfarrei war die erste Kirchengemeinde, deren Geschicke sie nach ihrem Vikariat eigenverantwortlich lenkte. Eine Aufgabe, die sie seit ihrem Amtsantritt im September 2022 forderte und bis an ihre Grenzen beanspruchte.

Von dem, was sich Julia Schwab von einem Wirken als Pfarrerin vorgestellt und im Vorfeld erhofft hatte, war das ein ganzes Stück entfernt: Nicht die Tätigkeit als Seelsorgerin, sondern Verwaltungsarbeiten bestimmten mit weit mehr als 50 Prozent, ihren Alltag. Überraschend kam das für Julia Schwab, die sich vor vier Jahren als einzige Kandidatin für die Pfarrei beworben hatte, jedoch nicht.

Aus fünf Pfarreien, der aus Obernzenn und Urphertshofen sowie jenen aus Unteraltenbernheim, Egenhausen und Unterzenn, galt es eine zu machen. Hinzu gesellte sich die Verwaltung von fünf Friedhöfen, ebenso vielen Kirchen sowie der Kapelle in Breitenau. Ihre seelsorgerische Arbeit führte die Pfarrerin zudem mit sechs Unterrichtsstunden pro Woche in die Schule. Bei weitem nicht nur in die ihres Wohnsitzes Obernzenn, sondern zudem noch nach Markt Erlbach.

Jugendarbeit ein Schwerpunkt

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Tätigkeit: die Jugendarbeit, sei es mit den Konfirmanden vor Ort oder die Betreuung junger Menschen im Konfi-Camp. Kein Weg führte zudem an dem unter der Trägerschaft der Kirche stehenden Kindergarten vorbei. Und zu guter Letzt musste das nicht mehr genutzte Pfarrhaus in Unteraltenbernheim veräußert werden. An Aufgaben fehlte es nicht. Gemeistert wurden sie dennoch, auch wenn es für Julia Schwab, wie Dekan Jörg Dittmar bei der Verabschiedung in Sankt Gertraud, betonte, „zugegebenermaßen hart war”.

Ihrer letzten Predigt im „Oberen Zenngrund“ legte die scheidende Pfarrerin Worte der Apostelgeschichte des Petrus zu Grunde. Einen Text, der von der Begegnung des Apostels mit dem römischen Hauptman Cornelius berichtet. Eine Geschichte, die davon erzählt, wie es dazu kommt und wie es gelingt, Grenzen zu überwinden. Eine Aufgabe, die mit dem Zusammenschluss der Kirchengemeinden im „Oberen Zenngrund“ dank des Engagements von Julia Schwab, bewältigt wurde, wie allem voran der Zusammenschluss einzelner Kirchenvorstände in jetzt nur noch einen einzigen belegt.

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Am Sonntag wurde Julia Schwab von Dittmar offiziell von ihrer Aufgabe entbunden. Im Verlauf seiner Worte versäumte es der Dekan nicht, der Ehrlichkeit der „Gemeindemanagerin“, die auf eigenen Wunsch die Gemeinde verlässt, seinen Respekt zu zollen. Wie es in Obernzenn nun weitergehen wird, ob und wann die ausgeschriebene Stelle besetzt wird, vermochte Dittmar den Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern nicht zu sagen.

Norbert Schlinke übernimmt

Fest steht, so Julia Schwab im Gespräch, dass sich während der Vakanz zunächst Norbert Schlinke mit einer halben Stelle der seelsorgerischen Arbeit im „Oberen Zenngrund“ annehmen wird. In den Zuständigkeitsbereich des in Ergersheim beheimateten Geistlichen, wird zudem der Konfirmandenunterricht fallen. Für die Konfirmation selbst ist sein Burgbernheimer Amtskollege Rainer Schmidt zuständig.

Viel freie Zeit dürfte Julia Schwab auch in den kommenden Tagen nicht zur Verfügung stehen, denn bereits am Sonntag wird sie als Pfarrerin der Lukaskirche im nahe Erlangen gelegenen Bubenreuth in ihr neues Amt eingeführt.

Gute Wünsche und Geschenke gab es im Anschluss an den Gottesdienst zu Hauf, so von Bürgermeister Reiner Hufnagel, Pfarrer Dieter Hinz und dem Patronatsherren von Sankt Gertraud, Rainer Graf von Seckendorff. Lebwohl sagten der Senior des Pfarrkapitels Jürgen Hofmann, der stellvertretende Dekan Dirk Brandenberg, Manuela Geißendörfer als Vertreterin des gemeinsamen Kirchenvorstandes und Sophia Lange im Namen der Kirchenjugend. Einen Farbtupfer setzten Mütter der KiTa-Kids, die ihre Pfarrerin in Form eines Sketches treffend parodierten.

Für die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes sorgten nebst des Kirchenchors Obernzenn (Richard Zeller), eine von Georg Knörr geleitete Singgruppe sowie Benedikt Schlegel, der auf der Orgel begleitete.

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