Der Würzburger Torturm in Uffenheim ist saniert | FLZ.de

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Veröffentlicht am 30.08.2024 18:25

Der Würzburger Torturm in Uffenheim ist saniert

Der Würzburger Torturm erstrahlt in neuem Glanz. Die Barbakane ist noch nicht zugänglich; in ihr sollen künftig Bilder ausgestellt werden. (Foto: gk)
Der Würzburger Torturm erstrahlt in neuem Glanz. Die Barbakane ist noch nicht zugänglich; in ihr sollen künftig Bilder ausgestellt werden. (Foto: gk)
Der Würzburger Torturm erstrahlt in neuem Glanz. Die Barbakane ist noch nicht zugänglich; in ihr sollen künftig Bilder ausgestellt werden. (Foto: gk)

Zwei markante Tortürme prägen das Uffenheimer Stadtbild: der Ansbacher und der Würzburger. Letzterer wurde saniert und ist nun auch wieder innen eingerichtet.

Schulklassen, Touristen und Einheimische oder Gäste aus den Partnerstädten sind schon die über hundert Stufen hinaufgestiegen. Nach der Sanierung ist dies nun wieder möglich. Auch die Wohnung des letzten Türmers hat der städtische Bauhof wieder wie vorher eingerichtet.

Wegen herabfallender Schieferplatten: Sicherung mit einem Netz

Als am 5. Juli 2020 Schieferplatten vom Würzburger Turm gefallen waren und das Gebäude mit einem Netz gesichert war, begann die Sanierungsplanung. Die Kostenschätzung lag bei gut 1,2 Millionen Euro. Laut Bürgermeister Wolfgang Lampe sind es dann knapp eine Million Euro geworden. Dank hoher Fördergelder sei die Sanierung für die Stadt zu schultern gewesen, ist Lampe dankbar.

Der Zahn der Zeit hatte genagt. Das konnte jeder sehen, nachdem die Kuppel von Schieferplatten befreit war. Auch hatte sich der Turm, seinem Namen gleichsam folgend, Richtung Würzburg geneigt. Auch bei der Barbakane hatte man nach der Freilegung gesehen, wie sich mancher Balken gebogen hatte und wie schon versucht wurde, dies zu beheben.

Bauwerk wurde geradegerückt

Viel Arbeit für Architekt, Statiker und Handwerker also. Mit Geschick und historischem Feingefühl wurden viele Balken erneuert. Die Kuppel wurde wieder mit Schieferplatten und Kupfer verkleidet. Alles dichteten die Arbeiter ab, denn eindringende Feuchtigkeit hatte ihre Spuren hinterlassen. Es sei auch gelungen, den Turm wieder gerade zu rücken, berichtet Lampe. „Das hält jetzt alles wieder für die nächsten hundert Jahre“, hofft der Bürgermeister.

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Das Würzburger Tor wurde in der Zeit des Stadtmauerbaus 1333 bis 1347 errichtet. 1696 erhielt der Turm seine endgültige Form. Von 1907 bis 1953 bewohnte ihn der frühere Türmer August Heinlein mit seiner Frau Magdalena. Heinlein starb 1976 im Alter von 97 Jahren. Doch die Erinnerung an Uffenheims letzten Türmer blieb erhalten. Denn Günter Braun und seine Frau Helene, Enkelin des Türmers, hatten die Räume mit viel Liebe zum Detail ausgestattet. Vor einigen Jahren hatten sie alles offiziell der Stadt als Geschenk übergeben.

Während der Sanierung hatte der Bauhof alle Gegenstände ausgelagert. Das Innere ist nun ebenfalls renoviert; der Bauhof brachte alle Möbel und Utensilien wieder in ihre Räume. Wie früher wirken diese bewohnt, als hielte der Türmer dort oben noch Wache. Die Feuerglocke aber ist nicht mehr vor Ort. Sie wurde, wie Stadtführer Norbert Holzmann weiß, Ende des Zweiten Weltkrieges in die Laterne des Rathauses eingebaut, da die dortige Glocke zerstört worden war. Dort hängt sie noch heute. Sie war im Würzburger Torturm auch nicht mehr nötig, weil es mittlerweile Sirenen gab.

Ausstellungen in der Barbakane

Holzmann war während der Sanierung mehrmals mit dem Restaurator vor Ort. Dabei sei einiges Neues herausgekommen, etwa über die Barbakane, die derzeit noch nicht zugänglich ist. Dort sollen demnächst Bilder zu sehen sein, den Auftakt macht eine Ausstellung mit Werken des Uffenheimer Malers Hugo Gatscher.

Die Barbakane dürfte schon von Anfang an ein Dach gehabt haben. Bislang sei man davon ausgegangen, dass sie zuerst offen gewesen sei, damit man mit einer Kanone von mehreren Stellen aus hätte schießen können. So sei ein Geschütz wohl nur vom mittleren Fenster aus nutzbar gewesen.

Auch Inschriften seien gefunden worden. Im Geschoss unterhalb der Türmerwohnung ist die Jahreszahl 1696 eingraviert. Handwerker, wie der Zimmerermeister Gebelein oder Gewelein, hätten ihre Initialen hinterlassen.

Künftig nur noch Sonderführungen

Am Kirchweihsonntag, 1. September, besteht zwischen 14 und 16 Uhr die Möglichkeit, den renovierten Würzburger Torturm mit Wehrgang zu besichtigen. Holzmann empfängt die Interessierten unten, in der Mitte erzählt Rudi Suchanka Wissenswertes und die oberen Geschosse zeigen Dr. Robert Herold und Ruth Langmann.

Künftig ist der Torturm nicht mehr Bestandteil der normalen Stadtführungen. Auf Wunsch sei dies aber möglich, erläutert Holzmann. An Festtagen wie Walpurgi oder Kirchweih soll es Sonderführungen geben.


Von Gerhard Krämer
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