Der SPD-Fraktionssprecher Dominic Treuheit warf nochmals all seine Überzeugungskraft in die Waagschale. Doch das änderte nichts mehr am absehbaren Ergebnis: Am Markplatz wird es keinen Brunnen mit stehendem Wasser geben, sondern ein Wasserspiel.
Über die Frage, ob es – neben dem wasserspeienden Drachen, der vom ehemaligen Polizeigebäude zum Rathaus versetzt wird – nur ein Wasserspiel oder auch eine Art Brunnen geben soll, hatte sich der Stadtrat bereits in der vorangegangenen Sitzung die Köpfe zerbrochen. Weil ein Ratsmitglied fehlte, mündete damals die Abstimmung darüber in ein Patt: acht für die eine, acht für die andere Variante. Diese Woche nun hatte Bürgermeister Claus Seifert alle 16 Räte an Bord. Ein Unentschieden bei der Abstimmung war somit ausgeschlossen.
Die eine Stimme, die im März gefehlt hatte, war die von CSU-Rat Andreas Knahn. Und weil der von Treuheit favorisierten Brunnen-Lösung ein Vorschlag von CSU-Rat Andreas Huprich entgegenstand, war fast schon klar, wie die erneute Abstimmung ausfallen würde.
Treuheit war die Brunnenfrage jedoch offenkundig wichtig. Deshalb ließ er nichts unversucht, entweder Knahn auf seine Seite zu ziehen oder einen der acht Wasserspiel-Befürworter umzustimmen. Wohlgemerkt: das Wasserspiel in Form eines kleinen Fontänenfelds sah auch Treuheits Variante vor. Der Unterschied der beiden Vorstellungen lag darin, dass der SPD-Sprecher dieses Wasser gerne noch ein paar wenige Zentimeter in einer Fassung stehen lassen wollte, während es in der Huprich-Variante sogleich wieder abfließt. Anders ausgedrückt: Bei Treuheits Variante wäre Wasser in Wasser geplätschert, bei Huprichs Lösung plätschert Wasser auf Stein.
Ein Brunnen, so Treuheits zentrales Argument, ist immer ein Anziehungspunkt. Es locke Menschen an, und man könne drumherum sitzen. Das nahm Huprich jedoch auch für die reine Wasserspiel-Variante in Anspruch; auch dies sei attraktiv, und Bänke könne man da ebenfalls dazustellen.
Knahn hakte nach: Auch ihm war es, wie der gesamten CSU offenbar wichtig, dass kein deutlich abgesetztes Becken entsteht. Das werde nicht der Fall sein, versicherten Seifert und Treuheit, es werde kein Becken im herkömmlichen Sinne entstehen. Es gehe nur darum, dass auf dem etwas abschüssigen Marktplatz eine kleine Wasserfläche entsteht. Dafür wäre eine gewisse Nivellierung dieses Platzbereichs nötig.
Die CSU wollte hingegen keinen Wassersammler. Ihre Argumente waren eine einfachere Pflege (was Treuheit bezweifelte) und eine vielfältigere Verwendbarkeit des Platzes, wenn es keine solche Mulde gebe. Die Multifunktionalität, so hielt Treuheit entgegen, habe man bereits an anderen Stellen der Stadt, insbesondere am Stadtseegelände. Dabei mache die Stadt von diesen Möglichkeiten gar keinen Gebrauch; er wolle nicht noch einen Platz mit ungenutzter Multifunktionalität, erklärte Treuheit.
Die fünf SPD-Räte und Bürgermeister Seifert plädierten für Treuheits Vorschlag, dem sich auch Martina Kellner und Klaus Luckert (beide ÜWG) anschlossen. Die anderen vier ÜWG-Ratsmitglieder votierten für die Huprich-Variante, die auch die fünfköpfige CSU-Fraktion einhellig mittrug: 9:8 für den „Andi-Drachen”, wie Seifert die Lösung umgehend nannte.