Sie gilt als eine der schönsten und bedeutendsten Hallenkirchen Süddeutschlands: das Münster Sankt Georg in der großen Kreisstadt Dinkelsbühl. Genau 222 Stufen sind es im Kirchturm bis zur Aussichtsplattform des 65 Meter hohen markanten Gebäudes. Der Blick übers Land ist nach vielen Jahren nun wieder möglich.
Oben angekommen wird der Turmbesucher mit einem grandiosen Blick auf die schmucken Häuser und Gassen der Altstadt mit ihrer vollständig erhaltenen Stadtmauer belohnt. Nun ist der Besuch des Turmes für die Öffentlichkeit und damit für alle wieder vollumfänglich möglich.
Nach sechsjähriger Sperrung kann jeder für einen kleinen Obolus den Turm wieder besteigen und dieses Abenteuer erleben. Eine große Schar von Bürgerinnen und Bürgern trafen sich mit Verantwortlichen aus Kirche und Politik, um dieses besondere Ereignis zu feiern. Die Kinder des Kindergartens empfingen die Menschen mit Segensliedern.
Die Umbauarbeiten aufgrund eines neuen Brandschutzkonzepts waren notwendig, um die Sicherheit im Turm und dem teilweise aus Holz gefertigten Treppenhaus zu gewährleisten. Leitender Pfarrer Joachim Pollithy freute sich besonders über die große Besucherschaft und dankte allen, die sich mit Rat und ihrem Engagement einbrachten, um den Turm wieder erlebbar zu machen.
„Der Turm ruft zum Gebet und symbolisiert für uns Menschen das Streben nach oben und zu Gott”, sagte Pollithy. Ein starkes Team der Kirchenverwaltung, des Pfarrgemeinderates und des Pfarrbüros waren der Garant für eine pragmatische Umsetzung. „Alle zogen an einem Strang“.
Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer wies auf die Bedeutung des Münsters als eines der Wahrzeichen Stadt hin und überbrachte den Dank der Stadt Dinkelsbühl. Er betonte, dass es was Besonderes sei, wieder in das „oberste Stockwerk“ der Stadt zu gelangen. Dem Touristikamt Dinkelsbühl (TSD) sei es sehr wichtig, diese Attraktion anbieten zu können. Er dankte allen Ehrenamtlichen und den Turmwächtern.
Stellvertretender Landrat Stefan Horndasch hob hervor, dass die Kirchen im Landkreis im finanziellen Förderprogramm des Denkmalschutzes aufgenommen wurden. Für ihn stehen die Kirchtürme als Symbol und Wahrzeichen unserer Wurzeln und der heimischen Kulturlandschaft.
Verwaltungsleiter Claus Holzinger erläuterte neben der Finanzierung die technische Ausstattung des Projekts. Neben den Maßnahmen zum Brandschutz wurden der Boden und die Beleuchtungsanlage im Turm erneuert. Um die Sicherheit auf der Aussichtsplattform zu erhöhen wurden Kameras und zusätzliche Handläufe moniert.
Die ehrenamtlichen Turmwächter verrichten ihren Dienst im Zwischengeschoss auf halber Höhe des Bauwerks. Dort sind Aufbewahrungsspinde vorhanden. Die Erlöse aus den Eintrittsgeldern kommen ausnahmslos der anstehenden großen Generalrestaurierung des Münsters zugute. Der Turm ist Donnerstag bis Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
Dieser Text wurde erstmals am 19.04.2026 publiziert.