Ein Hörsaal in Ansbach heißt jetzt nach Raul Krauthausen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 30.06.2023 16:57

Ein Hörsaal in Ansbach heißt jetzt nach Raul Krauthausen

Alle Gäste waren gemeinsam mit Preisträger Raul Krauthausen (Mitte), den beiden Laudatorinnen Adina Hermann (links) und Kristina Vogel (rechts) sowie Hochschulpräsident Sascha Müller-Feuerstein (ganz links) auf barrierefreien (Um-)Wegen auf dem Hochschulgelände unterwegs. (Foto: Jim Albright)
Alle Gäste waren gemeinsam mit Preisträger Raul Krauthausen (Mitte), den beiden Laudatorinnen Adina Hermann (links) und Kristina Vogel (rechts) sowie Hochschulpräsident Sascha Müller-Feuerstein (ganz links) auf barrierefreien (Um-)Wegen auf dem Hochschulgelände unterwegs. (Foto: Jim Albright)
Alle Gäste waren gemeinsam mit Preisträger Raul Krauthausen (Mitte), den beiden Laudatorinnen Adina Hermann (links) und Kristina Vogel (rechts) sowie Hochschulpräsident Sascha Müller-Feuerstein (ganz links) auf barrierefreien (Um-)Wegen auf dem Hochschulgelände unterwegs. (Foto: Jim Albright)

Am Freitag hat die Hochschule Ansbach den diesjährigen Bildungspreis an Raul Krauthausen verliehen. Die Hochschule würdigt den 42-Jährigen für seinen Einsatz in den Bereichen Bildung sowie Vielfalt und Inklusion.

In einer von Studierenden organisierten Veranstaltung durfte der Inklusionsaktivist einen Hörsaal einweihen, der ein Jahr lang seinen Namen trägt. In einer Pressemitteilung schreibt Professorin Dr. Jana Wiske im Namen der Hochschule dazu, die Verleihung des Bildungspreises spiegele in diesem Jahr die Bedeutung von Inklusion und Vielfalt im Bildungsbereich sowie im Leben der Studierenden und von Hochschul-Mitgliedern mit und ohne Behinderung wider.

„Der Raul-Krauthausen-Hörsaal steht schon jetzt als Symbol für das, was noch getan werden muss. Wir wollen es an dieser Hochschule weiter fortführen und stets einen Weg finden – keine Ausreden“, sagte Professor Dr. Sascha Müller-Feuerstein, Präsident der Hochschule. Als Aktivist, Autor, Podcaster und Gründer der Sozialhelden-Initiative setze sich Krauthausen für eine inklusive Gesellschaft ein. Er gelte als Vorbild und kämpfe für die Rechte von Menschen mit Behinderungen.

Menschliche Vielfalt annehmen

„Inklusion ist nicht Bullerbü. Inklusion ist das Annehmen und Aushalten von menschlicher Vielfalt. Es bedeutet nicht, Behinderung mitzudenken, wenn jemand anwesend ist, sondern Behinderung permanent mitzudenken,“ erklärte Raul Krauthausen in seiner Rede. „Die Zeit des Bittens ist jetzt vorbei. Die Zeit des Wünschens ist vorbei, ab jetzt ist es die Zeit der Forderungen, der Gesetze – und notfalls auch des Klagens,“ erklärte Raul Krauthausen in seiner Rede.

Der Preisträger nahm auch die Hochschule selbst in die Pflicht, die weitere barrierefreie Umbauten angekündigt hatte. „Ich werde in einem Jahr zur nächsten Preisverleihung wiederkommen und ich werde gucken, was geschehen ist.“

Zuvor hatte Bahnrad-Olympiasiegerin Kristina Vogel, die seit einem Trainingsunfall querschnittgelähmt ist, Krauthausens Engagement in einer emotionalen Rede gelobt: „Es braucht jemanden wie dich, der den Finger in die Wunde legt, bis alle endlich begreifen: nicht über uns, sondern mit uns! Inklusion ist kein Zusatz, sondern ein Menschenrecht.“

Von Hirschhausen würdigt die Vorbildrolle

Wissenschaftsjournalist Eckart von Hirschhausen meinte in seiner Videobotschaft: „Wir kennen uns ja schon länger – und ich bewundere seit Jahren deine Energie, die du immer wieder für Themen wie Teilhabe oder Barrierefreiheit aufbringst.“ In seiner Laudatio hob er die Vorbildrolle von Raul Krauthausen hervor: „Du machst dich stark für Menschen, die nur wenig Öffentlichkeit bekommen. Das rechne ich dir hoch an. Wir sind bei den Themen Menschenrechte, Teilhabe und Inklusion noch lange nicht da, wo wir sein könnten – aber ohne dich wären wir ganz woanders.“

Als besondere Überraschung hielt Adina Hermann die dritte Laudatio. Die beste Freundin des Preisträgers ist Mitbegründerin des Projekts Schools for All und setzt sich dafür ein, inklusive Schulen zu etablieren und Barrieren abzubauen. Beim Verein Sozialhelden treibt sie zusammen mit dem Preisträger Projekte vor allem für Menschen mit Behinderung voran. „Raul ermöglicht den Menschen einen Blick über den eigenen Tellerrand und regt immer wieder zur Reflexion und Verbesserung an. Er kämpft für uns alle. Für eine Welt, in der jede Person einen gleichberechtigten Platz hat.“

Die Hochschule vergibt den Preis seit 2018. Sie setzt jedes Jahr thematisch einen anderen Schwerpunkt. Bisher ging der Hochschulpreis an Düzen Tekkal, Hannes Jaenicke, Lena Meyer-Landrut und Philipp Lahm.


Thomas Schaller
Thomas Schaller
Redaktion Westmittelfranken/Landkreis Ansbach
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