Regisseur Lennart Matthiesen hat sie exklusiv für die Feuchtwanger Kreuzgangspiele geschrieben: die Kriminalkomödie „Sherlock Holmes – ein Skandal“. Die Weltpremiere am Donnerstagabend war eine nach Maß. Erst gab es langanhaltenden Applaus. Dann hielt es die Zuschauerinnen und Zuschauer nicht mehr auf ihren Sitzen.
Die Inszenierung sei ein „eindrucksvolles Erlebnis“ gewesen und habe gezeigt, dass Sherlock Holmes ins romanische Geviert passe. Es müsse nicht immer William Shakespeare sein, unterstrich Bürgermeister Patrick Ruh beim anschließenden Empfang in der Stadthalle Kasten. Zu den zahlreichen Gästen gehörten Vertreter aus Politik – darunter der Bürgermeister aus Feuchtwangens Partnerkommune Lana, Helmut Taber – Kirche, Wirtschaft und Gesellschaft.
Regisseur Lennart Matthiesen und das Ensemble hätten dem ehrwürdigen Rahmen des Kreuzgangs Respekt erwiesen, obwohl es auf der Bühne laut wie selten gewesen sei, es gerumst und geknallt habe, sagte der Rathauschef.
Feuchtwangen habe seinen Sherlock-Holmes-Moment bekommen, meinte die Regierungspräsidentin von Mittelfranken, Dr. Kerstin Engelhardt-Blum. „Es war wirklich großartig.“ Sie lobte die Inszenierung, die sowohl mit Spannung, Action, trockenem Humor und Gesang punktete als auch aktuelle gesellschaftliche Fragen aufgriff, die zum Nachdenken anregten. Feuchtwangen könne sich glücklich schätzen die Kreuzgangspiele zu haben, betonte Engelhardt-Blum.
CSU-Landtagsabgeordneter Andreas Schalk sprach von einem „fulminanten Abend“ und hob hervor, dass das Geld, mit dem der Freistaat Bayern das Feuchtwanger Freilichttheater fördere, mehr als gut angelegt sei.
Intendant Johannes Kaetzler würdigte die Leistung des gesamten Ensembles. Heraus griff er Sherlock-Holmes-Darsteller Johann Anzenberger, der genauso wandlungsfähig sei wie der berühmte Detektiv aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle, und Kirsten Schneider, die die schillernde und unglaublich radikale Irene Adler verkörpert. Mario Schnitzler sei ein kluger und empathischer Dr. Watson und Achim Conrad ein „ekliger Sigismund von Ormstein“.
Die Inszenierung bezeichnete der Intendant als „eine Meisterleistung“. Er habe keinen Zweifel gehabt, dass Lennart Matthiesen – nach dem Erfolg von „Mord im Orientexpress“ im vergangenen Jahr – auch sein zweites Abend-Regiestück glücke. Der hochmusikalische Regisseur, Autor und Schauspieler Matthiesen ist für Johannes Kaetzler ein „großes Talent“, in dem er „das Morgen im Heute“ sehe.
Kaetzler dankte auch allen Akteurinnen und Akteuren, die hinter der Bühne zum Gelingen der Inszenierung beitragen. Einen „unglaublichen Anteil“ an dieser Spielzeit habe seine Stellvertreterin und Dramaturgin Dr. Maria Wüstenhagen, die für die Stoffe gekämpft habe, die zu sehen sind.
Zum Schluss ergriff Ensemblemitglied Ulrich Westermann, der selbst seine 20. Kreuzgang-Spielzeit in Folge absolviert, das Wort und forderte einen Extraapplaus für Kaetzler ein – den schon jetzt am längsten amtierenden Intendanten in der Geschichte des Feuchtwanger Freilichttheaters. Der gebürtige Stuttgarter hatte vor Beginn dieser Saison seinen Vertrag bis 2028 verlängert. 2028 macht dann Kaetzler die 20 Jahre voll.