Feiern und Trauer: Die letzten Stunden in der Klinik Neuendettelsau | FLZ.de

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Veröffentlicht am 15.12.2023 15:57

Feiern und Trauer: Die letzten Stunden in der Klinik Neuendettelsau

Stationäre Behandlungen wird es an der Diakoneo Klinik Neuendettelsau ab sofort nicht mehr geben. Das Medizinische Versorgungszentrum bleibt allerdings weiterhin geöffnet. (Foto: Laura Nadler)
Stationäre Behandlungen wird es an der Diakoneo Klinik Neuendettelsau ab sofort nicht mehr geben. Das Medizinische Versorgungszentrum bleibt allerdings weiterhin geöffnet. (Foto: Laura Nadler)
Stationäre Behandlungen wird es an der Diakoneo Klinik Neuendettelsau ab sofort nicht mehr geben. Das Medizinische Versorgungszentrum bleibt allerdings weiterhin geöffnet. (Foto: Laura Nadler)

Jetzt ist sie endgültig besiegelt: Die Schließung der Diakoneo Klinik Neuendettelsau. In dieser Woche werden die letzten Patienten entlassen. Für viele Mitarbeitende endete am Freitag eine Ära. Was bleibt, ist Ungewissheit und die Suche nach dem Schuldigen.

Wie konnte es nur soweit kommen? Diese Frage stellen sich die Mitarbeitenden der Diakoneo Klinik Neuendettelsau immer und immer wieder. Freitagmittag, 12.30 Uhr, viel Betrieb herrscht im Krankenhaus nicht mehr. Die Damen an der Pforte feiern den Abschied – obwohl vom Feiern nicht wirklich die Rede sein kann.

Stimmung bei Diakoneo wie auf einer Beerdigung

Die Stimmung ist getrübt – noch immer herrscht hier Fassungslosigkeit über die endgültige Schließung der Klinik. „Es fühlt sich an wie eine Beerdigung“, erzählt eine Krankenschwester mit trauriger Miene. „Hier wird gerade eine Familie zerrissen. Aber es interessiert einfach niemanden“, holt sie weiter aus.

Stationäre Behandlungen wird es in der Klinik Neuendettelsau ab sofort nicht mehr geben. Die Notfallversorgung ist bereits vor einiger Zeit eingestellt worden. Das Medizinische Versorgungszentrum soll aber weiterhin zu den üblichen Zeiten geöffnet sein. Schon im September hatte Diakoneo angekündigt, die stationäre Versorgung nicht über das Jahresende hinaus gewährleisten zu können. Zuvor waren zahlreiche Gespräche mit Politik und Verwaltung über eine finanzielle Unterstützung der Klinik ergebnislos geblieben.

Das Krankenhaus Schwabach, das zu 75 Prozent zu Diakoneo und zu 25 Prozent der Stadt gehört, soll die stationäre Versorgung weiterhin aufrecht erhalten.

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Es wechselten schon zu viele Mitarbeiter

Diese wollte man auch in Neuendettelsau eigentlich noch bis zum 31. Dezember fortführen. Personelle Veränderungen ließen dies laut einer Mitteilung allerdings nicht zu. Diakoneo habe in den vergangenen Wochen allen betroffenen Mitarbeitenden an der Klinik alternative Arbeitsplätze angeboten. Weil viele Mitarbeiter andere Arbeitsstellen schon jetzt antraten, sei die Aufrechterhaltung nicht mehr möglich gewesen.

Antje Gropmann, die 37 Jahre bei Diakoneo beschäftigt war und in der Klinik Neuendettelsau als OP-Leitung arbeitete, zeigt sich empört über die aktuellen Zustände: „Der Untergang unserer Klinik ist ein Vollversagen des Vorstandes und der Geschäftsführung. Jetzt muss die Politik für die Geschehnisse herhalten“.

Auch der Ansbacher Landrat Dr. Jürgen Ludwig bekommt sein Fett weg: „Von ihm kam viel zu wenig Unterstützung. Er soll doch eigentlich für alle da sein und nicht nur für ANregiomed in Ansbach“, wird Gropmann noch deutlicher.

Die Klinik in Schwabach ist die ältere Einrichtung

Erst vor wenigen Jahren wurde die Sanierung der Diakoneo Klinik Neuendettelsau abgeschlossen. Ab nächstem Jahr werden viele Diakoneo-Mitarbeitende dann im deutlich älteren Gebäude in Schwabach neu anfangen. Auch das stößt bei einigen Mitarbeitern auf Unverständnis.

Um 12.50 Uhr versammelte sich am Freitag ein Team aus Ärztinnen, Krankenschwestern und Empfangsdamen am Eingang – auch von ihnen werden die meisten in der Klinik Schwabach arbeiten. Ersetzbar sei „die Familie in Neuendettelsau aber nicht“. Um 13 Uhr ertönt in der Klinik Neuendettelsau eine Durchsage, in der sich von den Patienten verabschiedet wird. Die Schließung der Klinik ist damit besiegelt, die Frage nach dem „Warum und Weshalb“ wird die Mitarbeitenden aber wohl noch einige Zeit beschäftigen.


Von Laura Nadler
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