Das sehr vielseitige und lebendige Gemeindeleben in Markt Erlbach und in „ihrer” Kirchengemeinde Linden/Jobstgreuth gab den Ausschlag dafür, dass Rebecca Schüler nach Linden ins Pfarrhaus gezogen ist und dort momentan ihre Kisten ausräumt. Daneben genießt sie die Frankenhöhe als Landschaft.
Schüler stammt aus dem Südschwarzwald, einem kleinen Dorf bei Waldshut/Tiengen, doch Mittelfranken ist ihr nicht fremd. Während des Studiums verbrachte sie einige Jahre an der Augustana in Neuendettelsau. Begonnen hatte sie ihr Studium noch in Tübingen, doch dann entschied sie sich für Bayern, wo sie seither an mehreren Orten war. Nach dem Studium kam sie zum Vikariat nach Traunreut in der Nähe des Chiemsees. Zuletzt war sie in Landl, einer Pfarrei in Sulzbürg bei Neumarkt in der Oberpfalz als Pfarrerin im Probedienst. Diese Stelle verließ sie aus beruflichen und persönlichen Gründen, wie sie sagt, aber bereits nach einem halben Jahr wieder.
Ins Pfarrhaus in Linden ist sie mit ihrem Hund Levi, den sie aus dem Tierschutz hat, und den zwei Katzen eingezogen. Ihr gefalle die Kombination, erzählt sie gegenüber der Presse: Teils ist sie selbstständig für eine Gemeinde, nämlich Linden/Jobstgreuth zuständig, teils ist sie auf der zweiten Pfarrstelle in ganz Markt Erlbach unterwegs. Die genaue Verteilung der Aufgaben habe noch nicht stattgefunden, weil die Markt Erlbacher Pfarrerin Christiana von Rotenhan derzeit krank ist. Aber klar ist schon einmal, dass sie die Konfirmandenarbeit übernimmt, worauf sie sich sehr freue.
„Ich kann Kirche in vielen Facetten erleben”, erwartet sie sich nach ihrem bisherigen Bild von der Markt Erlbacher Kirchengemeinde, die sie als sehr lebendig einschätzt. Dass die Kirchen gerade eine schwere Zeit mit vielen Austritten und knapper werdenden Ressourcen erleben, drückt ihre Stimmung gar nicht. Im Gegenteil: „Ich glaube, gerade ist eine sehr spannende Zeit in der Kirche. Man kann viel neu gestalten, wir orientieren uns neu.” Im Dekanat habe sie schon ein tolles regionales Team von Pfarrpersonen kennengelernt.
So geradlinig Schüler im Gespräch wirkt: Ihr Weg zur evangelischen Pfarrerin verlief nicht ganz direkt. Bis sie 18 war, war sie nämlich katholisch. Dann konvertierte sie zur evangelischen Kirche und brachte viele Fragen mit, an Gott und die Welt. So kam sie zum Theologiestudium. „Ich hatte eigentlich gehofft, dass ich da Antworten finde. Aber ich habe nur gelernt, die Fragen anders zu stellen.” Auch nach dem Studium kam sie nur durch einen „dummen Zufall” zum Pfarrberuf. Sie hätte gerne promoviert, aber ihr Abschluss war nicht gut genug, erzählt sie offen.
Doch dann habe sie innerhalb kürzester Zeit den Pfarrberuf lieben gelernt. Privat sei sie sehr vielseitig unterwegs: Sie interessiere sich für Technik, gehe leidenschaftlich gerne ins Theater, lese und male. Dass man vom Lindener Pfarrhaus aus in jeder Richtung in Nullkommanix in der Natur ist, begeistert sie ebenfalls. Der erste Spaziergang mit Levi wurde gleich von einer halben auf drei Stunden ausgedehnt.
Am kommenden Sonntag hat Schüler einen voll gepackten Tag vor sich: Am Morgen um 8.30 Uhr wird sie von ihrer alten Gemeinde in der Oberpfalz noch verabschiedet. Nachmittags um 15 Uhr findet dann bereits in St. Kilian in Markt Erlbach, die größer ist als St. Leonhard in Linden, ihr Einführungsgottesdienst statt.