Die Stadt Ansbach bekommt einen neuen Ehrenbürger. Diese Würde verleiht sie Friedrich Hilterhaus. Den Unternehmer und Stifter derart auszuzeichnen, beschloss der Stadtrat nichtöffentlich und einstimmig, wie die FLZ erfuhr. Der Geehrte äußert sich im Gespräch bewegt. Er schildert, was Ansbach ihm bedeutet.
Friedrich Hilterhaus die Ehrenbürgerwürde zuzuerkennen, hatte Oberbürgermeister Thomas Deffner vorgeschlagen. Er habe in der Sitzung nicht viel sagen müssen, erklärt er gegenüber der Fränkischen Landeszeitung. Was der 82-Jährige für die Stadt und die Region leiste, sei jedem bekannt und eingängig.
Beeindruckend findet der Rathauschef, dass der designierte Ehrenbürger nicht nur ein einziges Interessengebiet fördert. Vielmehr decke der Stifter und Mäzen die ganze Breite einer Gesellschaft ab – von der Palliativmedizin bis zur Bachwoche. Sein Engagement währe schon viele Jahre. „Und wenn Not am Mann ist: Der Friedrich Hilterhaus steht bereit“, betont der OB.
Außerdem initiiere er selbst Projekte. Deffner geht gezielt auf das in diesem Jahr 14. Benefizkonzert für bedürftige Kinder in und um Ansbach ein. „Das ist für so eine Stadt und für so eine Region wirklich etwas Einmaliges.“ Friedrich Hilterhaus leiste so viel für die Gesellschaft in der Kommune, dass das Ehrenbürgerrecht verdient sei.
„Ist das so?“, fragt der Geehrte den Oberbürgermeister im FLZ-Gespräch bewegt. Sekunden später bricht er die Ergriffenheit mit seinem typischen schnoddrigen Humor: „Hab ich den Personalausweis dabei, dass ich’s auch wirklich bin?“
Dass der gesamte Stadtrat dem Vorschlag des Rathauschefs zustimmte, „ist mir wirklich eine große Ehre“. Die Ehrenbürgerwürde „weiß ich sehr zu schätzen“. Jedoch gehe sein Leben genauso weiter, kündigt Friedrich Hilterhaus an. „Ich werde nicht abheben, so wie ich das eigentlich nie getan habe.“
Man müsse stets bescheiden bleiben, wie er es von zu Hause kenne. Er wisse, woher er komme: „aus geordneten, aber kleinen Verhältnissen“. Seine Wurzeln in Bremen sind dem bekennenden hanseatischen Kaufmann wichtig.
„Das habe ich nie geglaubt, dass ich irgendwann dahin käme, dass ich einmal Ehrenbürger von Ansbach werde.“ Zu verdanken habe er dies alles seiner Frau Gertraude. Er habe stets gearbeitet, und sie habe Rücksicht genommen und ihm immer den Rücken frei gehalten.
„Hier in Ansbach habe ich mein großes Glück gefunden“, fasst der Stifter zusammen. Mit der Stadt sei er hundertprozentig zufrieden und fühle sich hier wohl.
Seit 2015 besteht die Hilterhaus-Stiftung, die nach der Familie benannt ist. Sie „hat sich sehr gut entwickelt“, führt Friedrich Hilterhaus aus. Im wohltätigen Bereich sei er schon vorher engagiert gewesen. Er müsse dazu von seiner Mutter ein Gen geerbt haben. „Ich hatte eine sehr liebe Mutter – so wie ich auch eine sehr liebe Frau habe.“
Mit Blick auf die Stiftung merkt er an: „Im Jahr haben wir bestimmt so 100 Activities, kleine, größere und große.“ Zu den großen zählt er die 10.000 Euro, die in jedem Jahr ans Theater Ansbach fließen. Die Kinder Antje Döllinger und Axel Hilterhaus sind beide in die Stiftungsarbeit eingebunden.
Es war im Jahr 1968, als sich der frühere Bundeswehroffizier Friedrich Hilterhaus selbstständig machte. Im selben Jahr zog er mit seiner jungen Familie nach Ansbach, in die Heimatstadt seiner Frau. 55 Jahre später wird er Ehrenbürger dieser Stadt, in einer festlichen Stadtratssitzung am 18. Dezember.