Ein Ort zum Innehalten: Was hinter der Burgbernheimer Himmelsbahn steckt | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 24.03.2026 11:00

Ein Ort zum Innehalten: Was hinter der Burgbernheimer Himmelsbahn steckt

Matthias Schwarz, Heidi Wolfsgruber und Hartmut Assel (von links) sind glücklich darüber, dass die Burgbernheimer Himmelsbahn Gestalt annimmt. (Foto: Anna Franck)
Matthias Schwarz, Heidi Wolfsgruber und Hartmut Assel (von links) sind glücklich darüber, dass die Burgbernheimer Himmelsbahn Gestalt annimmt. (Foto: Anna Franck)
Matthias Schwarz, Heidi Wolfsgruber und Hartmut Assel (von links) sind glücklich darüber, dass die Burgbernheimer Himmelsbahn Gestalt annimmt. (Foto: Anna Franck)

Die Burgbernheimer Himmelsbahn schlängelt sich seit gut einer Woche über eine Streuobstwiese unterhalb des Bahnhofs Wildbad. Umgeben von Obstbäumen soll sie auch zum Innehalten einladen. Bauhofleiter Markus Hegwein und sein Team trotzten beim Aufstellen dem Wetter, um die Sitzskulptur sicher zu platzieren.

Die „Himmelsbahnen Berna” sind ein MUT-Projekt der Bayerischen Landeskirche. Die Planungen dafür starteten bereits im Jahr 2022. Das Ziel der MUT-Projekte ist es, Menschen einen neuen Zugang zum christlichen Glauben zu ermöglichen. MUT setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben der drei Begriffe „missional“, „unkonventionell“ und „Tandem“. Letzteres bilden bei den „Himmelsbahnen Berna” die Stadt Burgbernheim und das evangelische Bildungswerk, sie arbeiten für das Projekt zusammen.

Stark gemacht hat sich dafür zum einen Heidi Wolfsgruber, Pfarrerin und Bildungsbeauftragte beim evangelischen Bildungswerk „Bildung evangelisch zwischen Tauber und Aisch“. Und zum anderen Hartmut Assel, der als Stadtrat in Burgbernheim und Landessynodaler quasi die Schnittstelle zwischen Stadt und Kirche ist. Er hatte die Idee zur Himmelsbahn. Sein Gedanke war es, ein MUT-Projekt mit dem Bernatura zu verbinden.

Die dritte im Bunde ist Pilgerbegleiterin Maria Rummel. Denn neben der Sitzskulptur gehört noch ein zweiter Teil zum MUT-Projekt „Himmelsbahnen Berna”: zwei Pilgerwege. Geplant war ursprünglich erst einer. Die Umsetzung des Projekts habe sich aber hingezogen, da bei der Kommune die Fertigstellung der Bernatura-Streuobstwelt schlichtweg Vorrang hatte, erklärt Heidi Wolfsgruber. Deshalb sei der Projektzeitraum verlängert worden und die Zwischenzeit habe man genutzt, um einen zweiten Pilgerweg zu konzipieren. Überschrieben sind die beiden mit „Lebensübergänge” und „Blick nach vorne”.

Grundstück gehört Wolfsgrubers Eltern

Vor gut einer Woche wurde nun also die über 20 Meter lange Sitzbahn auf der Streuobstwiese platziert und schlängelt sich seitdem den Hügel hinauf. Die Bäume wurden im Vorfeld des Projekts von einem Baumwart untersucht. Das genutzte Gelände gehört Heidi Wolfsgrubers Eltern – ein echter Glücksfall, der den Verantwortlichen viel Freiraum für die Umsetzung bescherte. Das Bauhof-Team baggerte Löcher aus, in die die Metallfüße der Bahn gesetzt wurden. Ein sicheres Händchen und Präzision waren da gefragt. Befestigt wurde die Skulptur durch ein festes Fundament.

Das könnte Sie auch interessieren
43 offene Kirchen für alle: Premiere im Raum Uffenheim am PfingstmontagSchätze der Natur am Wegesrand: So bewahrt das Taubertal seine IdylleAbendmusik in Bechhofens Johanniskirche: Eindrucksvolles DuoAusstellung in Bad Windsheim zeigt, wie es in mittelalterlichen Spitälern zugingHeilsbronn: „Babyboomer-Marktsonntag“ erhält bayerischen InnovationspreisDialog in Dinkelsbühl: Käßmann und Bittlinger verbinden Glauben und GesellschaftBibliothek kehrt zurück: Neustadts kostbarster Schatz ist endlich wieder zu HauseAnsbacher Gottesdienst für Rente und Ruhestand: Die Idee hatte ein junger TheologeEngagement für den Artenschutz: Das Streuobstnetzwerk Burghaslach schmiedet PläneKampf gegen den Klimawandel: In Bad Windsheim findet eine besondere Reihe statt750 Bäume gepflanzt: Am Jobcenter in Neustadt/Aisch entsteht ein Mini-WildobstwaldDie prachtvollen Farbfenster der St.-Jakobskirche in Rothenburg sind dokumentiertDie neue Pfarrerin für Jobstgreuth und Linden freut sich auf die Konfiarbeit„Man hat nur eine Chance”: Ein Buchheimer hat sein Hobby zum Beruf gemachtNeues Dekanat „An Sulzach und Wörnitz”: Gründungsfeier an symbolträchtigem Ort

Einzelne Sitzbretter aus Robinienholz wurden für die Himmelsbahn zusammengesetzt und auf Metallbögen befestigt. Letztere fertigte der Burgbernheimer Jürgen Nähr in seinem Betrieb in Flachslanden. Um die Bretter hat sich Günter Winkler, der lange Jahre bei der Stadt als Wasserwart tätig war und mittlerweile im Ruhestand ist, gekümmert. Für Robinie hatte man sich aufgrund der Haltbarkeit entschieden. Jedes Brett ist individuell zugeschnitten. Bei Bedarf wäre die Bahn auch noch erweiterbar.

Ursprünglich war angedacht, die Bretter mit Eltern und Kindern des Kindergartens Arche Noah zu bemalen. Letztendlich war die Mitgestaltung allerdings „technisch nicht umsetzbar”, erklärt Heidi Wolfsgruber. Der Ort lasse sich aber dennoch kreativ gemeinsam weiterentwickeln. „Da sind wir zuversichtlich.” Gebastelt werden sollen Vogelhäuschen, die dann auf dem Gelände platziert werden. Die Kinder sollen das Areal weiterhin mitgestalten dürfen. „Das muss nicht alles direkt fertig sein bei der Einweihung. Hier kann noch viel passieren”, sagt Wolfsgruber. In jedem Fall wolle man den Ort auch digital ausgestalten und mit einem QR-Code versehen.

Stände auf Veranstaltungen

Um das Projekt zu bewerben und den missionalen Gedanken in die Welt zu tragen, war man bei verschiedenen Veranstaltungen mit einem Stand dabei. Bunt gestaltet wurden etwa Papierstreifen beim Streuobsttag 2025. Die Bürgerinnen und Bürger malten darauf ihren Himmel auf Erden. Bürgermeister Matthias Schwarz sieht im Projekt eine absolute Bereicherung. Auch, wenn sein Vorschlag, die Bahn tatsächlich nach oben steigen zu lassen, nicht zum Zug kam.

Der Naturpark Frankenhöhe war bei der Konzeption ebenso beteiligt, stand beratend zur Seite. Ziel war es, das Gelände unterhalb des Bahnhofes attraktiver zu gestalten. Besucherströme sollen gelenkt werden. Das Areal dient zudem dem Kindergarten als Außenort, erklärt Wolfsgruber. Auch Streuobstführerinnen und -führer können den Bereich nutzen, Andachten oder Trauungen im Freien könnten hier stattfinden. Der Ort soll aber auch zum Innehalten dienen, sagt Assel.

Einweihung am Pfingstsonntag

Die Kosten für die Bank belaufen sich auf rund 10.000 Euro, diese übernahm die Stadt Burgbernheim. Darunter fallen die Metallkonstruktion, das Holz, der Holzzuschnitt und der Aufbau, wie Wolfsgruber erklärt. Von der Landeskirche kamen MUT-Projektmittel von rund 7000 Euro, unter anderem für Personal- und Materialkosten sowie die Gestaltung zweier Flyer. Das Bildungswerk übernimmt davon 20 Prozent.

Eingeweiht wird die Sitzskulptur am Pfingstsonntag, 24. Mai. An diesem Tag findet auch der Streuobsterlebnistag von 10 bis 17 Uhr statt. Eine Taufe soll im Zuge der Einweihung auf dem Gelände stattfinden – und zwar zum Thema „(M)ein Himmel auf Erden”.


Anna Franck
Anna Franck
Redakteurin im Online-Team
north