In der Münchener Residenz empfing das Bayerische Staatsministerium am Montag die elf Preisträgerinnen und Preisträger. Mit 470 Bewerbungen konkurrierte das Projekt „Babyboomer-Marktsonntag“, das von der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Heilsbronn im Landkreis Ansbach organisiert wurde.
Beim Ehrenamtspreis konnten sich Personen, Initiativen und Organisationen für zwei Kategorien bewerben. Innovativ mussten sie sein, wenn sie den Preis für „Innovative Projekte“ (10.000 Euro) beziehungsweise kreativ, wenn sie den für „Neue Ideen“ (3000 Euro) gewinnen wollten.
„Wie lässt sich der Ruhestand für die Babyboomer-Generation bewusst gestalten?”, diese Frage beschäftigte das Babyboomer-Team. Auf jeden Fall sind sie „gut verteilt”, sagt der Heilsbronner Pfarrer Dr. Ulrich Schindler auf Nachfrage der FLZ. Er ist Teil des Teams, das sich unter anderem aus der Evangelischen Kirchengemeinde, dem Heilsbronner Turnverein sowie der Katholischen Pfarrgemeinde zusammensetzt. Gemeinsam hatten sie das Ziel, diese Personengruppe anzusprechen und ins Ehrenamt zu bringen.
Um sie zu erreichen, wurde im Juni 2025 ein „Babyboomer-Marktsonntag” auf dem Platz vor dem Heilsbronner Münster veranstaltet. Rund 20 Vereine organisierten in Heilsbronn ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm. Der Fokus lag laut einer Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit, Familie und Soziales auf dem Thema Ehrenamt und Ruhestand. Mit einem biografischen Ansatz wurden Lebensgeschichten, Orientierung und Sinnfragen in den Mittelpunkt gestellt, so dass Ehrenamt nicht nur als Aufgabe, sondern als sinnstiftende Möglichkeit begriffen wird.
Gefragt sind die Kompetenzen und Zeitressourcen der „Boomer”. Um sie mit Vereinen zu verbinden, wurde eine „Ehrenamtsbörse” veranstaltet. Ein zusätzlicher Erfolg des Projektes ist, dass die beteiligten Organisationen stärker zusammengewachsen sind und Ehrenamt als gemeinsames Thema begreifen, schreibt das Staatsministerium.
In einem Gratulationsschreiben würdigte Sozialministerin Ulrike Scharf bereits im Januar die Erfolge des Babyboomer-Marktsonntags. Seitdem wusste Pfarrer Schindler, von der Auszeichnung des Projekts, doch das Staatsministerium verpflichtete ihn zur Geheimhaltung.
Als Ende April die Gewinnerinnen und Gewinner des Ehrenamtspreises öffentlich bekannt gegeben wurden, „waren wir etwas Besonderes”, kommentiert Schindler. Andere Projekte seien oft auf Dauer angelegt. Der Marktsonntag in Heilsbronn war jedoch nur eine einmalige Angelegenheit. Zur feierlichen Preisübergabe in München wurde der Pfarrer von Doris Schreiner und Edith Pflug, die auch zum Babyboomer-Team gehörten, begleitet.
Mit dem Preisgeld wird ein internes Dankeschönfest mit allen beteiligten Vereinen gefeiert. Was übrig bleibt, kommt der Gemeinschaft zugute, so Schindler.