Am Ostermontag, 6. April, rückt Elbersoth seinen bedeutendsten Bürger, „Kräuterpfarrer“ Ludwig Heumann, in den Mittelpunkt. Der Dorfverein „Elbersroth Rundum“ lädt dazu die gesamte Bevölkerung um 14 Uhr zur Begrüßung auf dem Dorfplatz ein.
Gegen 14.15 Uhr will man bei einer Führung den neu angelegten „Pfarrer-Heumann-Rundweg“ erkunden. Um 14.30 Uhr wird die ebenfalls neu eingerichtete „Pfarrer-Heumann-Ausstellung“ in einem Raum der Kindertagesstätte (ehemals Volksschule) eröffnet. Dazu sind Vorträge, Geschichten und Gespräche mit Herriedens Altbürgermeister Werner Herzog und Franz Abel vorgesehen.
Etwa um 15.30 Uhr kann dann der in den 1960er Jahren entstandene Film über das Wirken des großen Wohltäters begutachtet werden. Die Idee zu diesem zweiteiligen Streifen mit den Titeln „Segnen – helfen – heilen“ und „Ein Dorf im Umbruch“ hatte seinerzeit der Vorsitzende des örtlichen Gesangvereins, Heinrich Dietrich. Die Dreharbeiten führten die Hobbyfilmer Fred Ziehm und Hans Alsheimer, unterstützt von Fritz Hauber (alle bereits verstorben), aus.
In den Filmen werden Erinnerungen wach: Unter anderem sind Schulkinder mit ihrem Lehrer beim Kräutersammeln auf Heumanns Spuren zu entdecken oder Elbersrother Originale und Angehörige, die längst verstorben sind. Mit dieser Veranstaltung wolle man seitens des Dorfvereins den Vereinszweck „Förderung der Geschichts- und Heimatpflege“ sowie die Erinnerung an den „Kräuterpfarrer“ hochhalten, teilte Vorsitzender Hermann Abel mit. Für das leibliche Wohl ist mit Kaffee, Kuchen und Kaltgetränken gesorgt.
Ludwig Heumann wurde am 1. April 1869 in Oberschönau bei Arberg geboren. In Eichstätt studierte er Philosophie, Naturwissenschaft und Theologie. Noch nicht einmal 24 Jahre alt, wurde er 1893 im Eichstätter Dom von Bischof Dr. Franz Leopold zum Priester geweiht. Nach seinen Tätigkeiten als Kaplan in Monheim und Feucht wurde der junge Geistliche im Januar 1898 zum Pfarrer von Elbersroth berufen, um – wie es in einem Schreiben des Bischofs heißt – „die eingerissenen Missstände in der Schule und Seelsorge zu beheben“.
In der Pfarrei Elbersroth wirkte der Geistliche volle 20 Jahre lang bis zu seinem Tod am 26. April 1918. Seine letzte Ruhestätte fand Pfarrer Heumann in dem noch von ihm selbst entworfenen neuen Friedhof am Ortsausgang von Elbersroth.
Helfen und abermals helfen, jemanden von Schmerz und Trübsal befreien, war Heumanns größte Freude. Er besuchte mit Eifer die Kranken und überwachte die Ausführungen der ärztlichen Verordnungen. Dadurch, so wird in verschiedenen Schriften berichtet, gewann er eine beachtenswerte Kenntnis der Krankheiten und der Heilmethoden.
In seiner Waschküche erprobte er über längere Zeit in zahlreichen Versuchen die Wirkung der in freier Natur wachsenden Heilkräuter. Zuerst verkaufte Heumann seine Heilmittel in der Löwenapotheke in Nürnberg. Bald wurde es jedoch notwendig, der großen Nachfrage wegen, Herstellung und Vertrieb einer eigenen Gesellschaft zu übertragen. Im Jahr 1913 wurde der Grundstein für die Heilmittelfabrik in Nürnberg gelegt. Aus den Erträgen stiftete die „Heumanns Herstellungs- und Vertriebsgesellschaft“ später erhebliche Summen für den Bau der Elbersrother Pfarrkirche, für die Erweiterung des Pfarrhauses sowie für den Bau der Filialkirche in Lattenbuch.
Eine Hauptsorge bereitete Pfarrer Heumann auch die Entwicklung in der Landwirtschaft. Er gab Ratschläge für die Verbesserung im Ackerbau, legte in Verbindung mit Landwirtschaftslehrern Musterfelder an, gründete den Raiffeisenverein und eine Eierverkaufsgenossenschaft, ebenso den Gesangverein.
Der neue Pfarrer-Heumann-Rundweg hat eine Länge von 3,5 Kilometern, die Laufzeit beträgt etwa eine Stunde. Start- und Zielpunkt ist am Dorfplatz. Auf zehn Stationen entdeckt man Wirkungsstätten Heumanns, wie Kriegerdenkmal, Schulhäuser, Kirche, Pfarrhof und Friedhof, aber auch den Kräuterlehrgarten oder den zur Erinnerung an den großen Wohltäter neu angelegten Dorfplatz mit dem Pfarrer-Heumann-Brunnen. Die Info-Texte und Bilder dazu können mit dem Handy per QR-Code abgerufen werden.