Der Dinkelsbühler Weihnachtsmarkt startet doch später | FLZ.de

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Veröffentlicht am 25.07.2024 18:50

Der Dinkelsbühler Weihnachtsmarkt startet doch später

In diesem Jahr findet der Dinkelsbühler Weihnachtsmarkt nach einer baustellenbedingten Auslagerung in den zurückliegenden zwei Jahren wieder an seinem angestammten Platz im Spitalhof statt. (Archivfoto: Jürgen Binder)
In diesem Jahr findet der Dinkelsbühler Weihnachtsmarkt nach einer baustellenbedingten Auslagerung in den zurückliegenden zwei Jahren wieder an seinem angestammten Platz im Spitalhof statt. (Archivfoto: Jürgen Binder)
In diesem Jahr findet der Dinkelsbühler Weihnachtsmarkt nach einer baustellenbedingten Auslagerung in den zurückliegenden zwei Jahren wieder an seinem angestammten Platz im Spitalhof statt. (Archivfoto: Jürgen Binder)

Der Dinkelsbühler Weihnachtsmarkt beginnt in diesem Jahr am Montag, 25. November. Dies hat der Stadtrat mit 16:3 Stimmen festgelegt und damit eine vorherige Entscheidung der Verwaltung revidiert. Diese wollte den Fieranten und Besuchern eine volle, vorgelagerte Woche dazugeben. Dagegen protestierten die Kirchen.

Aus Pietätsgründen verlegt

Der vom Rathaus angedachte Eröffnungstermin wäre demnach der 21. November, also der Donnerstag vor dem Totensonntag gewesen. Die Vertreter der Kirchengemeinden in Dinkelsbühl forderten, den Start aus Pietätsgründen zumindest auf einen Termin nach dem Totensonntag zu verlegen. Bislang wurde die Budenstadt am Donnerstag vor dem 1. Advent eröffnet. In diesem Jahr wäre dies der 28. November.

Dem Stadtrat lag ein Antrag der Freien Wähler vor, wonach das Gremium über das Thema entscheiden sollte. In seiner schriftlichen Begründung verwies Fraktionsvorsitzender Holger Göttler auf die Stellungnahmen der Kirchenvertreter und schrieb von einer Entscheidung von grundsätzlicher Bedeutung.

Zwischen Kirche und Stadt gab es bisher keine Einigung

Da Göttler in der Sitzung nicht anwesend war, erläuterte sein Fraktionskollege Matthias Schreiber den Antrag. Er machte deutlich, dass es zwischen den Kirchen und der Stadt bislang noch keine Einigung gegeben habe.

Fall das Gremium die Sache an sich ziehen wolle, dann sollte in der Sitzung auch gleich eine inhaltliche Entscheidung fallen, betonte OB Dr. Christoph Hammer. Denn die Zeit dränge. Die Veranstaltung müsse schließlich ja auch mit einem konkreten Eröffnungsdatum beworben werden. Mit diesem Vorgehen zeigte sich das Gremium einverstanden.

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Schwere wirtschaftliche Lage der Fieranten

Hammer verwies im Weiteren auf ein Gespräch mit den Vertretern der Kirchengemeinden, über das dann der Leiter der Hauptverwaltung, Thomas Staufinger, informierte. Es seien die Positionen ausgetauscht worden, sagte er. Thema sei die derzeit schwierige wirtschaftliche Lage der Fieranten und deren Interesse an zusätzlichen Markttagen gewesen.

Auf der anderen Seite sei die Wahrung des Totensonntags als stiller Gedenktag gestanden. Die Stadt habe vorgeschlagen, an diesem Tag den Weihnachtsmarkt nicht zu öffnen. Außerdem sollte es für die ehrenamtlichen Standbetreiber keine Pflicht geben, die zusätzliche Woche mitzumachen.

Matthias Schreiber, der Mesner in der katholischen Pfarrei St. Georg ist, hakte im Rat nochmals ein. Nach seinem Informationsstand habe es aus Sicht der Kirchen keinen Konsens gegeben. Auch sei keine Zustimmung erfolgt. Schreiber bezweifelte im Weiteren außerdem, dass eine Verlängerung zu mehr Umsatz führe.

Ein guter Kompromiss

Klaus Huber (CSU) sah in dem Vorschlag der Stadt, am Totensonntag den Marktbetrieb ruhen zu lassen, ein Entgegenkommen. Aus seiner Sicht sei dies ein guter Kompromiss. Huber hob hervor, dass eine zusätzliche Woche auch Einzelhandel und Gastronomie gut tue.

Florian Zech (CSU) äußerte grundsätzlich Verständnis für die Belange von Einzelhandel und Gastronomie. Allerdings sei es nicht Aufgabe der Stadt, den Markt früher zu öffnen, um wirtschaftliche Probleme zu lösen. Auch für andere Branchen sei die Lage aktuell schwierig. Der Weihnachtsmarkt gehöre in die Adventszeit, der November wiederum sei vom Gedenken geprägt. Dem stimmte Andreas Schirrle (CSU) zu.

Den Weihnachtsmarkt bereits zwischen Buß- und Bettag und dem Totensonntag zu eröffnen, sei für ihn mit seinem christlichen Verständnis nicht zu vereinbaren. Gerhard Zitzmann (Grüne) unterstrich die von Schirrle und Zech genannten Argumente.

Anwohner nicht übermäßig belasten

Ulrike Fees (SPD) äußerte sich ebenfalls kritisch zur Verlängerung. Der Markt gehöre für sie in die Vorweihnachtszeit. Robert Tafferner (Grüne) lenkte den Blick auf die Bewohner der Altstadt, die das Jahr über „den Umtrieb positiv oder auch negativ“ erlebten. Vielleicht tue es da gut, zwischen Fischerntewoche und Weihnachtsmarkt etwas Ruhe einkehren zu lassen.

Eigentlich, so Alexander Bromberger (Grüne), habe er gegen die Verlängerung nichts einzuwenden gehabt. Nach dem jetzt Gehörten komme er allerdings ins Zweifeln. Die Stadt tue bereits sehr viel für Tourismus und Gastronomie, befand Wilfried Lehr (Wählergruppe Land).

Man solle die Anwohner nicht übermäßig belasten. Lehr schlug den Montag nach dem Totensonntag als Starttermin vor. Georg Piott (Wählergruppe Land) hob ebenfalls die Belange der Anwohner sowie auch die der Kirchen hervor.

OB Hammer ließ schließlich zunächst über den Start des Marktes am Donnerstag, 21. November, abstimmen. Dafür gab es sechs Ja-Stimmen. Der zweite Beschluss bezog sich dann auf den Start am Montag, 25. November. Diese Entscheidung endete mit 16:3. Kyra Hoffmann (CSU) und Stefan Klein (Grüne) stimmten wegen persönlicher Befangenheit nicht mit ab.

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